Auch mehr Ausfuhren nach Europa :
Chinas Export durchbricht Schallmauer

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China trotzt den US-Zöllen: Ein Containerschiff in der ostchinesischen Provinz Shandong.

China liefert viel mehr Waren in die Welt als es aus dem Ausland importiert. In diesem Jahr übersteigen die Ausfuhren die Einfuhren um fast die Hälfte. Der Exportüberschuss erreicht ungekannte Höhen.

Chinas Exportüberschuss hat erstmals die Marke von einer Billion Dollar durchbrochen. Das geht aus Zahlen hervor, die das nationale Statistikamt am Montag in Peking veröffentlichte. Damit stellte der Exportmotor der zweitgrößten Volkswirtschaft seine Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Handelskrieg unter Beweis, den US-Präsident Donald Trump in diesem Jahr angezettelt hat.

China lieferte den Angaben zufolge in den ersten elf Monaten dieses Jahres Waren im Wert von 3415 Milliarden Dollar in die gesamte Welt, die Einfuhren summierten sich nur auf 2339 Milliarden Dollar. Damit betrug der Exportüberschuss 1076 Milliarden Dollar und übertraf das Niveau des gesamten Vorjahres schon um knapp neun Prozent. Das entspricht in etwa der nominalen Wirtschaftsleistung von Ländern wie der Schweiz, Polen oder den Niederlanden. Während Chinas Import im laufenden Jahr um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nachgab, legten die Ausfuhren um 5,4 Prozent zu. Die Ausfuhren übertreffen die Einfuhren in diesem Jahr um fast 50 Prozent.

China liefert mehr Waren nach Südostasien, Afrika und Europa

China schaffte es damit, die sinkenden Lieferungen in die USA durch den Handel mit anderen Ländern zu kompensieren. Die Ausfuhren nach Amerika sanken zwar um fast ein Fünftel, gleichzeitig gingen aber deutlich mehr Waren nach Südostasien, Afrika und nach Europa. Der Export nach Vietnam stieg um knapp ein Viertel, nach Thailand betrug das Plus ein Fünftel und nach Afrika sogar mehr als ein Viertel. Ein Teil davon sind Lieferungen, die in den Ländern geringfügig weiterverarbeitet oder nur neu verladen werden und dann weiter in die USA geschickt werden. Chinesische Händler räumen ein, dass das gängige Praxis sei.

Die Ausfuhren nach Europa stiegen in diesem Jahr bisher um rund acht Prozent, während die Einfuhren um zwei Prozent sanken. Besonders groß waren die Verschiebungen im Handel mit Deutschland und Italien. Dort betrug das Ausfuhrplus jeweils mehr als ein Zehntel, während die Einfuhren aus Deutschland um 3,5 Prozent sanken und aus Italien sogar 6,6 Prozent weniger Waren ankamen.

Außenminister Wadephul spricht sich in China für fairen Handel aus

Noch deutlicher waren die Verschiebungen im Handel zwischen Deutschland und China im November. Demnach legte Chinas Export nach Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 15,5 Prozent zu, während die Einfuhren aus Deutschland um 4,2 Prozent sanken. Insgesamt legten Chinas Ausfuhren im November um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu, die Einfuhren stiegen um 1,9 Prozent.

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) betonte am Montag bei einem Treffen mit Chinas Handelsminister Wang Wentao in Peking die Bedeutung von fairem und regelgebundenem Handel.  „Wir sind für freien Welthandel. Wir sind für den Abbau von Handelsbarrieren“, sagte er. Die Bundesregierung sei „auch dafür, dass man klaren Blick darauf behält, dass nicht ein indirekter Einfluss des Staates zu Wettbewerbsungleichgewichten führt“, sagte Wadephul.  Gleichzeitig betonte er: „Sie sind für uns wichtigster Handelspartner und daran möchten wir festhalten, das möchten wir ausbauen.“

Chinas enormer Exportüberschuss sorgt vor allem in den Staaten der reichen G7-Länder für Unmut, deren eigene Industrie unter den chinesischen Ausfuhren leidet. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer profitieren dagegen von den günstigen Produkten aus der Volksrepublik.

Die Volksrepublik ist mit großem Abstand der größte Produzent von Gütern in der Welt. Chinas Anteil an der Wertschöpfung im fertigenden Gewerbe beträgt rund ein Drittel, knapp so viel wie die USA und die EU gemeinsam herstellen. Rund drei Fünftel der chinesischen Ausfuhren entfallen auf die Kategorie, die die Zollbehörde „elektromechanische Produkte“ nennt. Darunter fallen etwa Autos und Autoteile, die insgesamt rund sechs Prozent der Ausfuhren ausmachen, oder Handys, die für drei Prozent stehen.

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