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Polizei ermittelt Kältebus der Berliner Stadtmission ausgebrannt
Kältebus der Berliner Stadtmission abgebrannt. (Quelle: privat)
00:45 Min
Audio: rbb24 Inforadio | 28.12.2025 | Miriam Berger | privat

In Berlin-Moabit ist am frühen Sonntagmorgen ein Kältebus der Berliner Stadtmission in Brand gesetzt worden. Dabei wurde ein zweiter, daneben abgestellter Kältebus beschädigt, wie die Stadtmission und die Berliner Polizei mitteilten.

Laut Polizei hat ein Zeuge gegen 3 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Er hatte beobachtet, wie eine unbekannte Person in der Seydlitzstraße bei den Kältebussen stand, von denen einer kurz darauf in Flammen aufging. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.

Beide Kältebusse könnten nun keine obdachlosen Menschen von der Straße in Notunterkünfte bringen, sagte Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi. Das sei bei den aktuellen Temperaturen "dramatisch und lebensgefährlich". Aktuell sinken die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt.

Stadtmission: Im Schnitt 120 Anrufe in der Nacht

Die Berliner Stadtmission besitzt noch einen dritten Kältebus. Zudem habe der gemeinnützige Träger Gewebo kurzfristig einen Bus mit Rollstuhlrampe zur Verfügung gestellt, teilte die Stadtmission mit. Das Deutsche Rote Kreuz betreibt in Berlin ebenfalls einen Bus ("Wärmebus").

Die Kältebusse werden von rund 60 Ehrenamtlichen gefahren und betreut, sie bringen Schlafsäcke, heißen Tee und Suppe zu Obdachlosen - oder fahren diese in eine Notunterkunft, um sie vor einem Kältetod zu bewahren, wenn die Betroffenen das wünschen.

"In Nächten wie diesen ist die Anrufrate hoch, da gehen im Schnitt 120 Anrufe und mehr ein", berichtete Stadtmissionsprecherin Barbara Breuer. "Nicht alle Menschen wollen aber in eine Notunterkunft gebracht werden, manchen reicht auch ein Schlafsack und ein Tee." Breuer betont: "Mit zwei Bussen kann man natürlich nicht das schaffen, was sonst drei schaffen." Die Stadtmission hofft nun auf Spenden, damit die Kältebusse bald wieder nutzbar sind.

Die Kältehilfe mit Notübernachtungsplätzen hat am 1. Oktober begonnen, seit dem 1. November sind die Kältebusse wieder im Einsatz. Laut der Stadtmission sind Kältebusse seit 1994 unterwegs. Während des vergangenen Winters hatten die drei Kältebusse der Stadtmission insgesamt 2.100 Menschen in Unterkünfte bringen können.

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Sendung: rbb24 Inforadio, 28.12.2025, 16:00 Uhr

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