So haben wir elektrische Zahnbürsten getestet
Wir bewerten elektrische Zahnbürsten in den Kategorien Zahnreinigung, Handhabung, Haltbarkeit und Umwelteigenschaften. Die Noten in diesen Disziplinen werden Gruppenurteile genannt. Aus den vier Gruppenurteilen ergibt sich das Qualitätsurteil.
Veröffentlichungen
Wir sortieren die elektrischen Zahnbürsten nach Qualitätsurteil und informieren, welche der getesteten Modelle noch erhältlich sind. Unsere Testdatenbank umfasst Modelle aus Untersuchungen von 2023 bis 2025.
Die Stiftung Warentest überarbeitet ihr Prüfprogramm regelmäßig, um sie an die technische Entwicklung anzupassen. Die Änderungen sind im Folgenden unter Abwertungen, bei den Gruppenurteilen sowie den weiteren Untersuchungen aufgeführt.
Einkauf und Preise
Die Produkte werden anonym im Handel eingekauft. Weder kostenlose Muster noch Prototypen gelangen in den Test. Unsere Testdatenbank zeigt Ladenpreise an. Diese Preise ermittelt die Stiftung Warentest. Die jeweilige letzte Aktualisierung des Preises wird für jedes Produkt angezeigt.
Zahnreinigung: 60 %
Seit 12/24 ermitteln wir die Reinigungsleistung der Zahnbürsten im internationalen Gemeinschaftstest: Dafür nutzen 30 Testpersonen jede Zahnbürste in zufälliger Reihenfolge unter Aufsicht im Prüfinstitut. Davor dürfen sie sich mindestens zwölf Stunden nicht die Zähne putzen. Eine Expertin, die keine Kenntnis über die genutzten Produkte hatte, beurteilt standardisiert vor und nach dem Putzen die Plaque-Menge pro Zahn. Dafür werden die Zahnbeläge eingefärbt.
Die Produkte werden anonymisiert – soweit dies möglich ist, ohne die Handhabung zu beeinträchtigen. Die Testpersonen putzen ihre Zähne nach einem festgelegten Ablauf für je zwei Minuten mit jeweils der gleichen Menge Zahnpasta mit geringem Abrieb. Ist laut Anbieter eine spezielle Zahnpasta erforderlich, wird diese genutzt.
Bis 12/23 ermittelten wir die Reinigungsleistung der Zahnbürsten mithilfe einer elektronisch gesteuerten Zahnputzmaschine. Hierfür beschichteten wir im Labor künstliche Zähne in einem Kiefermodell mit einem Belag aus Titandioxid. Die Zahnputzmaschine putzte die Zähne standardisiert. Anschließend analysierten wir die Entfernung der Beläge auf Basis digitaler Fotoaufnahmen, hierfür verwendeten wir ein Bildverarbeitungsprogramm. Von jedem Zahnbürstenmodell testeten wir jeweils sechs Geräte.
Handhabung: 30 %
Fünf Experten beurteilen, wie sich die verschiedenen Modelle handhaben lassen.
- Sie bewerten unter anderem, wie gut sie beim Zähneputzen mit den Bürsten an schwer erreichbare Stellen gelangen, wie handlich und wie laut sie sind.
- Wir beurteilen, ob eine Andruckkontrolle vorhanden ist und falls ja, ob sie geeignet ist, vor Schäden durch starkes Aufdrücken zu schützen. Dazu ermitteln wir die Kraft, ab der die Bürsten vor zu hohem Druck warnen: Ein halbiertes Zahnmodell wird auf einer Waage mit schneller Reaktionszeit fixiert, der Prüfbereich ist festgelegt. Die zu prüfende Zahnbürste wird so positioniert, dass die Borsten des Bürstenkopfs Kontakt mit der Zahnfläche und dem Zahnfleisch haben. Anschließend wird langsam Kraft auf die Zahnbürste gegeben, bis die Andruckkontrolle auslöst. Die fünf Experten prüfen unter anderem auch, wie gut das Signal wahrnehmbar ist.
- Die Experten bewerten zudem, ob ein Putzzeitsignal vorhanden und wie gut es wahrnehmbar ist.
- Sie überprüfen, wie sich Aufsteckbürste, Handstück und, sofern vorhanden, Ladestation reinigen lassen.
- Zudem untersuchen sie, ob eine deutschsprachige Gebrauchsanleitung mitgeliefert wird und wie ausführlich, leserlich, verständlich und übersichtlich diese ist.
- Bei der Stand- und Liegefestigkeit beurteilen sie, wie stabil das Handstück mit und ohne Ladestation steht und ob es beim Hinlegen wegrollt.
- Die Betriebszeit mit einer Akkuladung wird mit vollständig geladenem Akku unter den Bedingungen der unten beschriebenen Dauerprüfung ermittelt. Bei der Bewertung der Betriebszeit legen wir seit 12/24 strengere Anforderungen zugrunde.
Haltbarkeit: 5 %
Ab 12/23 gehen Haltbarkeit und Umwelteigenschaften nicht mehr zusammen mit insgesamt zehn Prozent, sondern separat mit je fünf Prozent ins Qualitätsurteil ein.
- Um zu prüfen, wie haltbar die Geräte sind, durchlaufen sie eine Dauerprüfung mit 2 250 Prüfzyklen. Jeder Zyklus besteht aus 4 x 2 Minuten Laufzeit. Zwischen den Läufen pausieren die Bürsten jeweils eine Minute, zwischen den Zyklen jeweils zehn Minuten. Auf diese Weise simulieren wir eine circa sechsjährige Benutzung durch zwei Personen. Während des gesamten Zyklus läuft ein Zahnpasta-Wasser-Gemisch über den Bürstenkopf.
- Wir führen bei Zahnbürsten für Erwachsene zusätzlich eine Fallprüfung durch. Hierbei lassen wir die Geräte fünfmal aus verschiedenen Positionen aus 70 Zentimetern Höhe auf einen Fliesenboden fallen. Die Fallprüfung führen wir in Anlehnung an Din EN 60335-2-52 durch.
- Bei der Dichtigkeitsprüfung setzen wir die eingeschalteten Zahnbürsten unter definierten Bedingungen Spritzwasser von allen Seiten aus. Anschließend kontrollieren wir, ob Wasser ins Gehäuse eingedrungen ist. Die Dichtigkeitsprüfung führen wir in Anlehnung an Din EN 60529:2014+2019 durch.
Umwelteigenschaften: 5 %
Wir ermitteln unter anderem den Standby-Stromverbrauch des Ladegeräts sowie den Stromverbrauch von Zahnbürste und Ladegerät bei einem Gebrauch von zweimal täglich zwei Minuten und Erhaltungsladung über 24 Stunden.
Des Weiteren erfassen wir, ob der Akku durch den Anwender oder die Anwenderin ausgetauscht werden kann. Dazu prüfen wir die mitgelieferten Gebrauchsanleitungen. Ist der Akku wechselbar, führen wir den Akkutausch und anschließend eine Dichtigkeitsprüfung durch. Seit 12/23 erfragen wir zudem bei den Anbietern, ob der Kundenservice den Akku wechseln kann.
Abwertungen
Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das Qualitätsurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die normale Gewichtung den Mangel nicht deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Die Stiftung Warentest wendet bei elektrischen Zahnbürsten folgende Abwertungen an:
- Seit 12/24 werten wir das Qualitätsurteil ab der Note Befriedigend für Zahnreinigung und Handhabung sowie ab der Note Ausreichend für Haltbarkeit und Umwelteigenschaften ab. Sind die Urteile gleich oder nur wenig schlechter als diese Noten, ergeben sich nur geringe negative Auswirkungen. Je schlechter die Urteile, desto stärker wirkt der jeweilige Abwertungseffekt.
- Bei mangelhafter Gebrauchsanleitung wird das Urteil für die Handhabung eine Note abgewertet.
- Lautet das Urteil für die Austauschbarkeit des Akkus Mangelhaft, können die Umwelteigenschaften maximal zwei Noten besser sein.
Bis 12/23 galt:
- Ist das Urteil für die Zahnreinigung Befriedigend oder schlechter, kann das Qualitätsurteil nicht besser sein.
- Ist der Prüfpunkt Handhabung Befriedigend oder schlechter, kann das Qualitätsurteil maximal eine halbe Note besser sein.
- Ein mangelhaftes Urteil für Haltbarkeit und Umwelteigenschaften führt zu einer Abwertung des Qualitätsurteils auf Mangelhaft. Ist dieses Urteil Ausreichend, kann das Qualitätsurteil nur eine Note besser sein.
- Haltbarkeit und Umwelteigenschaften sind seit 12/23 zwei verschiedene Gruppenurteile. Lautete das Urteil für Haltbarkeit im Test 12/23 Ausreichend oder schlechter, konnte das Qualitätsurteil nur eine Note besser sein.
Weitere Untersuchungen
Für die Untersuchung 12/23 prüften wir die weichen Kunststoffe der Handteile auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Phthalat-Weichmacher sowie auf kurz- und mittelkettige Chlorparaffine. Die Ergebnisse waren unauffällig. Gleiches gilt für drei neuartige Zahnbürsten in unserem Test 12/25. Sie prüften wir zusätzlich auf Chlorphenole, Holzschutzmittel und Schwermetalle.
Folgende Methoden setzten wir ein: Wir prüften auf
- kurz- und mittelkettige Chlorparaffine in Anlehnung an Din EN Iso 18219,
- Phthalat-Weichmacher nach Lösemittelextraktion mit Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS),
- Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) angelehnt an die GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK,
- Chlorphenole in Anlehnung an Din EN 17134–2,
- Holzschutzmittel mittels Gaschromatographie-MS nach Extraktion mit Toluol im Heizblock,
- Schwermetalle in Anlehnung an Din EN Iso 17294–2.
Zusätzliche Untersuchung von Apps
Wenn es für eine Zahnbürste eine App des jeweiligen Anbieters gibt, untersuchen wir ihr Datensendeverhalten: Wir lesen die Daten, die von den Apps bei der Verbindung mit dem Smartphone übertragen werden, mithilfe eines dazwischengeschalteten Proxy-Rechners aus, analysieren sie und entschlüsseln sie, falls notwendig. Ziel der Prüfung ist es, herauszufinden, ob Daten gesendet werden, die für das Funktionieren der App nicht nötig sind, wie zum Beispiel Gerätedaten oder Mobilfunkanbieter.
Die Bewertungskategorien für das Datensendeverhalten lauteten bis 2/23: unkritisch, kritisch, sehr kritisch. Seit 12/23 lauten die Bewertungskategorien für das Datensendeverhalten: Keine Mängel, sehr geringe Mängel, geringe Mängel, deutliche Mängel, sehr deutliche Mängel.
Kommentarliste
Nutzerkommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.
@swst2017: Wir haben unsere Prüfmethodik für die Zahnreinigung seit 2024 geändert. Statt einer Zahnputzmaschine nutzen wir inzwischen eine in-vivo-Methode mit Probanden. Abweichende Urteile können somit aus der Weiterentwicklung der Prüfmethode, aber auch aus Produktänderungen im Zeitraum 2021 bis 2025 resultieren.
Was ich nicht ganz verstehe, ist, warum Happybrush scheinbar sein Produkt verschlechtert hat? Im anderen Test 21 hatte es ja noch deutlich besser abgeschnitten?!
@holgeralfred: Die Oral B Pro haben wir 2023 getestet und mit "gut" bewertet. Das Testergebnis finden Sie nach wir vor in der interaktiven Tabelle. Laut Angaben des Anbieters vom November 2025 wird die Oral B Pro nicht mehr hergestellt.
Mir fehlen Hinweise auf die die guten "Oral B Pro", die anscheinend von den hier bewerteten "Oral B IO" abgelöst wurden.
Beide hätten verglichen werden müssen, um Hinweise darauf zu geben, ob sich der Umstieg lohnt.
So stelle ich fest, dass die "Oral B IO" nicht nur als Handstücke sehr teuer sind, sondern auch die "IO-Zahnbürsten" 200-300 % teurer als die "Oral B Pro-Zahnbürsten" sind.
Im Test fehlt auch der Hinweis, dass die Zahnbürsten nicht kompatibel sind.
Das ist heftig.
Die Tage ist mir meine dritte Philips Sonicare fast auf den Tag genau nach 2 Jahren kaputt gegangen. Ich bin davon überzeugt, dass das geplante Obsolenz ist und werde nun - auch aus Interesse am Gefallen - zu Oral-B wechseln.