Man sollte vorsichtig sein, Dinge als historisch zu bezeichnen, besonders an den gerne mal übereuphorischen Börsen. Was aber die Finanzmärkte gerade ereilte, verdient dieses Wort. Der Silberpreis fiel schon vor dem Wochenende um mehr als 30 Prozent, so viel wie noch nie an einem Tag. Gold krachte so heftig nach unten wie bereits seit 1980 nicht mehr. Und zog auch die notorisch nervöse Digitalanlage Bitcoin und die asiatischen Aktienmärkte mit in die Tiefe.
Viele Privatanleger fragen sich angesichts solch heftiger Ausschläge, was sie jetzt mit ihrem Geld tun sollten. Die Antwort darauf hängt aber von einer viel grundlegenderen Frage ab: Warum wollen sie eigentlich ihr Geld an die Börsen schieben? Solange es an den Märkten wie an einer geraden Schnur nach oben geht, ist die Antwort darauf vielen oft ein bisschen egal. Es gibt schließlich keinen Druck, über einen möglichen Verkauf der eigenen Vermögenswerte nachzudenken. Verdunkelt sich die Stimmung an den Märkten, sollten Anlegerinnen und Anleger jedoch umso klarer wissen, welche dieser drei Tätigkeiten sie da mit ihrem Geld eigentlich vollbringen wollen: zocken, spekulieren oder investieren?