Berlin – Polizisten stehen geschockt vor einer umgestürzten Terrassentür. Sie ist aus der Halterung gerissen und hat kurz zuvor einen fünfjährigen Jungen tödlich verletzt. Er ist das Bildnis eines tragischen Unfalls, der Eltern, Kinder und Erzieher erschüttert.
Am Montagvormittag kam es gegen 11 Uhr in der Kita „Adlerküken“ im Berliner Ortsteil Niederschöneweide zu dem verhängnisvollen Unglück. Elf Feuerwehrleute rasten zur Kita an der Straße Adlergestell.
Notärzte begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch das Kind konnte nicht gerettet werden.
Zwischenzeitlich waren neben einem Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr auch zwei Hubschrauber gelandet. Am Unglücksort war zudem ein Kriseninterventionsteam im Einsatz. Die Seelsorger betreuten zahlreiche traumatisierte Kinder, Kita-Mitarbeiter und Eltern.
Kita-Tür löste sich und traf Jungen
Die Berliner Polizei sperrte den Unglücksort mit Flatterband ab, Spanplatten sicherten den beschädigten Terrasseneingang, der zum Spielbereich im Freien führt. Die schwere Glastür hatte sich aus den Angeln gelöst und war nach innen in einen Raum gefallen. Dabei wurde der Junge tödlich getroffen.
Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Es muss geklärt werden, ob es sich um einen technischen Defekt handelt oder die Tür unsachgemäß geöffnet worden war. Ermittler der Kriminalpolizei (K1) sicherten Spuren, befragten Zeugen und versuchen nun, den Hergang zu rekonstruieren.
Kita äußert sich zum Unglück
Die Kita-Mitarbeiter bekundeten auf der Homepage der Einrichtung ihre Trauer: „Wir sind fassungslos, tief traurig und tragen selbstverständlich zur lückenlosen Aufklärung dieses Unfalls bei.
In Gedanken sind wir bei der Familie und allen Angehörigen des Kindes und drücken unser tief empfundenes Mitgefühl aus. Unseren Kolleg*innen sowie der gesamten KITA-Gemeinschaft wünschen wir ebenfalls unendlich viel Kraft in dieser schwierigen Situation.“