Das Prinzip Verständigung: Ein Rückblick auf die Denkwege von Jürgen Habermas
Jürgen Habermas gilt als schwieriger Philosoph. Dabei ist die Grundfrage, die sein Denken prägt, sehr einfach: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit sich jemand mit jemandem über etwas verständigen kann?
Stefan Müller-Doohm
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Demokratie muss streitbar bleiben, und sie lebt aus dem Geist der Kommunikation: Jürgen Habermas bei einem Vortrag in der Aula der Universität Zürich im Jahr 2003. (Bild: Karin Hofer / NZZ)
Jürgen Habermas begeht den 90. Geburtstag auf dem Zenit seines Denkens. Sichtbarer Beweis dieses Denkens sind die rund sechzig Bücher, die in viele Sprachen übersetzt worden sind. Hinzu kommt die für den Herbst angekündigte zweibändige Neuerscheinung «Auch eine Geschichte der Philosophie» zum Themenkomplex Glauben und Wissen. Die Biografie von Jürgen Habermas setzt sich also fort in der Biografie seines Werks, von dem er selbst sagt, es sei «work in progress» und als solches das «Geländer», an dem er sich festhalte.