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Karlsruhe Nach Angriff auf Berliner Stromnetz: Bundesanwaltschaft ermittelt
Blick auf das Gebäude der Bundesanwaltschaft, daran das Behördenschild (Quelle: dpa/Christoph Schmidt)
00:18 Min
Audio: rbb88,8 | 06.01.2026 | Peter Klinke | dpa
  • Bundesanwaltschaft spricht von Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage
  • Bereits am Sonntag sprach die Politik von "einem politisch motivierten Anschlag"
  • Polizei hält Bekennerschreiben der "Vulkangruppe" für glaubhaft

Generalbundesanwalt Jens Rommel übernimmt die Ermittlungen zu dem Anschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten. Wie er am Dienstag mitteilte, hält er es für möglich, dass der Stromausfall in Berlin von einer inländischen terroristischen Vereinigung verübt worden ist.

Formale Abläufe und Ermittlungskompetenzen werden verändert

Durch die Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft ändern sich formale Abläufe. Für gewöhnlich wird dann das Bundeskriminalamt mit den polizeilichen Ermittlungen beauftragt. Dieses dürfte dann zusammen mit den Berliner Behörden die Ermittlungen leiten.

Es bestehe unter anderem der Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe, erklärte die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde zur Begründung. Zuletzt hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt.

Bereits am Sonntag sprach Spranger von "Linksextremisten"

Seit Sonntag stand für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten sei authentisch, so die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD). In einer Pressekonferenz sprach sie - wie zuvor auch Bürgermeister Kai Wegner (CDU) - von "Linksterrorismus". Die Täter hätten bewusst und wissentlich in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kämen.

Das lange Bekennerschreiben der sogenannten "Vulkangruppe" trägt die Überschrift "Den Herrschenden den Saft abdrehen". Darin steht unter anderem: "In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört". Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei "erfolgreich sabotiert" worden. "Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft." Die Polizei hatte am Montag mitgeteilt, sie schätze das Bekennerschreiben der "Vulkangruppe" als authentisch ein und halte es für "glaubhaft".

Sendung: rbb88,8, 06.01.2026, 18:00 Uhr

Berlin Stromausfall

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16 Kommentare

  • Spezies der Kommentarspalten

    Das Landeskriminalamt Berlin, das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz stufen das Bekennerschreiben einer Organisation namens Vulkangruppe als glaubwürdig ein. Am Dienstag teilte auch eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf ARD-Anfrage mit: Der Brandanschlag in Berlin “lässt sich als linksterroristische Tat qualifizieren”. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Spekulationen über eine Beteiligung Russlands wies Polizeivizepräsident Langner zurück: "Darauf gibt es bislang gar keine Hinweise." Und weiter: "Die Prüfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe hin – und zwar sehr deutlich. Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an." Von daher bitte ich die vielen "Spezialisten" und "Kiesewetters" hier, den Ermittlungsbehörden doch ihre Erkenntnisse und die Beweise dafür mitzuteilen.

    • Kein Vertrauen

      Seit der skandalösen "Ermittlung" im Falle des staatsterroristischen Anschlages gegen die Energieversorgung Deutschlands, habe ich in Institutionen der Ermittlungsorgane kein Vertrauen.

  • Karl-Heinz

    Es fehlt der politische Willen, diese Straftaten aufzuklären.

    0 Antworten
  • Bauschaum

    Wenn es aussieht wie eine Ente, wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, dann ist es wahrscheinlich eine Ente. Wenn die Ente aber mit Akzent quakt, sollte man man darüber nachdenken, ob es eine Ente der bekannten Art ist.

    0 Antworten

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