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Liveticker Brand an Kabelbrücke +++ Stromausfall im Berliner Südwesten +++ Notunterkünfte eingerichtet +++ Polizei hält Anschlag für möglich +++
Die Berlinerin Bonnie geht mit Handylicht durch den Bahnhof Wannsee nach einem Stromausfall. Nach dem Brand einer Kabelbrücke ist im Südwesten Berlins für 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe der Strom ausgefallen. (Quelle: dpa/Kappeler)
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rbb Spezial Stromausfall Südwesten Berlinrbb Spezial Stromausfall Südwesten Berlin
22 Min
Video: rbb spezial | 03.01.2026 | Raiko Thal | dpa/Kappeler
  • seit Samstagmorgen haben weite Teile von Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde keinen Strom
  • Kabelbrücke über Teltowkanal brannte - Polizei ermittelt wegen Verdachts der Brandstiftung, Bekennerschreiben wird geprüft
  • Störung bleibt für viele womöglich bis Donnerstag bestehen
  • rbb sendet spezial um 20:15 Uhr

Im Südwesten von Berlin ist am Samstagmorgen in weiten Teilen der Strom ausgefallen. Große Teile von Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde sind betroffen. In dem Gebiet sind rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Gewerbekunden von der Energieversorgung abgeschnitten. Erwartet wird, dass ein Gros der Betroffenen bis Donnerstag ohne Strom bleiben könnte.

Grund für den Ausfall war eine brennende Kabelbrücke über den Teltowkanal, nahe des Kraftwerks Lichterfelde. Das Feuer ist gelöscht, die Polizei ermittelt wegen Verdacht auf Brandstiftung - und prüft ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf Echtheit. Zeitweise starker Schneefall und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt verschärfen das Problem für die Anwohner.

Einsatzkräfte der Polizei stehen an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal. Nach dem Brand einer Kabelbrücke ist im Südwesten Berlins für 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe der Strom ausgefallen. (Quelle: dpa/Kappeler)
Der Zugang zu der betroffenen Kabelbrücke über den Teltowkanal - auch so schon durch einen hohen Zaun gesichert und eigentlich verschlossen.

+++ Die aktuellen Entwicklungen im Liveticker +++

22:17 Uhr: Drei Notunterkünfte eingerichtet

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf konnte bislang an drei Standorten eine Notunterkunft einrichten.

 

  • Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43, 14169 Berlin
 
  • Sporthalle der Zinnowwald Grundschule, Wilskistraße 78, 14163 Berlin
 
  • Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf, Teltower Damm 18, 14169 Berlin (Eingang über Kirchstraße 1/3)

 

Am Sonntag wollen außerdem mehrere Kirchgemeinden Räume öffnen, an denen sich Menschen aufwärmen oder ihre Handys aufladen können. Mehr Informationen dazu, finden Sie hier.

Licht aus in Zehlendorf, ganze Kieze liegen am 3. Januar im Dunkeln (Quelle: rbb/Sebastian Schneider)
Ganze Straßenzüge liegen am Abend des 3. Januar im Dunkel

21:27 Uhr: Polizei will in betroffenen Kiezen mehr Streife fahren

Die Polizei hat angekündigt in den Stadtteilen und Wohnvierteln, die aktuell im Dunkeln liegen, verstärkt Streife zu fahren. Rund 300 Beamte seien in dem Gebiet zusätzlich im Einsatz. Bestimmte Bereiche sollen ausgeleuchtet werden. Rat- oder hilfesuchende Menschen könnten sich auch an jeden Polizisten wenden, hieß es.

21:05 Uhr: Ersatzverkehr eingerichtet

Für die Linie S1 ist zwischen den Stationen Wannsee und Zehlendorf ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Auf der Linie S7 besteht ein solcher Ersatzverkehr zwischen den Stationen Grunewald und Potsdam Hauptbahnhof. Die Busse starten und Enden in Berlin am S-Bahnhof Messe Süd.

Die Regionalzüge RE1 und RE7 können aktuell nicht zur Umfahrung genutzt werden, berichtet die S-Bahn Berlin [sbahn.berln].

20:53 Uhr: "Vulkangruppe" schickt mutmaßliches Bekennerschreiben

War ein Anschlag Auslöser für den Stromausfall im Berliner Südwesten? In einem Schreiben, das rbb|24 vorliegt, bekennt sich die anarchistische "Vulkangruppe" zu dem Brand in der Nähe eines Kraftwerks.

In dem Schreiben werden Details zum Brandgeschehen genannt. Ob diese Angaben tatsächlich korrekt sind, ist derzeit unklar. Die Echtheit sei noch nicht bestätigt, teilte die Polizei Berlin am Abend auf rbb-Anfrage mit.

Laut ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg wird das Schreiben in Sicherheitskreisen für plausibel gehalten. Das Vorgehen decke sich mit früheren Anschlägen auf Stromanlagen, so Götschenberg weiter.

19:54 Uhr: Rathaus Zehlendorf öffnet Saal für Wärmesuchende

Der Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf ist nun für Menschen offen, die sich aufwärmen wollen. Das sagte Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Bündnis 90/Die Grünen) der rbb24 Abendschau. In den kommenden Stunden und auch am Sonntag sollen weitere Notunterkünfte geöffnet werden. Dort würden warme Getränke ausgegeben, in einigen werden auch Betten aufgestellt.

Schellenberg hofft auf Unterstützung von anderen Bezirken und von der Senatsverwaltung. Das Problem könne aufgrund der hohen Zahl betroffener Haushalte nicht allein vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf gestemmt werden, hieß es.

19:04 Uhr: Erste Notunterkunft eingerichtet

In einem Sportcenter im Hüttenweg hat das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf einen Betreuungspunkt eingerichtet. Dort stehen auch Betten bereit für Menschen, deren Wohnungen zu kalt sind. Weitere Notunterkünfte sollen folgen.

Der Bezirk teilte mit: "Da der Stromausfall noch auf unbestimmte Zeit andauern wird, weichen Sie bitte auf Familie, Freunde und Bekannte aus." Es stehe zudem die Notunterkunft im Hüttenweg 43 zur Verfügung. "Informationen über weitere Notunterkünfte werden schnellstmöglich veröffentlicht."

18:42 Uhr: Giffey spricht von besonders schwerwiegendem Ausfall

Der Stromausfall im Berliner Südwesten ist laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) besonders schwerwiegend: "Das Ausmaß ist größer als bei dem Stromausfall in Adlershof im September 2025." Die Reparaturarbeiten seien "anspruchsvoll" und würden "durch die Witterung und den Bodenfrost zusätzlich erschwert". In Giffeys Verwaltungsbereich föllt auch das Thema Energiesicherheit.

18:14 Uhr: Wegner hofft auf schnelle Aufklärung

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dringt auf schnelle Aufklärung des Kabelbrandes. "Der Schutz unserer kritischen Infrastruktur hat für den Senat oberste Priorität", erklärte der CDU-Politiker. "Wir unterstützen die laufenden Arbeiten und die Ermittlungen zur Ursache des Brandes mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln." Und weiter: "Der Senat setzt alles daran, Sie schnellstmöglich wieder mit Energie zu versorgen." Die Verwaltungen arbeiteten im Krisenstab eng zusammen.

17:53 Uhr: S-Bahnen zwischen Berlin und Potsdam gestört

Die S7 fährt aktuell nicht zwischen Westkreuz und Potsdam Hauptbahnhof. Der Störungsmelder der S-Bahn Berlin zeigt an, dass ein Stellwerk ausgefallen sei.

Auf der Linie S1 werden mehrere Bahnhöfe am südlichen Streckenende derzeit nicht angefahren - betroffen sind die Stationen Mexikoplatz, Schlachtensee, Nikolassee und Wannsee. Die S1 endet in Zehlendorf.

Eine Mitarbeiterin der S-Bahn bringt während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins am S-Bahnhof Mexikoplatz ein Hinweis auf Schienenersatzverkehr an. An dem Bahnhof halten keine Züge mehr, da der Bahnsteig nicht beleuchtet ist. (Quelle: dpa/Gollnow)
Am S-Bahnhof Mexikoplatz halten keine Züge wegen des Stromausfalls.

17:15 Uhr: Polizei prüft Bekennerschreiben

Die Berliner Polizei prüft, ob ein Bekennerschreiben zu einem möglichen Anschlag auf das Berliner Energienetz echt ist. Laut einer Pressesprecherin der Polizei lägen Anhaltspunkte vor, dass das Schreiben authentisch sein könnte. Eine abschließende Bewertung liege aber noch nicht vor. Das Schreiben wurde am Samstagnachmittag auch der Redaktion rbb|24 geschickt.

Ersatzleitungen werden bei Bauarbeiten in der Osdorfer Straße nach dem Brand einer Kabelbrücke errichtet. (Quelle: dpa/Ukas)
Bauarbeiter legen Ersatz-Stromleitungen an der Osdorfer Straße

17:10 Uhr: Notunterkünfte werden eingerichtet

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und mehrere Hilfsorganisationen wollen Notunterkünfte für betroffene Menschen einrichten. Turnhallen oder andere passende Gebäude sollen bis zum Abend bereitgestellt werden, hieß es von der Feuerwehr. Die Anzahl und die genauen Orte stünden noch nicht fest.

In vielen Häusern und Wohnungen laufen wegen des fehlenden Stroms die Heizungen nicht. Auch warmes Wasser fehlt zum Teil. Kühlschränke und Tiefkühltruhen fallen ebenso aus wie Herde.

16:59 Uhr: rbb24 spezial "Blackout in Berlin - 45.000 ohne Strom"

Das rbb Fernsehen sendet um 20:15 Uhr das zehn- bis 15-minütige rbb24 spezial "Blackout in Berlin - 45.000 ohne Strom".

16:53 Uhr: Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sichergestellt

Trotz des Stromausfalls läuft die Wasserversorgung im Berliner Südwesten normal. Das sagte Sprecher Stephan Natz auf Anfrage von rbb|24. Das Wasserwerk Beelitzhof am Wannsee, das drittgrößte in Berlin, laufe aktuell mit Notstrom. Natz geht davon aus, dass das Wasserwerk mehrere Tage über Diesel-Aggregate notversorgt werden könne, da die Werke in der Nähe ein Tanklager betreiben. "Bis auf Weiteres ist die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ganz normal sichergestellt", so Natz.

Zwischenzeitlich hätten auch elf Abwasserpumpen über mobile Notstromaggregate betrieben werden müssen, sagte er. Die liefen am Nachmittag aber wieder normal. Keine Abwässer würden ungeklärt ablaufen.

Natz wies darauf hin, dass Menschen in Hochhäusern allerdings mit Einschränkungen rechnen müssten. Die Wasserwerke garantieren, den Wasserdruck bis zur Traufhöhe festzuhalten – also bis zu einer Höhe von 22 Metern. In Hochhäusern wird über Druckerhöhungsleitungen sichergestellt, dass auch in den oberen Etagen ausreichend Wasserdruck besteht. Diese Gebäudetechnik sei sehr wahrscheinlich von dem Stromausfall betroffen.

15:05 Uhr: Stromausfall in Berlin wohl bis Donnerstagnachmittag

Der Stromausfall könnte nach Einschätzung von Stromnetz Berlin für den größeren Teil der Zehntausenden Betroffenen bis nächsten Donnerstagnachmittag dauern. Grund ist der sehr aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand einer Kabelbrücke über den Teltow-Kanal, wie ein Sprecher mitteilte. Der Netzbetreiber hofft eigenen Angaben zufolge aber, rund 10.000 Haushalte im Bereich Lichterfelde ab dem späten Samstagabend aus anderen Netzteilen wieder zu versorgen [stromnetz.berlin].

14:42 Uhr: Die S-Bahnen fahren, doch Anzeigen sind ausgefallen

Die Anzeigetafeln am S-Bahnhof Schlachtensee sind auf Grund des Stromausfalls außer Betrieb. (Quelle: rbb/Krämer)
Wann die Bahn kommt sieht man nicht - aber der Strom, mit dem sie fährt, funktioniert. Hier der S-Bahnhof Schlachtensee.

14:36 Uhr: Mobilfunk teilweise ausgefallen

Teilweise betrifft der Ausfall nicht nur das Stromnetz, sondern auch das Mobilfunknetz. Unter anderem ist nach rbb-Informationen das Netz von Vodafone in der Gegend um den Schlachtensee betroffen. Die Polizei ruft Anwohner dazu auf, sich im Notfall an eine der folgenden Polizeidienststelle zu wenden.

  • A 43 – Alemannenstr. 10, 14129 Berlin
  • A 44 – Götzstr. 6, 12099 Berlin
  • A 45 – Augustaplatz 7, 12203 Berlin
  • A 46 – Gallwitzallee 87, 12249 Berlin

Laut Feuerwehr können Anwohner auch an folgenden Orten Hilfe in Notsituationen bekommen:

  • Rathaus Wannsee (Chausseestraße / Königstraße)
  • Mexikoplatz
  • Carl-Schumann-Sportanlage (Osdorfer Straße 52)

Um darüber zu informieren fahre die Polizei eigenen Angaben zufolge mit Lautsprecherwagen durch betroffene Wohngegenden.

14:15 Uhr: Polizeisprecher Martin Stralau über den Ermittlungsstand

Der Polizeisprecher Martin Stralau am 03.01.2026 bei einem Pressestatement anlässlich eines großflächigen Stromausfalls in Steglitz-Zehlendorf (Quelle: rbb).
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00:46 Min
rbb24 Abendschau: "Es wird auch Drohnentechnik zum Einsatz kommen"

13:47 Uhr: Berliner Feuerwehr macht keine Hoffnung für schnelle Lösung

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Wann die Stromversorgung wieder hergestellt wird, ist noch unklar. Es ist mit einem längeren Ausfall zu rechnen. (...) Stromnetz Berlin arbeitet so schnell es geht an einer Lösung des Problems. Momentan ist nicht absehbar, wie schnell es behoben werden kann. Es muss momentan davon ausgegangen werden, dass der Stromausfall länger andauert.

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Berliner Feuerwehr am Samstagmittag

13:42 Uhr: Feuerwehr erwägt Kat-"Leuchttürme", um Strom zu bieten

Nach dem Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf prüft die Feuerwehr den Aufbau von sogenannten Kat-Leuchttürmen, um den Betroffenen etwas Strom bieten zu können. Derzeit erfolge dazu der Austausch mit dem Bezirk und den Hilfsorganisationen, hieß es.

Das sind sogenannte Kat-Leuchttürme

Ladestation im Katastrophenschutz-Leuchtturm Schwarzheide (Foto: rbb/Manske)

Die Katastrophenschutz-Leuchttürme sind Anlaufstellen für die Bevölkerung, wo etwa Mobiltelefone rund um die Uhr aufgeladen werden können sowie Informationen und Hilfsangebote bei Krisensituationen angeboten werden.

 

Türme sind die Anlaufstellen nicht. Die metaphorische Bezeichnung "Leuchtturm" bezieht sich darauf, dass mit Notstrom versorgte Stellen in einer stromausfall-bedingten Dunkelheit wie Orientierungspunkte für Hilfesuchende wirken würden, ähnlich wie Leuchttürme am Meer. Sie ermöglichen es unter anderem, Notrufe abzusetzen und Kontakt zu Behörden und Rettungskräften herzustellen – besonders wichtig, wenn Telekommunikationsnetze ausfallen. Das funktioniert über ein autarkes Krisenkommunikationsnetz (KKS), das unabhängig von Stromnetz und Telekommunikation operiert.

 

Katastrophenschutz-"Leuchttürme" werden in bereits vorhandenen, notstromversorgten öffentlichen Gebäuden eingerichtet. Typische Standorte sind zum Beispiel Schulen und Sporthallen, Gemeindehäuser, Bezirksämter und Bürgerämter, Kindergärten oder Kirchengemeindehäuser.

13:41 Uhr: Anwohnerin: "Dauert es ein paar Tage, wird's kritisch"

Die Zehlendorferin Ingried berichtet dem rbb am 03.01.2026 über die Auswirkungen des großflächigen Stromausfalls im Berliner Südwesten auf sie persönlich (Quelle: rbb).
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00:54 Min
rbb24 Abendschau: Anwohnerin Ingrid über ihren Morgen ohne Strom in Zehlendorf

13:25 Uhr: Polizei prüft auch politisch motivierte Tat

Dass eine Brandstiftung für das Feuer auf der Kabelbrücke über den Teltowkanal verantwortlich ist, liegt nahe - ist aber noch offen, wie die Polizei sagt. Abhängig von den Ergebnissen werde womöglich auch der Staatsschutz eingeschaltet, der für politische Straftaten zuständig ist, sagte ein Polizeisprecher. "Wir sind ganz am Anfang der Ermittlungen", sagt der Sprecher.

Von der Dimension ist dieser Stromausfall nach Angaben von Stromnetz Berlin vergleichbar mit einem ähnlichen Fall im September im Südosten Berlins. Auch dort ging es um etwa 50.000 Kunden. Der Stromausfall zog sich über Tage hin, es war der längste seit 25 Jahren in Berlin. Ursache damals war ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten, mutmaßlich verübt von linksextremen Tätern.

12:57 Uhr: Es dürfte kalt in vielen Wohnungen und Häusern werden

Bei 0 Grad Celsius und Schneefall dürfte es nach dem inzwischen stundenlangen Stromausfall in den betroffenen Gebieten im Südwesten inzwischen deutlich ungemütlicher in den Wohnungen und Häusern sein - und nachts sollen es bis zu fünf Grad minus werden. Da auch Heizungen meist nur mit Strom funktionierten - zum Beispiel für Pumpen oder Regler - sei es sehr wahrscheinlich, dass auch Menschen im Kalten säßen, sagte der Sprecher der Stromnetz Berlin GmbH, Henrik Beuster, der Deutschen Presse-Agentur (DPA) am Mittag. Auch Pflegeheime und Krankenhäuser seien betroffen, ergänzte er. Kliniken seien meist sehr gut auf Stromausfälle vorbereitet, das sei etwas "was sie üben und was sie können", sagte Beuster.

"Aufgrund des Stromausfalls kann es auch zu Heizungsausfällen kommen", schreibt die Polizei auf der Plattform X. "Prüfen Sie daher, ob Sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Nutzen Sie Mobiltelefone sparsam. Denken Sie an ältere oder hilfsbedürftige Personen und bieten Sie Hilfe an. Halten Sie für die Abendstunden Taschenlampen oder batteriebetriebene Leuchten bereit." Wie lange es dauert, bis Strom und Heizung wieder funktionieren, ist momentan völlig offen.

12:28 Uhr: Mehrere Supermärkte müssen geschlossen bleiben

Auch im Edeka in der Sundgauer Straße nahe des gleichnamigen S-Bahnhofs ging ab dem Morgen nichts mehr - der Supermarkt musste wegen des Stromausfalls geschlossen bleiben. Auch andere Märkte wie beispielsweise ein Aldi in Lichterfelde, Drogeriemärkte und Cafés blieben zu.

 

«Aufgrund von Stromausfall geschlossen» steht auf einem Schild vor einem Supermarkt. Nach dem Brand einer Kabelbrücke ist im Südwesten Berlins für 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe der Strom ausgefallen. (Quelle: dpa/Kappeler)
In diesem Edeka geht heute nichts - aber auch die Konkurrenz von Aldi und Co. in der Nähe hat es nicht besser.

11:52 Uhr: Feuerwehr verlegt Patienten und Bewohner von Seniorenheimen

Wie Vinzenz Kasch, der Sprecher der Berliner Feuerwehr, dem rbb sagte, sind auch mehrere Seniorenheime und andere Einrichtungen von den Folgen des Stromausfalls betroffen. Die Feuerwehr habe in Rettungswagen Patienten und Heimbewohner aus zwei Einrichtungen in dem betroffenen Gebiet verlegen müssen, sagte Kasch am Samstag dem rbb. Gebraucht werde die Feuerwehr unter anderem auch, wenn Aufzüge stecken geblieben seien.

rbb24 Abendschau-Reporter Phil Beng am 03.01.2026 vor dem Krankenhaus Waldfriede in Berlin anlässlich des großflächtigen Stromausfalls (Quelle: rbb).
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WaldfriedeStromausfallWaldfriedeStromausfall
00:18 Min
rbb24 Abendschau-Reporter Phil Beng: "Normalbetrieb in Krankenhaus trotz Notstroms"

11 Uhr: Die betroffenen Gebiete in Steglitz-Zehlendorf

Auf dieser Karte der Stromnetz Berlin sieht man die Orte markiert, an denen der Strom ausgefallen ist. Die unterschiedlichen Farben haben laut Stromnetz technische Gründe. Straßen in angrenzenden Brandenburger Gemeinden sind nach bisherigem Stand nicht betroffen.

Karte der am 03.01.2026 von einem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten betroffenen Stadtteile, Stand: 11:44 Uhr (Quelle: Stromnetz Berlin).
Die laut Stromnetz betroffenen Gebiete in Steglitz-Zehlendorf. Stand: 11 Uhr.

10:17 Uhr: Die brennende Kabelbrücke

Nur eine kurze, kleine Brücke - aber mit ungeheuer wichtiger Bedeutung, wie man nun sehen kann. Die Kabelbrücke über den Teltowkanal geriet am Samstagmorgen in Brand, gegen 6:45 Uhr alarmierte ein Zeuge die Polizei. Zuerst soll ein Baucontainer unter der Brücke gebrannt haben, das Feuer soll dann auf die Kabeltrasse übergesprungen sein. Es beschädigte mehrere Kabel zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde [stromnetz.berlin]. Die Feuerwehr löschte den Brand, die Brandursache ist noch unklar. Die Polizei ist mit etwa 160 Beamten vor Ort. Sie ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung.

Autos fahren am Morgen des 03.01.2026 bei Stromausfall in Berlin-Lichterfelde. Nach einem Stromausfall blieb die Osdorfer Straße in Lichterfelde ohne Beleuchtung (Quelle: dpa / Michael Ukas).
Die Häuser zappenduster, die Straßen auch - wie hier die Osdorfer Straße in Lichterfelde am Morgen.

9:01 Uhr: "50.000 Haushalte betroffen"

Radioeins: Stromnetz-Sprecher Henrik Beuster über den Ausfall im Südwesten () ()

8:27 Uhr: Massiver Stromausfall im Süden Berlins

Im Südwesten von Berlin ist am Samstagmorgen in weiten Teilen der Strom ausgefallen. Seit dem Morgen sind etwa 45.000 Haushalte in Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde ohne Strom. Auslöser war der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe dem Kraftwerk Lichterfelde, erste Vermutungen gehen von Brandstiftung aus. In dem Gebiet befinden sich den Angaben zufolge rund 50.000 Haushalte und mehr als 2.000 Gewerbekunden, die jetzt von der Energieversorgung abgeschnitten sind.

Sendung: rbb spezial, 03.01.2026, 20:15 Uhr

Berlin

345 Kommentare

  • Gregor N

    Schon die Wortwahl: Stromausfall. Nein, es war ein Anschlag auf die Stromversorgung Berlins! Von einer linksextremen Gruppe: "Vulkangruppe" offenbar. Kann man diese Fakten bitte offen und klar kommunizieren?

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  • Sandra Koch

    Ich lebe in Zehlendorf. Also bin ich direkt betroffen. Ich habe nicht nur kein Strom, was noch hinnehmbar wäre, ich habe auch keine Heizung, kein warm Wasser und keinen Empfang. Ich finde es schwierig, wie darüber berichtet wurde, das es nur vereinzelt so sei, dass kein Empfang etc. gäbe. Ich hatte in weiten Teilen von Zehlendorf keinen Empfang. Ich habe das Glück, bei meiner Familie unterzukommen, Zuhause geht es nicht und ich habe genug Kerzen, anders als der innenpolitischer Sprecher in der Abendschau meinte.

    0 Antworten
  • Karl

    Eine 'redundante', also ergänzende zweite Leitung, würde durch den Grunewald gehen nach Charlottenburg-Nord zu den Kraftwerken 'Reuter' und 'Reuter2'. Das hat sich niemand getraut wegen des zu erwartenden Widerstandes der Waldfreunde.

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