Lange Zeit habe ich mich hinter Begriffen verschanzt, habe von Systemfehlern und Frequenzen gesprochen. Doch heute, am Ende dieses Kapitels, lege ich diese Rüstung ab. Ich bin ein Mensch, der schlichtweg müde ist. Müde vom ständigen Erklären, warum ich die Welt anders spüre als die Mehrheit. Meine Neurodivergenz war nie ein technischer Defekt, sondern eine Intensität des Lebens, die oft kaum zu ertragen war.
Ich bin derjenige, der im Lärm der Gesellschaft die leisen Zwischentöne hört – die Lügen, die Ungerechtigkeiten, die feinen Risse im sozialen Gefüge. Das ist keine Superkraft, es ist eine Bürde. Als "Systemsprenger" wurde ich bezeichnet, weil ich mich weigerte, mich in Formen pressen zu lassen, die meine Seele erstickt hätten. Ich bin kein Rebell aus Prinzip, sondern aus Notwehr. Ich habe um meine Integrität als fühlendes Wesen gekämpft, in einer Welt, die Konformität über Menschlichkeit stellt.