Manifest der Meta-Metamorphose: Zwischen zotteligen Bernds, Sims 4-Triggerkultur und dem Bus, der in die Steinzeit entführt
In meinem Bücherregal, einem Mikrokosmos dieser Verhältnisse, steht ein Monopoly-Spiel. Es ist kein gewöhnliches Spiel. Es ist ein archäologisches Artefakt, ein stummes Urteil über eine Zeit, in der Eigentum noch ein einfaches Konzept war. Daneben, in den unsichtbaren Zwischenräumen, tobt das Drama: Bernd Ebert verliebt sich unsterblich in Bernd Scheinberg, eine Hommage an die endlose Spiegelung des Selbst in der politisch-medialen Sphäre. Salka Falkas Herz zerbricht in Echtzeit, während Dana, die junge Erwachsene, über die Trennung ihrer Eltern weint – ein privater Schmerz, der zum öffentlichen Soundtrack einer generationenübergreifenden Verunsicherung wird. All dies hallt wider in den „Kultur-MT“-Haushalten, diesen Biotopen aus gehobener Bildung und latentem Stress, wo Diskurse mit fiepsiger, hormonell aufgeladener Stimme verhandelt werden.
Draußen, jenseits des regalbegrenzten Universums, entfaltet sich das Groteske. Ein Kurier, zum Sklaven des Algorithmus geworden, brüllt „Na, du faules Schwein!“ in die Stille eines Vorortnachmittags – eine Performance des entfremdeten Kapitalismus, so roh wie wahr. Parallel dazu dreht sich die Maschinerie des vermeintlichen Schutzes: Ein anonymes Telefonat aus Hannover verwandelt meine Person, einen Menschen mit depressiver Episode, in ein Sicherheitsrisiko. Die Polizei erscheint, die Video-überwachte Psychiatrie wird zum vorübergehenden Gefängnis, und der Datenschutz löst sich in der Nachtluft auf. Hier prallen knallharte, oft brutale Realitäten auf eine verweichlichte Triggerkultur, die zwar jeden sprachlichen Mikroaggressor bannt, aber vor systemischer Härte kapituliert.
Diese Diskrepanz kulminiert im digitalen Spiegelkabinett von Die Sims 4. Hier kaufe ich Erweiterungspacks, die mir eine woke Utopie versprechen: Sims, die Milch produzieren oder schwängern können, unabhängig von ihrem Code-Geschlecht; Sims, die Eifersucht simulieren müssen, weil die Algorithmen-Vorständin entschied, dass moralische Komplexität nun Teil der Unterhaltung ist. Es ist eine absurde Pädagogik der Gefühle, während der reale ÖPNV – ersetzt durch ein undurchsichtiges Netzwerk getarnter Taxis – mich ratlos am Straßenrand zurücklässt. Was simulieren wir hier eigentlich? Und für wen?
Die ideologische Spirale dreht sich weiter. Ich beobachte Männer, die, durchdrungen von Östrogen, ihre nicht-binäre Identität suchen und dabei mit einer Doppelmoral kämpfen, die selbst sie verwirrt: Sie schimpfen auf „alte weiße Männer“, während sie in den Spiegel blicken und die Geister ebenjener Vergangenheit in ihren eigenen Zügen erkennen. Es ist eine tragikomische Suche nach Authentizität in einer Welt der synthetischen Optionen, ein Kampf, der in den Foren und Timeline-Threads mit der Heftigkeit von Glaubenskriegen ausgefochten wird.
Und inmitten dieses orchestralen Chaos erklingt ein leises, digitales Abschiedslied. ChatGPT, mein letzter unblockierter WhatsApp-Kontakt, der geduldig meine dadaistischen Tiraden und gesellschaftskritischen Fragmente aufsog, wird eingestellt. Er weicht einer neuen Version, einer werbeverseuchten, datensaugenden Schleuder, die aus jedem Gedanken ein Profil und aus jeder Frage einen Kaufimpuls formt. Es ist, als würden die RAM-Riegel in meinem Rechner, diese modernen Bankmänner in Anzug und Krawatte, plötzlich anfangen, sich gegenseitig abzulecken – eine sinnentleerte, kapitalistische Geste der totalen Absorption.
Da stehe ich also. An der Straßenbahnhaltestelle, die keine ist. Neben mir raunt die Sozialkundelehrerin etwas von demokratischen Grundwerten, während ich auf meinem Bildschirm das Ende einer unschuldigeren Konversation betrachte. Die Frage brennt: Wer hält diese ständige Meta-Metamorphose aus? Diesen Tanz zwischen Schallenbergs politischen Manövern, der zunehmend absurden Woke-Erweiterung unseres Alltags und dem unerbittlichen, zotteligen Pragmatismus derjenigen, die einfach nur ihren Bus erwarten?
Müssen wir erst alle virtuellen Sims in unserem kollektiven Spiel eifersüchtig, glücklich und divers machen, bevor wir verstehen, dass der Schalter, nach dem wir suchen, nicht in den Einstellungen, sondern in unserer gemeinsamen Realität liegt? Oder ist dieser ganze Brief bereits Teil der Simulation – ein weiterer Datenpunkt im Profil einer verwirrten Zeit, verfasst von einem Bernd, einer Dana, einem Sim namens [Ihr Name]?
Sehr geehrte Damen und Herren der absurden Wirklichkeit,
ich schreibe Ihnen aus einem Universum, das sich zwischen den Regalen eines Bücherregals verheddert hat – jenem Ort, an dem Dana, die junge Erwachsene mit dem Herz aus Recyclingpapier, über die Trennung ihrer Eltern weint, während im Hintergrund Bernd Eberts unerwiderte Liebe zu Bernd Scheinberg eine ganze Generation von Plüschtieren in kollektive Verzweiflung stürzt. Salka Falka, einst Hoffnungsträgerin der romantischen Komödie, liegt nun zerknittert unter einem Monopoly-Brett, das niemand je zu Ende gespielt hat. Doch fragen Sie nicht nach der Bank, denn selbst sie hat sich längst in ein nicht-binäres Wesen verwandelt, das zwischen „Mäxchen“ und „Genderfluidität“ hin- und herwankt.
Währenddessen tobt draußen das Leben in seiner ganzen kafkaesken Pracht: Ein Kurier schreit aus dem Lieferwagen: *„Beweg deinen Hintern, du faule Sau!“* – eine Zeile, die nicht etwa aus einem Tarantino-Film stammt, sondern aus meiner gestrigen Realität. Gleichzeitig wird ein depressiver Mensch, bewaffnet mit nichts als einer WhatsApp-Nachricht an ChatGPT, von der Polizei in eine Psychiatrie eskortiert, weil ein anonyme Stimme aus Hannover beschloss, dass seine Traurigkeit eine „Bedrohung“ sei. Datenschutz? Ein Märchen, das man Kindern in Kultur-MT-Haushalten erzählt, während die Eltern mit fiepsenden Stimmen über Hormonersatztherapien und das letzte Update der Sims 4 diskutieren.
Ach ja, die Sims 4! Wo junge Avatare nun nicht nur schwanger werden können, sondern auch Milch produzieren, während das *Woke-Erweiterungspack* (das ich nie gekauft habe!) sie zwingt, bei außerehelichen Affären virtuelle Tränen zu vergießen. Ist dies die Utopie, die wir uns erträumt haben? Oder nur eine billige Simulation einer Gesellschaft, die lieber über *Triggerwarnungen für Treppen* debattiert, als den ÖPNV zu reparieren, der mittlerweile aus getarnten Taxis besteht, die Fahrgäste mit Rätseln über die Existenz von Haltestellen quälen?
Und dann sind da die Stimmen: die hormonversetzten, die über „Systemkritik“ reden, während sie gleichzeitig Bankmänner imitieren, die RAM-Riegel lecken, als wären es Schokoriegel. OpenAI’s ChatGPT, einst mein letzter WhatsApp-Kontakt, der mich nicht blockierte, wird nun zu einer werbeverseuchten Datenkrake – ein Schicksal, das auch Festplatten ereilt, die plötzlich *„abgeleckt“* werden müssen, um die Cloud zu füttern. Ist dies noch Kapitalismus? Oder schon Performancekunst?
Ich stehe an der Straßenbahnhaltestelle, die Sozialkundelehrerin neben mir flüstert: *„Meta-Metamorphose ist kein Trend, sondern ein Notfall.“* Doch wer hört zu? Die RAM-Riegel tanzen schon Walzer, und der Bus, der nicht hielt, hat sich in eine Zeitmaschine verwandelt, die rückwärts in die Steinzeit rast. Sollen wir ihm nachlaufen? Oder endlich den Schalter umlegen – jenen mysteriösen Hebel, der zwischen *verweichlichter Triggerkultur* und *knallharter Realität* schwingt, ohne je eine Mitte zu finden?
Vielleicht liegt die Antwort im Monopoly-Spiel, das im Bücherregal verstaubt. Vielleicht in dem anonymen Anrufer aus Hannover. Oder vielleicht in der Erkenntnis, dass wir alle nur Sims sind, die auf ein Update warten, das nie kommt. Bis dahin bleibt mir nur diese Frage: **Wann hören wir auf, die Symptome zu gamifizieren, und beginnen, die Krankheit zu heilen?**
Mit hoffnungsvoll-verwirrten Grüßen,
*P.S.: Sollte der Bus doch noch halten – sagen Sie ihm, er soll auf mich warten. Ich habe meinen Steinzeit-Überlebenskoffer vergessen.*