Mit Ruby Rebelde sprachen wir über Felicias Arbeit und der Begegnungen von Sexarbeitenden in der Gesundheitsversorgung.
Gegen Diskriminierung im Gesundheitswesen
Queermed bietet neben einem deutschlandweiten Verzeichnis von sensibilisierten Ärzt*innen, Therapeut*innen & Praxen auch Workshops und Vorträge an.
Sensibilisierte Ärzt*innen & Therapeut*innen finden
Jede*r möchte sich bei ärztlichen Untersuchungen sicher fühlen und respektiert werden.
Immer wieder gibt es Situationen, in denen Personen aus der LGBTQIA*-Community, Menschen mit internationalem Hintergrund oder aufgrund ihres äußerlichen Aussehens vor Diskriminierung, Ausgrenzung und / oder unsensibler Behandlung fürchten müssen. Queermed Deutschland bietet ein Verzeichnis mit sensibilisierten Ärzt*innen und Therapeut*innen, dass dabei unterstützen soll, nicht auf ärztliche Behandlungen verzichten zu müssen. Diskriminierungsfreie und respektvolle Behandlung soll für alle möglich sein. Gleichzeitig unterstützt Queermed den Abbau von Diskriminierungserfahrungen durch eigene Bildungsarbeit.
Intersektional aufgebaut
Im anonymen Fragebogen gibt es eine große Auswahl an Personengruppen und Lebensrealitäten um Queermed so inklusiv wie möglich zu machen. Denn manchmal erfahren Menschen nicht nur durch eine Lebensrealität Diskriminierungserfahrungen. Manchmal können sich bestimmte Lebensrealitäten hinsichtlich Privilegien oder Diskriminierung verstärken. Unter anderem befinden sich dort folgende Personengruppen:
- trans* Personen
- nonbinäre Personen
- Muslim*innen
- Sint*izze & Rom*nja
- Jüdinnen*Juden
- mehr- oder wenigergewichtige Personen
- People of Colour
- Migrant*innen
- inter* Personen
- Personen mit Erfahrung sexualisierter Gewalt
- Personen mit positivem HIV-Status
- Personen mit ADHS
Dies stellt jedoch nur eine sehr kleine Auswahl an Optionen an. Es zeigt aber, dass Safer Spaces für viele Menschen zur Verfügung stehen müssen und das diese Verfügbarkeit von unterschiedlichen Räumen intersektional gedacht werden muss. Alle Menschen mit all ihren Lebensrealitäten haben ein Recht auf eine sensibilisierte Gesundheitsversorgung und den Zugang zu dieser.
Positive Erfahrungen bei Queermed
Von den Communities. Für die Communities.
Das Verzeichnis für sensibilisierte Ärzt*innen, Therapeut*innen & Praxen wächst stetig. Nicht nur bei den Empfehlungen, sondern auch bei den Möglichkeiten der Nutzung: Dabei erweitern sich auch die Filtermöglichkeiten anhand des Nutzer*innenfeedbacks. Deshalb sind mit der Zeit auch die Filter für Sprache und Barrierefreiheit dazu gekommen, da auch nach behandelnden Personen gesucht werden, die in anderen Sprachen als Deutsch helfen können.
An anderer Stelle ist das Thema Barrierefreiheit noch nicht bei vielen Praxen angekommen: Seit es zum Thema Rampen für den Treppenabsatz, der den Gebäudeeingang und die Praxistür voneinander trennt, oder auch Orientierungshilfen für Blinde & Sehbehinderte Menschen. Gleichzeitig bieten nur sehr wenige Praxis die Kommunikation in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) an.
Awareness schaffen!
Neben dem Verzeichnis bietet Queermed vielerlei Ärzt*innen und Therapeut*innen werden Vorträge und Workshops u.a. zur Notwendigkeit von sensibilisierter Gesundheitsversorgung angeboten. Gleichzeitig gibt es bereits online Wissensangebote an wie der Leitfaden für den sensibilisierten Umgang mit Patient*innen, über den Blog oder die Buchempfehlungen.
Patient*innen werden informiert über ihre Rechte in der Gesundheitsversorgung und wie sie sich empowert vorbereiten können auf Termine.
Aktuelles aus dem Blog
Pressemitteilung: Queermed erhält Ehrenamtsmedaille des Landtags NRW
“Als Zeichen ehrbarer und dankender Anerkennung für herausragende, beispielhafte und vorbildliche ehrenamtliche Dienste um das Gemeinwohl und die Demokratie im Land Nordrhein-Westfalen.”
Am 2. Dezember wurde Queermed Deutschland verliehen. Die Auszeichnung wurde von Gründer*in und Geschäftsführung Samson Grzybek entgegen genommen.
Mit Felicia Ewert sprachen wir über Felicias Arbeit und der Begegnungen von trans* Menschen in der Gesundheitsversorgung.
Sensibilisierter und respektvoller Umgang
Queermed Deutschland soll auffangen, was aktuell durch das deutsche Gesundheitssystem nicht möglich ist: Eine respektvolle, sensibilisierte Gesundheitsversorgung für alle in Deutschland lebenden Menschen. Solange Menschen durch Diskriminierung und Emphathielosigkeit vor ein solches Problem gestellt sind, muss es Unterstützung aus der Bevölkerung geben. Hoffnungsvoll auf eine sensibilisierte und respektvollere Zukunft für alle unsere Mitbürger*innen blickend. Für Ärzt*innen und Therapeut*innen gibt es auf der Website einen Leitfaden für den sensibilisierten Umgang mit Patient*innen, der den eigenen Horizont erweitern und die Erfahrungen der eigenen Patient*innen hoffentlich langfristig verbessern kann.