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Berlin

"Gezielter Angriff auf unsere Werte": Schock nach Stein-Attacke auf schwule Bar

Ein vermummter Täter warf einen Pflasterstein durch die Glastür der gut besuchten Berliner Fetisch-Bar "Böse Buben". Zum Glück wurde niemand verletzt. Zu den Gästen gehörte auch ein Hamburger FDP-Politiker.


Der schwule Fetischclub "Böse Buben" befindet sich seit über zehn Jahren am Sachsendamm in Berlin-Schöneberg (Bild: Böse Buben e.V.)
  • 20. Januar 2026, 06:07h 3 Min.

Nach einem Steinwurf auf den schwulen Fetischclub "Böse Buben" in Berlin-Schöneberg hat sich die Bezirkspolitik empört gezeigt. "Dass Menschen andere Menschen und deren Schutzräume angreifen, ist nicht hinzunehmen. Tempelhof-Schöneberg steht für Vielfalt, Dialog und ein demokratisches Miteinander", teilte Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) in einer Pressemitteilung1 mit. Man werde die Polizei bestmöglich unterstützen.

Am späten Samstagabend hatte ein Täter einen Pflasterstein durch eine Glastür der gut besuchten Bar geworfen (queer.de berichtete2). Bei der Attacke wurde zum Glück niemand verletzt. Das Szenelokal wird von dem Verein Böse Buben e.V. betrieben und ist ein gut etablierter und vernetzter schwuler Fetischclub. Seit über zehn Jahren befindet sich das Lokal am Sachsendamm zwischen dem Bahnhof Südkreuz und dem S-Bahnhof Schöneberg.

Täter schob auch Glasflasche in die Lüftung

"Wir sind erschrocken und wütend über diesen Angriff", sagte Vereins-Vorstand Martin Schenk-von Waldow. "Auf unseren Kameras ist zu sehen wie eine vermummte Personen einen Stein durch die Scheibe des Notausgangs schleudert. Direkt dahinter befindet sich ein Aufenthaltsraum; der zu diesem Zeitpunkt gut besucht war. Zum Glück saß niemand unserer Gäste direkt hinter der Scheibe, denn der Stein wurde in den Raum auf den Boden geschleudert." Nach Angaben von Schenk-von Waldow hat der unbekannte Täter auch eine Glasflasche in die Lüftung geschoben. "Diese hätte im Ventilator zerplatzen und somit im gesamten Raum Glasscherben umherfliegen lassen können."


Der Club "Böse Buben" befindet sich in einem Hinterhof (Bild: Böse Buben e.V.)

Eine schnelle Reaktion auf den Angriff kam vom Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano. "Ich stehe in tiefer Solidarität mit den Betreibern und allen Gästen, die sich zur Tatzeit in den Räumen befanden", schrieb der SPD-Politiker am Sonntag auf Instagram3. "Queere Räume sind kein Freiwild. Sie sind Orte der Begegnung, des Feierns, der Selbstentfaltung und des Respekts – und sie verdienen Schutz und Anerkennung".

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In einer Pressemitteilung5 vom Montag forderten die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) eine lückenlose Aufklärung durch den Staatsschutz und eine konsequente Strafverfolgung. "Wer Steine gegen Scheiben wirft, nimmt Verletzungen und die Einschüchterung einer ganzen Community billigend in Kauf", sagte LSU-Landeschef René Powilleit. "Das ist keine Sachbeschädigung – das ist ein gezielter Angriff auf unsere Werte."

Hamburger FDP-Politiker unter den Gästen

Zu den Gästen gehörte auch der Hamburger FDP-Politiker Jimmy Blum. "Der Vorfall hat mich wirklich aufgewühlt. Ich hätte tot sein können!", sagte der gebürtige Hamburger dem "Hamburger Abendblatt"6 (Bezahlartikel). Als der Stein durch die Scheibe flog, habe er nur zwei Meter von der Tür entfernt in der Bar gestanden. "Es ist ein Glück, dass ich keine Splitter ins Auge bekommen habe." Die Gesellschaft verrohe, beklagte Blum gegenüber der Zeitung. Nur einen Tag später sei sein Ehemann am Hamburger Hauptbahnhof schwulenfeindlich attackiert worden. (mize/dpa)

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