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LuftfahrtLufthansa-Kontrolleure warnen vor halbherzigem Umbau

Die Lufthansa startet in ihr 100. Jubiläumsjahr mit neuer Struktur und großen Erwartungen von Investoren. Doch Aufsichtsräte sorgen sich, dass die Mannschaft nicht mitziehen könnte.Jens Koenen 02.01.2026 - 14:21 Uhr Artikel anhören
Carsten Spohr: Der Lufthansa-Chef versucht, aus dem Konglomerat einzelner Airlines eine homogene Gruppe zu formen. Foto: dpa

Frankfurt. 2026 ist für den Lufthansa-Konzern ein besonderes Jahr. Die Kernmarke Lufthansa wird am 6. Januar 100 Jahre alt. Doch wichtiger noch als das Jubiläum wird die Frage, ob es die Konzernführung schafft, den Umbau der Gruppe weiter voranzutreiben. Aufsichtsräte äußerten sich nach Informationen des Handelsblatts auf ihrer letzten Sitzung im Dezember besorgt.

Die Lufthansa-Führung steht bei Investoren im Wort: Auf dem Kapitalmarkttag Ende September wurde das mittelfristige Margenziel von acht Prozent auf acht bis zehn Prozent hochgesetzt. Um das zu erreichen, arbeitet der Konzern seit Anfang Januar in einer neuen Struktur. Das Ziel des Konzernumbaus mit dem Namen „Matrix Next Level“ ist es, aus dem Konglomerat einzelner Airlines eine Gruppe zu formen – die One Group. So sollen bislang ungenutzte Synergien umgesetzt und die Prozesse effizienter werden. Komplexität soll weichen, Doppelfunktionen fallen weg.

Trotz dieser erheblichen Veränderungen erreichte der einmal pro Jahr in einer Mitarbeiterbefragung ermittelte Engagement-Index 2025 einen Höchststand von 3,9. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Nach einem ruckeligen Neustart nach der Pandemie war er 2022 mit 3,6 auf einen Tiefstand abgesackt. Es folgten schwierige Jahre: Jets und Personal fehlten, viele Flüge fielen aus oder waren massiv verspätet. Das nervte nicht nur die Passagiere, es frustrierte auch die Belegschaft.

Nun sind die Jets wieder verlässlicher unterwegs, und die Stimmung steigt. Doch bei aller Freude über die hohe Zufriedenheit der Beschäftigten – das Umfrageergebnis weckt bei Aufsichtsrat und Topmanagement eine Sorge: Die geplanten Maßnahmen könnten am Ende nur halbherzig umgesetzt werden.