Der Neubau des sogenannten Waisentunnels im Berliner U-Bahnnetz soll in diesem Frühjahr beginnen und nach seiner Fertigstellung mehr Stabilität im Zugsystem bringen. Kürzlich haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die planrechtliche Zulassung für die Erneuerung des baufälligen Tunnels erhalten, wie das landeseigene Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Bau soll demnach im Jahr 2030 abgeschlossen sein.
Betriebswerkstatt ohne Tunnel nur schwer erreichbar
Der Waisentunnel besteht den Angaben zufolge seit mehr als 100 Jahren und verläuft vom Alexanderplatz unter der Littenstraße und der Spree hindurch bis zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Seit acht Jahren ist er aus Sicherheitsgründen geschlossen, obwohl er die einzige Verbindung zwischen der Linie U5 und dem restlichen U-Bahnnetz ist.
Züge anderer Linien können auf dem Schienenweg nur über den Waisentunnel zur Betriebswerkstatt Friedrichsfelde gelangen. "Für einen dortigen Einsatz oder Werkstattaufenthalt müssen die U-Bahnen im Moment aufwendig und Wagen für Wagen auf Tiefladern durch die Stadt transportiert werden", teilte die BVG mit. Mit dem Neubau des Tunnels sollen die Wartungsarbeiten erheblich erleichtert werden.
Neubau soll in zwei Schritten erfolgen
Die Bauarbeiten unterhalb der Spree sollen ohne Einschränkungen für den Wasserverkehr erfolgen. Dafür werde der Abschnitt durch Stahlbetonschotten vom restlichen Netz getrennt, so dass kein Wasser dort eindringen kann. Dann werde der bisherige Tunnel zurückgebaut. Der Neubau erfolge dann in zwei Schritten, hieß es.
Im Mai 2025 hieß es noch, die Erneuerung des Waisentunnels starte Ende des Jahres und solle bis 2028 abgeschlossen sein.
Sendung: rbb24 Inforadio, 21.01.2026, 14:25 Uhr
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