Icon Pfeil zurück Start
Berliner Stadtmission Weiterer Kältebus angezündet - Haftbefehl gegen Tatverdächtigen erlassen
Der zweite Kältebus der Berliner Stadtmission, der am 01.01.2026 angezündet wurde. (Quelle: Barbara Breuer, Sprecherin Stadtmission)
ARD Player Poster
Web Topvideo Kaeltebus angezuendet rbbWeb Topvideo Kaeltebus angezuendet rbb
2 Min
Video: rbb|24 | 02.01.2026 | Material: rbb | Barbara Breuer, Sprecherin Stadtmission
  • Erneut Kältebus der Berliner Stadtmission angegriffen
  • Mitarbeitende der Stadtmission mit Feuerlöschern zur Stelle
  • Tatverdächtiger in der Lehrter Straße in Moabit gestellt
  • Mutmaßlicher Täter war betrunken und ist ohne festen Wohnsitz

Der Mann, der an Neujahr einen Kältebus der Berliner Stadtmission angezündet haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Ein Richter habe am Freitag einen Haftbefehl erlassen, sagte die Polizei dem rbb.

Es handelt sich den Angaben zufolge um einen 43-Jährigen ohne festen Wohnsitz, der bereits polizeibekannt war. Eine Atemalkohol-Messung hatte bei ihm einen Wert von 1,6 Promille ergeben. Ein mögliches Tatmotiv ist bislang unbekannt. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass er auch den Service des Vereins in Anspruch genommen haben könnte", sagte Polizeirecherin Jennifer Bähle dem rbb.

Dem 43-jährige Mann wird vorgeworfen, am Donnerstagnachmittag in Moabit einen Kältebus der Hilfsorganisation in Brand gesetzt zu haben. Er war von Mitarbeitern der Berliner Stadtmission dabei beobachtet und festgehalten worden. Ob er auch für die Brände weiterer Kältebusse der Stadtmission verantwortlich ist, werde durch ein Brandkommissariat geprüft, sagte die Polizeisprecherin.

Der zweite Kältebus der Berliner Stadtmission, der am 01.01.2026 angezündet wurde. (Quelle: Barbara Breuer, Sprecherin Stadtmission)

Berliner Stadtmission: Bus fahruntauglich

Den Vorfall an Neujahr hatte die Berliner Stadtmission bereits selbst am Neujahrsabend auf Instagram öffentlich gemacht. Ein Mitarbeiter hätte gemeinsam mit einer Sicherheitsfirma einen mutmaßlichen Tatverdächtigen auf frischer Tat ertappt und so lange festgehalten, bis die alarmierte Polizei den Mann übernahm. Eine Polizeisprecherin bestätigte diese Darstellung. Mit Feuerlöschern gelang es Mitarbeitenden der Stadtmission den Brand zu löschen. "Das Fahrzeug ist im Frontbereich so stark beschädigt, dass es nicht mehr fahrbereit ist", erklärte Hauptkommissarin Jennifer Bähle.

"Wir sind dankbar, dass der Fall so vermutlich abgeschlossen werden kann und unsere Kältebusse und Mitarbeitenden wieder sicher sind", heißt es in der Instagram-Story weiter. Die Kriminalpolizei ermittelt, ob es sich bei dem Mann um denjenigen handelt, der bereits am vergangenen Wochenende zwei Kältebusse angezündet hatte.

Instagram-Story Kältebus der Berliner Stadtmission zum erneuten Übergriff. (Instagram: berliner_stadtmission)

Nach erster Attacke erreichte Stadtmission Welle der Solidarität

Nach dem Angriff vom vergangen Sonntag erlebte die Berliner Stadtmission eine große Welle der Solidarität. Die Stiftung der Deutschen Bahn spendete 70.000 Euro für neue Fahrzeuge, die Gebewo lieh der Stadtmission einen Bus. Zahlreiche Privatpersonen und andere Stellen hatten Spendenbereitschaft signalisiert. "Danke für euren Zuspruch und eure Unterstützung die letzten Tage", hieß es in der am Donnerstagveröffentlichten Instagram-Story.

Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) zeigte sich am vergangenen Sonntag über den mutmaßlichen Angriff erschüttert. "Wer Fahrzeuge zerstört, die dazu da sind, Menschen vor dem Erfrieren zu schützen, greift nicht nur Sachwerte an, sondern gefährdet unmittelbar Leben", teilte die Senatorin auf Instagram mit. "Die Kältebusse sind für viele der letzte Rettungsanker, der Weg in eine warme, sichere Unterkunft. Dass nun genau diese Hilfe mutwillig angegriffen wurde, ist unerträglich."

Die Beschädigung der Busse sei angesichts der Minusgrade dramatisch und lebensgefährlich für viele Menschen, hatte Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi nach dem ersten Übergiff erklärt. Jede Nacht würden die Stadtmission 120 Anrufe erreichen.

Sendung: rbb|24, 02.01.2026, 20:26Uhr

Berlin

Kommentarfunktion geschlossen

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

86 Kommentare

  • Thorsten L

    Warum den Ast sägen, auf dem man sitzt?

    0 Antworten
  • Verwaltungsfreund

    Antwort @An... Wir spenden und das ist gut. Aber diese heutige Schagzeile ist ein Schlag ins Gesicht aller Obdachlosen und Armutsrentner: Privates Geldvermögen steigt über zehn Billionen Euro Deutschlands Privathaushalte werden in Summe immer reicher. Laut Berechnungen einer Bank trifft das auch auf das vergangene Jahr zu.

    • Jette p.

      Das Wort "Reich" ist hier vielleicht nicht angebracht. Eventuell werden die Privathaushalte klüger und kaufen nicht mehr jeden Mist. Die eventuelle Zukunft vor Augen.

  • JWD

    Warum jammern die Deutschen und reden alles schlechter, als es ist? Das Geldvermögen der Menschen in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Das nominale Geldvermögen 2025 im Vorjahresvergleich sei um rund sechs Prozent oder knapp 600 Milliarden Euro gestiegen und beträgt seitdem 10,03 Billionen Euro, teilte die DZ Bank auf Basis vorläufiger Berechnungen mit. 2024 war das private Geldvermögen demnach noch um 7,5 Prozent gestiegen. Laut der Analyse wächst das Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland seit Jahren, weil die Menschen hierzulande viel sparen. So hätten die Menschen in Deutschland geschätzt 10,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens gespart. Das sind 11,2 Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als im langfristigen Vor-Corona-Durchschnitt von 10,3 Prozent.

    • E. Arnold

      Ja, die einen jammern, weil sie immer noch nicht genug haben, die anderen (und das sind nicht wenige) "jammern" im Gegensatz zu ersteren zu Recht, weil sie an diesem immensen Barvermögen so gut wie keinen Anteil haben.

Mehr bei rbb|24