Rauch steigt am Flughafen auf.
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Angriff auf Venezuela Russland, Iran und Kuba verurteilen US-Einsatz

Stand: 03.01.2026 12:25 Uhr

Verbündete und befreundete Staaten Venezuelas haben die überraschende US-Aktion in dem südamerikanischen Land in scharfen Worten verurteilt. Kuba sprach von "Staatsterror". Westliche Staaten äußerten sich zurückhaltender.

Russland hat den US-Militärangriff auf Venezuela und die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro mit deutlichen Worten verurteilt. Das Vorgehen sei "zutiefst beunruhigend und verwerflich", erklärte das russische Außenministerium. Es gebe keine Rechtfertigung für diese "bewaffnete Aggression".

In der Erklärung des russischen Außenministeriums wird Maduro nicht erwähnt, auch wenn Moskau erneut seine "Solidarität mit dem venezolanischen Volk" zum Ausdruck brachte.

Venezuela ist Russlands wichtigster Verbündeter in Südamerika, allerdings hatte Moskau dem Land keine Unterstützung mehr im Falle eines US-Angriffs zugesichert.

Kuba: "Krimineller Angriff"

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel sprach von einem "kriminellen US-Angriff" auf das verbündete südamerikanische Land. "Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen", schrieb der Präsident des sozialistisch reagierten Karibikstaates auf X.

Díaz-Canel forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um "Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika".

In der Nacht zum Samstag hatten die USA Ziele in Venezuela angegriffen und nach Angaben von Präsident Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau gefangen genommen.

Iran fordert UN zum Handeln auf

Auch der Iran verurteilte die US-Militäraktion scharf. Es handle sich um eine "eklatante Verletzung seiner nationalen Souveränität und territorialen Integrität", teilte das iranische Außenministerium mit.

Iran forderte den UN-Sicherheitsrat auf, "sofort zu handeln, um die unrechtmäßige Aggression ‌zu stoppen" und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ​ziehen. Der Iran ‍gilt als enger Verbündeter Venezuelas.

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Anina Pommerenke, ARD-aktuell, zur Bestätigung Trumps der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Maduro

tagesschau24, 03.01.2026 11:00 Uhr

Westliche Staaten halten sich bislang zurück

Westliche Staaten halten sich mit offener Kritik zurück. Die ‌EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief die USA zur Zurückhaltung auf. "Die EU hat wiederholt erklärt, dass Herrn Maduro die Legitimität fehlt und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen", schreibt sie auf der Plattform X. "Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf", fügte sie hinzu, ohne die USA direkt zu kritisieren.

Auswärtiges Amt: "Verfolgen Entwicklungen mit größter Sorge"

Das Auswärtige Amt verfolgt die aktuellen Meldungen aus Venezuela mit größter Sorge und steht im engen Kontakt mit der Botschaft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas - so heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Ministeriums.

Im weiteren Verlauf des Tages soll auch der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt zusammenkommen.

"Hochgefährliche Verschiebung der internationalen Ordnung"

Der SPD-Außenpolitiker ‍Adis Ahmetovic kritisierte den US-Angriff auf ​Venezuela. "Was wir hier mutmaßlich erleben, ist eine hochgefährliche Verschiebung der internationalen Ordnung", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD.

"Wenn militärische Gewalt ohne UN-Mandat eingesetzt, Regime-Change offen betrieben und das Völkerrecht zur Verhandlungsmasse degradiert wird, dann ersetzt das Recht des Stärkeren zunehmend die Stärke des Rechts."

Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 03.01.2026 | 11:00