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Profitiert davon langfristig auch das Mikrobiom in den Zahntaschen? "Neue Zahnpasta stoppt Parodontitis-Erreger" (https://idw-online.de/en/news863916) - "PerioTrap Mikrobiom Zahnpasta 75 ml"
Gute Frage — und genau der Punkt, an dem PerioTrap spannend wird. Ich fasse dir zusammen, was sich aus den verfügbaren Informationen ableiten lässt, und wo die Grenzen liegen.
Die Fraunhofer-Forschenden haben einen Wirkstoff entwickelt, der gezielt nur Parodontitis‑Schlüsselkeime wie Porphyromonas gingivalis hemmt, ohne die übrige Mundflora zu schädigen. Das Unternehmen selbst beschreibt die Technologie ebenfalls als selektiv, mit dem Ziel, das gesunde orale Mikrobiom zu schützen.
Die Zahnpasta soll also:
P. gingivalis blockieren, statt es abzutöten
keine breitenwirksame antibakterielle Wirkung haben
dadurch das Mikrobiom stabil halten, statt es zu stören
P. gingivalis gilt als „Keystone‑Pathogen“: Schon geringe Mengen können das gesamte Biofilm‑Gleichgewicht kippen.
Wird dieses Bakterium gezielt ausgeschaltet, kann sich das Mikrobiom tendenziell wieder stabilisieren, weil der entzündungsfördernde Einfluss wegfällt.
Die Fraunhofer-Pressemitteilung betont ausdrücklich, dass das natürliche Gleichgewicht der Mundflora erhalten bleibt.
Es gibt noch keine veröffentlichten Langzeitstudien zur tatsächlichen Veränderung des subgingivalen Mikrobioms durch die Zahnpasta.
Auch klinische Daten speziell zu Zahntaschen (subgingivalen Nischen) fehlen in den öffentlich zugänglichen Quellen.
Basierend auf dem Wirkmechanismus:
Wenn P. gingivalis gehemmt wird, kann das Mikrobiom in den Zahntaschen langfristig profitieren, weil der Biofilm weniger dysbiotisch wird.
Das ist aber eine biologische Plausibilität, keine belegte klinische Tatsache.
Die Zahnpasta selbst wird beworben mit:
„Zielt spezifisch auf Plaque verursachende Bakterien, ohne das Mikrobiom zu stören“
Enthält Fluorid, Bisabolol und Silica-Nanosphären (also klassische Pflegekomponenten)
Das spricht für eine schonende, nicht-destruktive Wirkung — aber nicht für eine nachgewiesene subgingivale Regeneration.
Kurzversion: 👉 Ja, theoretisch kann das Mikrobiom in den Zahntaschen langfristig profitieren — aber es gibt noch keine klinischen Langzeitdaten, die das eindeutig belegen.
Etwas ausführlicher:
Der selektive Wirkmechanismus ist vielversprechend.
Die Technologie zielt darauf ab, Dysbiose zu verhindern, statt die gesamte Flora zu dezimieren.
Für echte Aussagen über „langfristige Mikrobiomverbesserung in Zahntaschen“ braucht es Studien, die bisher nicht öffentlich verfügbar sind.
Wenn du möchtest, kann ich dir auch erklären, wie P. gingivalis das Mikrobiom überhaupt kippt — das ist biologisch ziemlich faszinierend.