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Geldberater zu Festgeldanlagen
Einen deutlich höheren Zins gibt es bei der Bank nicht gratis

Banken locken im Tiefzinsumfeld mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent für Neugelder, doch oft sind daran Bedingungen geknüpft.

Rotes Sparschwein auf einem Regal in einer Wohnung in Zürich.
Festgeldangebote haben grosse Pluspunkte, aber oft auch einige Haken.
Foto: Gaëtan Bally (Keystone)
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Meine Bank, die UBS, hat mir für Neugeld ein Festgeld zu rund 1,5 Prozent pro Jahr angeboten – insbesondere bei grösseren Beträgen wie 400’000 Franken. Für Anlegerinnen und Anleger mit kurzem Anlagehorizont und hohem Sicherheitsbedürfnis erscheint mir ein solches Angebot attraktiv, zumindest als Alternative zu einem Konto mit praktisch null Zins. Mich würde interessieren, ob Sie eine solche Festgeldanlage grundsätzlich als geeignet einstufen. S.C.

Festgelder haben zwei grosse Pluspunkte: Man kann einen Kapitalbetrag auch mit einem kurzen Anlagehorizont von wenigen Monaten bis einem Jahr anlegen und erhält dafür einen festgelegten Zins. Und man profitiert bei der Anlage von einer hohen Sicherheit: Denn Festgelder gehören zu den Bankeinlagen, die in der Schweiz dank der gesetzlichen Einlagensicherung im Falle eines Bankkonkurses geschützt sind.

Einlagensicherung gilt nur bis 100’000 Franken

Allerdings ist der Schutz stark eingeschränkt: Gesichert sind im Krisenfall nur maximal 100’000 Franken je Kunde und Bank. Wenn man Festgelder mit höheren Beträgen abschliesst, was oft der Fall ist, wäre bei einem Bankkonkurs nur ein Teil geschützt. Dazu kommt, dass man oft noch andere Gelder auf Konten der gleichen Bank hat. Hier muss man sich vor Augen führen, dass der Maximalschutz von 100’000 Franken für alle Gelder zusammen gilt – also auch für Gelder auf verschiedenen Konten der gleichen Bank und Festgelder zusammen. Dennoch sind Festgelder als Anlageform grundsätzlich sehr sicher. Derzeit haben sie aber aufgrund der sehr tiefen Zinsen stark an Attraktivität verloren, nachdem die Schweizerische Nationalbank den Leitzins hierzulande auf null Prozent festgelegt hat. Solche Zinssenkungen schlagen gleich auf die Festgeldsätze durch. Einige Banken bieten deshalb momentan gar keine Festgelder mehr an oder nur zu sehr schlechten Zinskonditionen.

Wie Sie aber selbst festgestellt haben, gibt es je nach Bank bei den Zinskonditionen grosse Unterschiede. In der Regel publizieren die Banken ihre Zinsen für Festgelder nicht im Internet. Erstens, weil die Sätze täglich ändern können, und zweitens, weil sie je nach Kundenbeziehung andere Konditionen machen. Während einige Banken nicht an Festgeldern interessiert sind und daher kaum einen Zins bieten, nutzen andere Institute den Zinsnotstand, in dem sich viele Sparer und Anleger derzeit befinden, um neue Kunden zu gewinnen oder um auch bestehende Kunden in andere Anlageklassen zu locken.

Zinsen sind an Bedingungen geknüpft

Wenn Ihnen die UBS rund 1,5 Prozent für ein Festgeld bietet, sollten Sie das Angebot annehmen, da es sehr attraktiv ist. Wichtig ist allerdings, dass Sie das damit verbundene Kleingedruckte gut lesen. Sie müssen genau schauen, welche weiteren Bedingungen damit verbunden sind. Auch andere Banken wie etwa Raiffeisen machen regelmässig interessante Zinsangebote, um Neugelder anzulocken. Diese Angebote sind aber in der Regel zeitlich begrenzt und nur für Neugelder bestimmt. Faktisch sind das Marketingaktionen, um neue Kunden und neue Gelder anzulocken.

Die UBS bietet zum Beispiel bei ihrem Produkt Duo Sparen aktuell bis zu 1 Prozent Zins. Dieser ist aber an eine Bedingung geknüpft: Nur die Hälfte des Betrags wird in einem Festgeld zu einem Zinssatz von 1 Prozent fest verzinst, die andere Hälfte muss man in einer Anlagelösung der Bank, etwa über ein Fondskonto oder eine Vermögensverwaltung investieren, was für die Bank gebührenmässig weit attraktiver ist als jedes Festgeld. In der Regel gilt bei allen Banken: Einen deutlich höheren Zins gibt es meist nicht gratis.

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