Vor Treffen im Weißen Haus Trump bekräftigt Anspruch auf Grönland
Die USA wollen Grönland übernehmen. Das hat US-Präsident Trump vor einem Treffen mit Vertretern Dänemarks und Grönlands erneut deutlich gemacht. Die NATO solle "den Weg ebnen", sonst gehe die Insel an Russland oder China.
Kurz vor Gesprächen zwischen Dänemark und den USA im Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump seinen Anspruch auf Grönland bekräftigt. Die USA benötigten die Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die NATO solle dafür den Weg ebnen.
Dänemarks und Grönlands Außenminister für Gespräche in den USA
Geschehe das nicht, würde Grönland in die Hände von Russland oder China fallen, warnte Trump. Die NATO-Mitgliedschaft des zum Königreich Dänemark gehörenden Territoriums im Nordatlantik sei kein ausreichender Schutz für Grönland, so Trump weiter.
Er wischte damit einen Vorstoß der Europäer zur Verstärkung der NATO-Präsenz in der Arktis vom Tisch, mit dem unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz versucht hatte, den Streit zu entschärfen.
JD Vance hat sich auch angekündigt
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt sind am Nachmittag im Weißen Haus zu Gast.
Zu dem ursprünglich als Außenministertreffen geplanten Gespräch mit US-Chefdiplomat Marco Rubio meldete sich kurzfristig auch US-Vizepräsident JD Vance an. Das weckte Sorge vor einer konfrontativen Begegnung. Das Weiße Haus hatte eine gewaltsame Einnahme des halbautonomen Gebiets nicht ausgeschlossen.
US-Abgeordnete reisen nach Dänemark
Im Anschluss an das Treffen wollen Rasmussen und Motzfeldt zusammen mit dem dänischen Botschafter Senatoren des Arctic Caucus im US-Kongress treffen. Eine überparteiliche Delegation von US-Abgeordneten reist zudem Ende der Woche nach Kopenhagen, um sich mit dänischen und grönländischen Regierungsvertretern zu treffen.
Zwei US-Senatorinnen - die Demokratin Jeanne Shaheen aus New Hampshire und die Republikanerin Lisa Murkowski aus Alaska - haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Verwendung von Geldern des US-Verteidigungs- oder Außenministeriums für die Annexion oder Übernahme der Kontrolle über Grönland oder das Hoheitsgebiet eines NATO-Mitgliedstaates ohne dessen Zustimmung oder Genehmigung durch den Nordatlantikrat verbieten soll.
Dänemark will mehr Militär entsenden
Dänemark kündigte derweil einen Ausbau seiner Militärpräsenz auf Grönland und verstärkte NATO-Aktivitäten zum Schutz an.
Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot sagte dem französischen Sender RTL, dass die französische diplomatische Vertretung auf Grönland am 6. Februar ihre Arbeit aufnehmen solle. Die Entscheidung für die diplomatische Vertretung fiel bereits im vergangenen Sommer. Er warf den USA Erpressung vor.
Deutschland will kein Konsulat vor Ort eröffnen. Für die Vertretung der Deutschen dort sei nach wie vor die Botschaft in Kopenhagen zuständig, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin auf Anfrage. Deutschland werde aktuell auch von einem Honorarkonsul in Grönland vertreten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
Kürzere Handelswege nach Asien
Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil des NATO-Bündnisses. Die Insel ist von strategischer Bedeutung, weil das durch den Klimawandel bedingte Abschmelzen des Eises kürzere Handelswege nach Asien ermöglicht. Dies könnte auch die Gewinnung und den Transport unerschlossener Vorkommen von Mineralien erleichtern, die für den Bau von Computern und Mobiltelefonen benötigt werden.
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Kauf der riesigen, rohstoffreichen Insel gezeigt, was die Regierung in Kopenhagen jedoch entschieden zurückgewiesen hatte.