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Mein Jahr im autistischen Burnout

Dieses Jahr habe ich das Wohnzimmer Neurodivers entdeckt – und das genau in einer Phase, die für mich extrem herausfordernd ist: meinem autistischen Burnout. Dieses ist eine Zeit, die unheimlich, kräftezehrend und gleichzeitig lebensverändernd auf vielen Ebenen ist. In dieser Zeit habe ich durch diese Community viel Halt und Bestätigung erfahren.

Und das, obwohl ich nicht viel Energie habe, längst nicht jeden Tag online war, nicht durchgehend aktiv teilnehmen kann, sondern nur ab und an etwas von mir teile, und nur mit wenigen Leuten schrieb.

Es war und ging nicht viel in der Quantität, aber allein zu wissen, dass es diesen Ort gibt, an dem Menschen sind, die ähnliche Struggles haben, und sie verstehen und ernst nehmen, bedeutet mir viel. Gerade als spätdiagnostizierte Frau mit Autismus und ADHS ist es etwas Besonderes, so intensive Bestätigungen zu spüren für Persönlichkeits-Traits und Struggles, die mir mein Leben lang abgesprochen wurden.


„Das Wohnzimmer Neurodivers hat mir gezeigt, dass selbst kleine Reach-Outs und auch nur gelegentliches Lesen und Mitlesen schon einen positiven und wichtigen Impact haben können.“

– Llea, AuDHSlerin, Heilerziehungspflegerin und Mitglied im Wohnzimmer Neurodivers e.V.

Das Wissen, dass aus so einer Community so viel entstehen kann, gibt Kraft und Mut. Ich bin dieses Jahr Mitglied geworden, auch wenn ich aktuell noch nicht in der Lage bin, aktiv an Mitgliederversammlungen teilzunehmen. Ich wollte aber meine Mitgliedschaft nutzen, um zu unterstützen, wie und wo ich kann.

Das Wohnzimmer hat mir außerdem ermöglicht, zu sehen, dass aus einem Burnout heraus sogar Aktivismus entstehen kann: Ich war diesen Sommer teilweise in einer Tagesklinik, die mich aufgrund fehlender Neurodiversitäts-Kompetenz (obwohl Gegenteiliges behauptet wurde) stark (re-)traumatisiert hat.

In der Community habe ich erlebt, dass es möglich ist, diesen Schmerz zu teilen, verstanden zu werden und daraus Kraft zu ziehen, um aktiv zu werden, sich zu organisieren und zu beginnen, sich auch strukturell zu wehren und auf diese Missstände aufmerksam zu machen.

Gemeinsam sind wir stark.

Buchrezensionen und Empfehlungen

  • Unmasking Autism von Dr. Devon PriceEin Aufruf und eine Anleitung zum bewussten Demaskieren und zur neurodivergenten Selbstfindung. Gleichzeitig enorm lehrreich und sehr angenehm strukturiert.
  • Ten Steps to Nanette von Hannah GadsbyIhre Netflix-Specials empfehle ich sehr und dieses Buch war in dieser schweren Zeit für mich eine große Unterstützung. In dieser Autobiografie habe ich eine identitäre Resonanz gefunden, die ich sonst noch nirgendwo erfahren habe.  Sie ist für mich ein absolutes Role Model.
  • Strong Female Character von Fern BradyEbenfalls ein fantastisches Buch und eine krasse Frau. Unerschrocken, authentisch, wütend und ehrlich deckt ihre Autobiografie Missstände auf und  appelliert daran, das Gespräch zu suchen über Tabus wie (späte) Diagnostik, die Unterdrückung der Frau, Trauma und Meltdowns im Erwachsenenalter.

Alle drei bilden eine besondere Intersektion von Neurodivergenz, Feminismus, Queerness und Trauma. Sie waren für mich eine große Quelle von Bestätigung und Empowerment in meiner Lebensrealität.

Vielen Dank, dass ihr so einen Ort schafft und ermöglicht, dass wir unsere Erfahrungen teilen und einander stärken können. Ich freue mich sehr, meine Eindrücke und Buchempfehlungen auf diese Weise beitragen zu dürfen, llea

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