Diese Netzteile lohnen sich wirklich: ATX 3 im Test
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Unten gelistet sind exemplarische Auszüge unserer Netzteil-Tests. In unseren ausführlicheren Vergleichsartikeln können Sie schnell mithilfe der Testtabellen gute Kandidaten für Ihren Fall ausfindig machen (mit Punkten wie Lüfterlautstärke, Kabellängen, Zubehör etc.). Beachten Sie, dass Netzteile unterschiedlicher Wattklassen nur bedingt miteinander verglichen werden können (abweichende Topologien, Kabelausstattung etc.). In unseren internen Tests bleiben Auffälligkeiten und Unterschiede zwischen Herstellern und Serien jedoch grundlegend bestehen, sofern nicht anders angegeben.
Nach der 750/850er- und 1.000er-Wattklasse stehen im PCGH-Testlabor aktuell High-End-Netzteile über 1.200 Watt (bis 1.600 Watt) im Fokus. Da demnächst unter anderem dabei: die Noctua-Seasonic-Kooperation, Be Quiet, Corsair, FSP und mehr.
[PLUS] PC-Netzteile mit 750 & 850 Watt im Test: ATX 3.1 mit Gold & Platinum (Teil 2)
PCGH Plus: Im zweiten Teil unseres Netzteil-Vergleichstests sind nicht nur PSU-Neulinge wie Asrock, sondern auch bekannte Marken wie Chieftec oder FSP dabei. Was bieten günstigere Modelle gegenüber teureren? Der Artikel stammt aus der PC Games Hardware 09/2025.
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Inhalte auf dieser Seite
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Selektion getesteter Netzteile um 750/850 Watt
- 1.1 Ein starker Allrounder-Hit: NZXT C-Series, C850
- 1.2 Saubere Technik zum guten Preis: Asrock Steel Legend SL-750G
- 1.3 Endlich, so muss es sein: Be Quiet Power Zone 2
- 1.4 Gewohnte Netzteil-Qualität mit 14 cm: Seasonic Focus GX-750
- 1.5 Der günstigere Silent-Tipp: Be Quiet Pure Power 13 M
- 1.6 Wenn schon gespart werden muss: Chieftec Vega, PPG-850-S
- 2 Getestete Netzteile ab 1.000 Watt
- 3 Weitere Informationen
Selektion getesteter Netzteile um 750/850 Watt
Schnelldurchlauf (unten mehr Details)
Das NZXT C850 (ab 2024) überrascht mit hervorragenden Messergebnissen und einem fairen Preis. Dank starker Ausstattung, hoher Effizienz und leisem Betrieb ist das 850-Watt-Netzteil ein klarer Allrounder-Tipp für 2025, gerade für White-Builds.
Das Asrock Steel Legend SL-750G ist ein sehr guter Preis-Leistungs-Tipp neuerer ATX-3.1-Netzteile um die 100 Euro - mit optionalem Lüftermodus mit 0,1 Sone bei 50 % und 0,7 Sone bei Volllast, zehn Jahre Garantie, einen Netzteiltester sowie grün markierte 12+4-Pol-Steckerenden.
Das Be Quiet Power Zone 2 (80 Plus Platinum) überzeugt im Test mit effizientem Betrieb. Trotz fester semi-passiver Lüftersteuerung bietet es eine vorbildlich stabile Lüfterkurve und ist damit ideal für Silent-Liebhaber. Beachten sollte man den um 90 Grad angewinkelten 12+4-Pol-Stecker.
Das Seasonic Focus GX-750 (ab 2024) punktet mit solider Ausstattung, strikter Spannungsregulation und einem praktischen Lieferumfang. Silent-Enthusiasten sollten jedoch die vergleichsweise hohe Lüfterlautstärke unter Last berücksichtigen.
Das Be Quiet Pure Power 13 M ist ein günstigerer Silent-Tipp und bleibt in unserem Test der 850-W-Version lüfterlos bis ca. 70 % Last und 0,2 Sone ruhig unter Volllast. Gespart wird aber an den Primärkondensatoren (nur 85 statt 105 °C) und teils der Kabellänge.
Das Chieftec Vega PPG-850-S ist ein günstiges ATX-3.1-Netzteil mit 850 Watt und 80 Plus Gold für ca. 70 bis 80 Euro. Der Preis hat seinen Grund: Die Kabel sind feste, es gibt einen nur aktiven Lüftermodus und unter Volllast wird es deutlich lauter. Die Ausstattung ist einfach, die Garantie beträgt fünf Jahre.
Ein starker Allrounder-Hit: NZXT C-Series, C850
Würde man so nicht erwarten: NZXT schafft es mit der aktuellen C-Serie im Test sauber abzuräumen und sich an die Spitze zu katapultieren. Die ausgezeichneten Ergebnisse machen das NZXT C850 zu einer Top-Empfehlung.
Mit der Gesamtnote von 1,13 katapultiert sich das 2024/2025er C850 von NZXT an die ATX-3.1-Testspitze. Der Preis von ca. 120 bis 130 Euro (je nach Farbversion) ist angesichts der Leistung des 850-Watt-Netzteils im Test vollkommen gerechtfertigt. Als Ausstattung stehen lange Kabel und ausreichend Stecker zur Verfügung, dabei unter anderem 12× SATA (bis zu maximal 97,5 cm), 4× Molex (bis zu ca. 93,0 cm) und einem beidseitig geraden, nativen 12V-2×6-Anschluss mit 600-W-Codierung (65,0 cm). Die etwas dickeren Kabel unserer getesteten weißen Variante sind teils ummantelt (etwa beim CPU-, 12+4-Pol- oder ATX-Anschluss) und teils ohne Sleeve ausgestattet (wie SATA). Für klassische PCIe-6+2-Pol-Hardware stehen insgesamt drei Einzelkabel zur Verfügung. Mit seinen 10 Jahren Garantie und üblichen Schutzschaltungen reiht sich das C850 in die üblichen Erwartungen guter Markennetzteile ein.
Quelle: PCGH
NZXT C-Series, C850 (PS-2302, PA-8G2BW-EU). Getestet in der PCGH-Ausgabe 05/2025.
Der über einen Schalter auswählbare optionale semi-passive Modus lässt den 135-mm-Lüfter mit Fluid-Dynamic-Lager in unserem ansteigenden Lastverlaufstest ab ca. 50 Prozent mit stillen 0,1 Sone anlaufen. Unter Volllast von 15 Minuten liefert das C850 mit ruhigen 0,6 Sone einen erstklassigen Wert ab. Dass bei den Topologien in der Tat nicht gespart wurde, lässt sich nicht nur beim Blick hinein bei den üppigen Primärkondensatoren feststellen (Rubycon: MXH mit 420 V 560 μF(M) sowie Nichicon: 420 V 420 μF(M), je 105 °C), sondern auch in den Messungen bei der längsten Hold-up-Time, der niedrigsten Restwelligkeit und der besten Spannungsregulation im Vergleichstest. All das macht das C850 (2024/2025) zum empfehlenswerten Allrounder-Netzteil mit 850 Watt.
Saubere Technik zum guten Preis: Asrock Steel Legend SL-750G
Ende 2024 steigt der sonst vor allem für Mainboards bekannte Hersteller Asrock ins Netzteil-Segment mit ATX-3.1-Modellen ein. Die Steel-Legend-Reihe ist eine Preis-Leistungs-Empfehlung der 750er-Klasse um die 105 Euro herum (auch wenn die Verfügbarkeit im September zu wünschen übrig lässt).
Wie auch bei den Platinen unterteilt die taiwanesische Marke die PSU-Serien in verschiedene Klassen ein: Die Taichi-Serie richtet sich ans kostspieligere High End, Phantom Gaming ist an die Oberklasse orientiert, Steel Legend ist als gute Mittelklasse für die meisten Gaming-PCs gedacht und die Challenger-Serie ist für Budget-Rechner konzipiert. Während die teureren Serien vor allem auf FSP als OEM-Partner setzen, stammen die günstigeren von HEC. Im PSU-Portfolio präsentiert sich das Steel Legend SL-750G mit knapp 105 Euro als empfehlenswertes Netzteil ohne große Schwächen im Test.
Quelle: PCGH
Zu sehen: Asrock Steel Legend SL-750G (SL-750G, 90-UXS075-GFEAAA). Getestet in Ausgabe 09/2025.
Die Kabelausstattung bewegt sich zwar teils auf durchschnittlichem Niveau (mit beispielsweise nur zwei 6+2-Pol-Steckern, ergo vor allem für Grafikkarten mit 12V-2×6-Anschluss designt), dafür wurde aber beim Rest nicht gespart. 10 Jahre Garantie, übliche Schutzsicherungen, eine grüne Markierung der 12+4-Pol-Steckerenden (zwecks leichterer Erkennung von Lücken beim Anschließen), ein Netzteiltester (zum Einschalten auch ohne System) sowie ein semi-optionaler Kühlmodus versüßen das Paket. Im Leistungstest kann uns das SL-750G überzeugen. Die Lüfterkurve ist mit 0,1 Sone bei 50-prozentiger und 0,7 Sone bei Volllast eher auf ruhiges Verhalten getrimmt und eignet sich daher auch für budgetorientiertere Silent-Liebhaber. Die von uns gemessenen Spannungswerte bewegen sich alle schön am Spezifikationsideal. In puncto Effizienz ist unser Testsample eines der besseren (Serienstreuung nie auszuschließen) und übertrifft das 80-Plus-Gold-Ziel. Das SL-750G muss sich nicht hinter den Netzteil-Giganten verstecken und ist technisch sowie preislich ein attraktives Angebot.
Endlich, so muss es sein: Be Quiet Power Zone 2
Der in Glinde sitzende Hersteller bricht mit dem Power Zone 2 (80 Plus Platinum) mit eigenen Traditionen - zurecht und mit Erfolg im Test.
Semi-passive Single-Rail-Netzteile sind seit Jahren üblicher Standard. Be Quiet setzt bei der neuen Power-Zone-2-Serie erstmals auf beide Ansätze und kann damit auch sehr gut abschneiden als leisestes Netzteil im Test. Das beigelegte Kabelset (Details siehe Testtabelle des vollständigen Artikels) fällt an einer Stelle auf: Der mit 600 W codierte 12V-2×6-Anschluss ist an einer Steckerseite um 90 Grad angewinkelt. Bei nicht passenden Grafikkarten, etwa den Founders Editionen von Nvidia, muss die Kabelseite getauscht werden!
Quelle: PCGH
Be Quiet Power Zone 2 (Z2-750W, BP006EU). Getestet in der PCGH-Ausgabe 05/2025.
Die Effizienzmessungen fallen wie erwartet sehr gut aus. Unter Volllast kommt das Power Zone 2 auf einen Wirkungsgrad von 91,5 Prozent. Anders sieht es dagegen bei der Restwelligkeit der 12-V-Leitung mit 57,8 mV aus, was zwar weit entfernt von der 120-mV-Grenze der Spezifikationen entfernt, aber ungewöhnlich hoch für Premium-Netzteile ist. Der Ripple der Nebenschienen ist dagegen kurioserweise niedrig. In unserem Lastanstiegsverlauf (5 Minuten pro 5 Prozent Last, von 0 bis 100 Prozent) schaltet sich der Pure-Wings-3-Lüfter (140 mm, Gleitlager mit 0,42 A) des Power Zone 2 mit 750 W erst ab ca. 75 Prozent dazu. Unter 80 Prozent Last ergeben sich so ruhige 0,2 Sone vom Lüfter, unter Volllast (15 Minuten) sind es wunderbare 0,5 Sone - schöne Werte für Silent-Liebhaber! Zwar ist der semi-passive Modus nicht optional, dafür sind im Betrieb aber auch keine Unregelmäßigkeiten festzustellen. Die Lüfterkurve ist selbst unter härtesten Stressbedingungen vorbildlich stabil und sinnvoll konfiguriert. Störende On-/Off-Schwankungen werden, im Vergleich zu eher anfälligen Modellen wie der Hydro-Ti-Reihe von FSP (OEM vom Power Zone 2), konsequent vermieden. Für den Preis von ca. 115 Euro für 750 Watt ist das Power Zone 2 eine sehr gute Wahl!
Gewohnte Netzteil-Qualität mit 14 cm: Seasonic Focus GX-750
Mit überarbeitetem Lüftergitter und Topologien verbessert Seasonic die neueste Generation der Focus-GX-Serie.
Für ca. 115 bis 180 Euro bekommt man ein ordentliches 750-Watt-Netzteil mit kürzerer 14-cm-Länge. Die Einzelstrangkabel sind mit einem Muster geprägt. Neben der Kabel- und PSU-Tasche aus Stoff findet sich auch ein Netzteiltester im Lieferumfang. Dieser ist beispielsweise dann hilfreich, wenn SATA-Geräte noch vor dem Zusammenbau mit Strom versorgt werden sollen (etwa bei modularen Wasserkreisläufen die Pumpe). Mit seinen ca. 70,5 cm fällt das 12V-2×6-Kabel mit 600-W-Codierung beim Focus GX am längsten im Vergleich aus. Wie auch allen anderen Modellen liegen neben den 12+4-Pol-Verbindungen auch drei 6+2-Pol-PCIe-Stecker (mit jeweils 75,5 cm) bei. Für Peripherie oder Laufwerke stehen bis zu drei Molex- und acht SATA-Stecker parat. Die Garantie beträgt für Netzteile dieser Klasse übliche zehn Jahre. Im Leistungstest zeigt sich beim Focus GX-750 eine sehr gute und sehr strikte Spannungsregulation. Bei der Hold-up-Time, die ab ATX 3.1 sowohl unter 80- und 100-prozentiger Last von uns gemessen wird, werden die Spezifikationen haargenau eingehalten. Der optional semi-passive Modus lässt den 135-mm-Lüfter mit Fluid-Dynamic-Bearing im Lastanstiegsverlauf ab ca. 30 Prozent recht hörbar anlaufen. Bei 50 Prozent Last kommt der Lüfter bereits auf 0,9 Sone, gefolgt von 1,4 Sone bei 80 Prozent und 1,7 Sone unter Volllast - diesen (durchaus großen) Unterschied zu leiseren PSUs hören Silent-Enthusiasten definitiv, bei Durchschnittsspielern mag die Lautstärke unter Last von der (suboptimal konfigurierten) Kühlung der Grafikkarte und CPU tatsächlich noch überdeckt werden.
Quelle: PCGH
Seasonic Focus GX-750 2024 (SRP-FGX751-A5A32SF). Getestet in der PCGH-Ausgabe 05/2025.
Der günstigere Silent-Tipp: Be Quiet Pure Power 13 M
Mit dem Pure Power 13 M liefert der Hersteller ein weitere leises Gold-Netzteil, das in vielen Punkten sogar Platinum-Niveau kratzt, inklusive Wermutstropfen.
Das neue Pure Power 13 M, bei uns mit 850 Watt für ca. 120 Euro im Test, setzt wie das Power Zone 2 mit 80 Plus Platinum auf ein Single-Rail-Design mit einem lüfterlosen Lastbereich bis ca. 70 Prozent und ist dank der vorbildlich ruhigen Lüfterkurve mit 0,2 Sone selbst unter Volllast auf allen Schienen eine starke Empfehlung für Silent-Enthusiasten mit Mittel- bis Oberklasse-Hardware. Gespart wird jedoch an einigen Bauteilen wie den Primärkondensatoren von Elite (mit 420 V 390 μF), die spezifiziert sind für bis zu 85 °C - statt den eher üblichen, aber teureren 105 °C. Bei gleicher Temperatur altern 20 Kelvin niedriger spezifizierte Kondensatoren deutlich schneller als ihre hochwertigeren Alternativen mit längerer Laufzeit. Den Unterschied würden Otto-Normal-Anwender, wenn überhaupt, erst nach Jahren unter täglicher Dauerbelastung merken.
Quelle: PCGH
Zu sehen: Be Quiet Pure Power 13 M, 850 W (L13-M-850W, BP027EU). Getestet in Ausgabe 09/2025.
Immerhin: Nicht gespart wird bei der Garantie mit 10 Jahren; bei Problemen trotz ordnungsgemäßer Verwendung steht der Hersteller zur Stelle. In unseren Leistungstests gibt es keine negativen Auffälligkeiten. Die 12-V-Spannung ist mit durchschnittlich 1,71 Prozent über den gesamten Lastverlauf (ca. 12,2 V) zwecks Headroom bei dynamischen Lastwechseln legitim etwas höher angesetzt. Restwelligkeit, Effizienz und Hold-up-Time bewegen sich auf Top-Niveau zum fairen Preis. Als Nachfolger des Pure Power 12 M gilt es auch beim PP 13 M auf die Kabellängen vor dem Kauf zu achten. So wäre das Mainboard-ATX-Kabel mit knapp 55,0 cm etwas kürzer als bei der Konkurrenz und kann ein gezielteres Kabelmanagement bei Big-Towern erforderlich machen. Alles in allem dennoch eine rundum gelungene Evolution - flüsterleise und effizient.
Wenn schon gespart werden muss: Chieftec Vega, PPG-850-S
850 Watt für rund 80 Euro mit ATX 3.1 und 80 Plus Gold ist möglich, wie Chieftec mit dem Vega (Non-M) PPG-850-S beweist.
Der Übermacht modularer Netzteile zum Trotz finden sich gerade im Budget-Bereich noch einige Modelle mit festen Kabeln. Das Chieftec Vega PPG-850-S bewegt sich um die 80 Euro und ist bei Rabattaktionen auch um die 70 Euro schon erhältlich. Für die Summe ist kein High-End-Produkt zu erwarten. Die Lautstärke in unserem Test bewegt sich von 0,3 Sone (Idle) bis 1,4 Sone (bei 80 Prozent Last) und lauten 3,1 Sone (Volllast). Einen semi-passiven Lüftermodus gibt es hier nicht. Die Leistungswerte entsprechen den Erwartungen.
Quelle: PCGH
Zu sehen: Chieftec Vega Series, 850 W (PPG-850-S). Getestet in Ausgabe 09/2025.
Kleinere Schwächen zeigt das PPG-850-S etwa bei der Effizienz im niedrigen/sehr hohen Lastbereich, der Restwelligkeit (im guten, aber etwas erhöhten Feld im Vergleich zur höherpreisigen Konkurrenz) sowie der Hold-Up-Time, die stets unter der Intel-ATX-Vorgabe mündet. Der einsame Primärkondensator von Teapo (mit 420 V 560 μF) schafft die Spezifikation in unserem Test zumindest bei verpflichtender 80-prozentiger Last mit 13,8 ms (statt > 16 ms) nicht. Zum (unfairen) Vergleich: Unsere momentane Testspitze der Wattklasse, das NZXT C850 (ab 2024), setzt auf zwei üppige Kondensatoren mit einem Rubycon 420 V 560 μF und Nichicon 420 V 420 μF, was zu sehr hohen 31,6 ms (80-Prozent-Test) führt. Den üblichen Gamer berühren solche Details im Alltag kaum bis gar nicht, jedoch geben sie auch Auskunft über die restlichen sonst für den Käufer "unsichtbaren" Komponenten des Netzteils. Das Chieftec PPG-850-S ist keine Lösung für die Oberklasse per se, aber wenn schon beim Netzteil gespart werden soll, dann wäre die Vega-Serie eine akzeptable Lösung mit fünf Jahren Garantie (gerade mit Aktionsangeboten, die den Preis noch weiter drücken).
Getestete Netzteile ab 1.000 Watt
Schnelldurchlauf (unten mehr Details)
Das Corsair HXi (ab 2023, mit 80 Plus Platinum) lässt sich digital über die iCUE-Software auslesen und ansprechen, wobei die anpassbare Lüfterkurve mit einem Drehzahlminimum von 40 Prozent im Vergleich zur sehr guten semi-passiven Voreinstellung für Silent-Liebhaber überflüssig wirkt.
Das Asus ROG Strix Aura Gaming (80 Plus Gold) liefert üppige Ausstattung und starke Leistungswerte. Der Lüfter unseres 1.000-W-Modells bleibt mit 0,6 Sone im längeren Chroma-Test unter Volllast beeindruckend ruhig. Bei der Steckerzahl und den Kabellängen fällt das Aura Gaming dagegen zurück (fünf SATA-Stecker mit bis zu 64,0 cm).
Das FSP Hydro Ti Pro (80 Plus Titanium) bietet erstklassige Effizienz und Sone-Werte bei der Kühlung. Im semi-passiven Modus blieb der Lüfter im steigenden Lastverlauf bis 75 Prozent völlig passiv, jedoch sind On/Off-Lüfterschwankungen durch die Temperatursteuerung nicht auszuschließen. Im rein aktiven Modus ist der Lüfter mit 0,2 bis 0,3 Sone in der Praxis beinahe unhörbar. Als Multi-Rail-Alternative der Titanium-Klasse, mit größeren Maßen, kann das Be Quiet Dark Power 13 herhalten.
Das Corsair RMx Shift ist technisch sauber und versetzt die PSU-Buchsen an die Seite. Mit kleineren Microfit-Anschlüssen zum Seitenteil hin kann das alternative Kabelsystem gefallen, solange ein entsprechend passendes Gehäuse vorhanden ist.
Das MSI MPG A1000G PCIE5 liefert saubere Spannungen und zeigt sich im Bereich der Restwelligkeit nicht nur niedrig, sondern vorbildlich stabil. Zum Knackpunkt wird die Effizienz bei niedriger Last.
Der ansteuerbare Platinum-Star: Corsair HX1000i (ab 2023)
Corsairs bietet für die Ober- bis High-End-Klasse was Feines an: Die ATX-3.1-Varianten der HXi-Reihe mit ca. 210 bis 320 Euro sind Top-Produkte.
Mit der Gesamtnote von starken 1,22 reiht sich das HX1000i (ab 2023 mit ATX 3.0 und ab 2025 mit ATX 3.1) 80 Plus Platinum neben das Premium-Netzteil ROG Strix Aura Gaming von Asus ein und bietet ein längeres Kabelpaket sowie digitale Einstellmöglichkeiten über ein internes USB-Kabel. Mit seiner Länge von 18 cm (auch wenn online anders angegeben) ist das Netzteil für übliche Midi- bis Big-Tower-Gehäuse angedacht. Leistungstechnisch gibt es beim HX1000i nichts zu tadeln, genau so muss ein Platinum-Netzteil im Test performen - sowohl bei der schön niedrigen Restwelligkeit (über alle Rails mit dem Aura Gaming vergleichbar) als auch der hervorragenden Spannungsregulation von 0,68 Prozent.
Quelle: PCGH
Der effizienteste Wirkungsgrad des HX1000i 2023 befindet sich im Lastbereich von ungefähr 200 (93,3 Prozent) bis 450 Watt (93,8 Prozent).
Über Corsairs iCUE-Software-Suite lässt sich die am Mainboard über USB angeschlossene Schnittstelle des Netzteils einsehen. Die als Orientierungspunkt gedachten Daten können auch über Drittprogramme wie HWinfo eingesehen und geloggt werden. Verbrauchswerte, Lüfterdrehzahl und Profileinstellungen sind übersichtlich angeordnet. Eigene Fan-Kurven können angelegt werden, solange der Lüfter bei mindestens 40 Prozent läuft. Die Standardkurve lässt im Bereich von 0,1 Sone bei 50-prozentiger und 0,6 Sone bei 80-prozentiger Netzteillast nur unter Volllast mit 2,3 Sone Wünsche übrig. Die Silent-Krone verbleibt demnach bei der RGB-Konkurrenz von Asus mit 0,6 Sone unter 15 Minuten Volllast. Durch den recht üppigen semi-passiven Bereich von ca. 60 Prozent in unserem Test bleibt das HX1000i 2023 jedoch auch für stille Setups eine sehr gute Wahl. Durch proprietäre 12+4-Stecker von Corsair können 12VHPWR-Buchsen (H+) mit neueren Karten (und H++-Buchse an der Platine) komplett vermieden werden. Zwischen ATX 3.0 und ATX 3.1 ergibt sich somit beim HXi kein nennenswerter Unterschied. Die Serie ist mittlerweile auch für ATX 3.1 spezifiziert. Sie suchen ein hochwertiges Platinum-Netzteil? Dann ist die aktuelle HXi-Serie (alle nach 2022) eine rundum einwandfreie Empfehlung!
Flüsterleises Premium-Modell: Asus ROG Strix Aura Gaming
Eins muss man Asus lassen, der Hardware-Vollsortimenter liefert im High-End-Bereich einfach Top-Netzteile. Mit ca. 250 Euro richtet sich das ROG Strix Aura (im Test mit 1.000 Watt) an Silence-Liebhaber.
Der Preis von ca. 250 Euro für das 80-Plus-Gold-Netzteil mit 1.000 Watt mag etwas happig wirken, aber das ROG Strix Aura Gaming überzeugt nicht mit den Design-Elementen, sondern mit blanken Daten . Die Restwelligkeit etwa fällt mit durchgehend unter 20/15 mV über alle Schienen hinweg vorbildlich niedrig aus. Die Spannungsregulation - als gewichtete Kombinationsvariable von Spannungsabweichung, -abfall und Crossload-Szenarien - bewegt sich mit insgesamt 0,98 Prozent im sehr guten und sehr strikten Feld. Höhepunkt des Tests sind die außerordentlich niedrigen Lüfterdrehzahlen, trotz üblichen Aufwärmens unter Volllast.
Quelle: PCGH
Mit dem optionalen semi-passiven Kühlungsmodus läuft der gerade mal 120-mm-Fan (mit Doppelkugellager) im Test erst bei der 65-prozentigen Laststufe im steigenden Verlauf an. Nach 15 Minuten unter Volllast kommt der Lüfter des Strix Aura gerade mal auf beeindruckend stille 0,6 Sone, ideal für Silent-Builds, die dennoch auf performantere Komponenten mit RGB-Beleuchtung setzen möchten.
Zur Schattenseite zählen die vergleichsweise kurzen Kabel und Anschlussmöglichkeiten, etwa bei gerade mal fünf SATA-Steckern (siehe Testtabelle im Plus-Artikel). Die Konkurrenz bietet da in derselben 1.000er-Wattklasse einfach mehr, RGB-Beleuchtung und andere Premium-Extras hin oder her. Die Netzteil-Topologien bekommen eine Garantie von 10 Jahren, die ARGB-Beleuchtung dagegen 3 Jahre.
Titan mit Qualitäten und einer Schwäche: FSP Hydro Ti Pro
Das FSP Hydro Ti Pro ist als Titanium-Vertreter nicht nur sehr effizient, sondern auch mit hochwertigen Topologien versehen, die den Preis von ca. 230 Euro wert sein können.
Im Effizienzverlauf gleichen sich das FSP Hydro Ti Pro und das Be Quiet Dark Power 13 als Titanium-Kandidaten beinahe aufs Haar genau (siehe Vergleichstest). Während das Be Quiet beim verbesserten Dark Power 13 auf eine FSP-Plattform setzt, schickt OEM-Partner FSP mit dem Hydro Ti Pro selbst einen fähigen und um 2,5 cm kürzeren Gegenentwurf ins Rennen. Die beiden gewählten Primärkondensatoren von Nippon Chemi-Con mit 450 V 680 μF (M) und 450 V 330 μF (M) leisten im FSP Hydro Ti Pro gute Arbeit - die Hold-up-Time ist mit 25,94 ms äußerst üppig und weit über den Spezifikationsvorgaben von 16/17 ms. Bei der Restwelligkeit fällt die 3,3-Volt-Schiene mit 31,1 mV etwas auf, denn bei 12 Volt sieht es mit den im Durchschnitt 21,3 mV positiver aus.
Quelle: PCGH
Das FSP Hydro Ti Pro ist ein durchweg effizientes Netzteil, das jedoch im semi-passiven Modus mit einer relativ starken On-/Off-Lüfterschwankung im Test auffällt.
Je nach Temperatur und vorheriger Last kann das Hydro Pro Ti entweder bis zu bärenstarken 75 Prozent Last passiv bleiben oder bereits weit vorher den 135-mm-Lüfter immer wieder zum Anspringen bringen. Unsere Empfehlung: Probieren Sie den semi-passiven Modus eine Weile aus und wechseln Sie bei Bedarf zum aktiven Kühlungsmodus, bei dem der Lüfter stets weiterdreht. In diesem Fall wird nämlich aus den stetigen Anlaufversuchen durch suboptimale Temperatursteuerung eine wunderbar leise Lüfterkurve, dank der selbst nach 15 Minuten Volllast (Stressszenario) keine 0,3 Sone durch den Lüfter zu messen sind. So weit herunter kommt nicht mal der Lüfter des Asus ROG Strix Aura Gaming mit seinen 0,6 Sone. Bedeutet in der Praxis: Im Gehäuse verbaut ist das FSP Hydro Ti Pro ein hervorragendes, stilles High-End-Netzteil, solange der Lüfter nicht versucht, sich ständig ein- und auszuschalten. Sofern Effizienz die oberste Prämisse ist, kann das Dark Power 13 (ohne semi-passiven Modus und etwas lauterem Lüfter im Test) bei Verfügbarkeitsproblemen als solide Alternative zum Hydro Ti herhalten.
Mal was anderes mit seitlichen Anschlüssen: Corsair RMx Shift
Das RMx Shift setzt nicht nur auf kleinere Micro-Fit-Anschlüsse, sondern verschiebt das "Heck für Kabel" zur Seite. Preislich bewegt sich die jetzt ATX 3.1 spezifizierte Serie ab 120 bis 230 Euro.
Leistungstechnisch ist beim RM1000x Shift (getestete Wattklasse) nichts großartig Negatives anzumerken, Corsair hat alle wichtigen Stellschrauben adäquat justiert. Die konzipiert fehlende -12-V-Leitung mag vielleicht für veraltete Legacy-Systeme/-Bauteile unpraktisch sein, jedoch schreibt Intel seit Jahren die -12-Leitung nur als optional aus. Die anderen Schienen sind mit einer Spannungsregulation von 1,00 Prozent sehr gut und sehr strikt unter Kontrolle und auch die Restwelligkeit ist mit durchschnittlich 21,7 mV auf der 12-Volt-Leitung keineswegs zu hoch.
Quelle: PCGH
Mit dem Anlaufen ab ca. 65 Prozent Last im steigenden Verlaufstest blieb der Lüfter des RM1000x bis ungefähr 600-650 Watt regungslos. 0,7 Sone unter 80 Prozent Last des Netzteils sind zwar hörbar, werden aber voraussichtlich von den restlichen Komponenten in dem Szenario überdeckt. Auf die 100-Prozent-Spitze getrieben dreht das mit 18 cm etwas längere Modell auf lautere 1,9 Sone auf.
Der semi-passive Modus ist nicht optional, was allerdings durch die stabile Lüfterkurve auch kein Praxisproblem darstellt - der verbaute 140-mm-Lüfter mit Fluid-Dynamic-Lager (NR140P) arbeitet zuverlässig. Durch proprietäre 12+4-Stecker von Corsair (hier mit Microfit-Anschlüssen beim RMx Shift) können 12VHPWR-Buchsen (H+) mit neueren Karten (und H++-Buchse an der Platine) komplett vermieden werden. Corsair konnte durch diese Konzeption von ATX 3.0 auf ATX 3.1 umspezifizieren lassen. Als Idee stellen die seitlichen Anschlüsse zumindest eine interessante Alternative zur üblichen Orientierung dar. Voraussetzung für den sinnvollen Einsatz des Shift-Modells ist ein passendes Gehäuse: Mit dem Lüfter zum Boden hin sind die Anschlüsse von der rechten Seite aus zu erreichen. Zu starkes Knicken durch wenig Platz hinter dem Mainboard-Tray gilt es zu vermeiden. Für die seitlichen Anschlüsse wird daher ein breiteres Gehäuse benötigt, um das Seitenteil noch schließen zu können (siehe Kompatibilitätsliste hier).
Schönes Rundumpaket: MSI MPG A1000G PCIE5
Die ATX-3-Variante des A1000G, mit "PCIE5" im Modellnamen zu erkennen, überzeugt mit äußerst sauberer Umsetzung technischer Vorgaben im Test. Die Serie ist ab ca. 115 bis 155 Euro erhältlich.
Bei den Kabelvarianten zeichnet das MPG A1000G PCIE5 den Gegenentwurf zum Asus-Konkurrenten: Mit zwölf SATA-Anschlüssen (bis zu ca. 96,5 cm statt 64,0 cm) und einem Floppy-Anschluss sollten sämtliche Festplatten und üblichen Peripherie-Innenbauteile wie Controller-Hubs oder LEDs ohne Probleme versorgt werden können. Die Spannungsregulation von 0,74 % kann sich selbst unter den anderen Boliden sehen lassen. In puncto Lautstärke hat sich MSI kaum was vorzuwerfen: Das Anspringen des 135-mm-FDB-Lüfters bei ca. 50 Prozent Last im steigenden Szenario ist mit praktisch unhörbaren 0,1 Sone im grünen Bereich (Drehzahl von 390 U/min). Bei 80-prozentiger Last und 1,1 Sone fährt das MPG erwartungsgemäß auf. Selbst die lauten 2,8 Sone unter Volllast sind keine nennenswerte Überraschung. Bei anliegenden 1.000 Watt ergeben aggressivere Lüfterkurvenpunkte als Überhitzungspräventive durchaus Sinn.
Quelle: PCGH
"Effizienz-Probleme" hat das MPG nur bei äußerst niedrigen Lasten, wie es bei 1.000-Watt-Ablegern häufiger vorkommen kann. Spätestens im üblicheren Feld um die 70 bis 90 Watt herum legt sich diese kleinere Schwäche allerdings.
Weitere Informationen
PC-Netzteile mit 750 und 850 Watt im Test: ATX 3.1 geprüft
PCGH Plus: Ohne Strom läuft kein Rechner. In diesem Test werfen wir einen genauen Blick auf neue ATX-3.1-Spannungswandler der 750er- und 850er-Wattklasse. Welches Netzteil lohnt sich für wen? Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 05/2025.
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[PLUS] ATX 3: 8× 1.000-W-Netzteile mit Titanium, Platin und Gold im Vergleichstest - Teil 2
PCGH Plus: Acht weitere Stromherzen schlagen, ach, in unserem Testlabor. Diesmal dabei: Von Lesern angefragte Netzteile mit 80 Plus Titanium, Platinum und Gold in der exemplarischen 1.000er-Wattklasse. Der Artikel stammt aus der PC Games Hardware 01/2024.
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Sie suchen mehr Daten, Infos und Erklärungen? In den folgenden Seiten erklären wir Ihnen alles Wichtige rund um Netzteile. Wie viel Watt braucht man denn nun wirklich? Wie wichtig ist Effizienz? Und woraus sollte man sonst alles vor dem Kauf achten? Wir beantworten diese und viele weitere Fragen in den nächsten Seiten!
Ich habe ein Asus Rog Strix 650G aus dem Jahr 2021. Gerade ein hochwertiges Netzteil sollte doch mal 10 Jahre im PC brauchbar sein bevor wegen eines neuen Steckers (ATX 3.1) wieder etwas neues angeschafft werden muss.
Ich habe 2021 109€ bezahlt und werde bestimmt nicht ein neues kaufen, welches heute 149€ kostet (inflationsbedingt).
Das Netzteil sollte am längsten im PC verbleiben. Gute Qualität vorausgesetzt
Ich hab das Dark Power 11 in Rente geschickt. Und das P11 hat ja echt steife Kabel.