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ChipindustrieRöntgentechnik könnte Chips deutlich billiger machen

Der US-Geheimdienst und Tech-Unternehmer Peter Thiel finanzieren das Start-up Substrate. Es will mit einem revolutionären Fertigungsverfahren die Branchenriesen ASML und TSMC angreifen.Joachim Hofer 29.11.2025 - 15:47 Uhr Artikel anhören
James Proud, Gründer von Substrate: Der Gründer will die Maschinen sowohl fertigen als auch für die eigene Chipproduktion einsetzen. Foto: Substrate, laif [M]

München. Das Softwareunternehmen Palantir ist 390 Milliarden Dollar wert. Das Start-up Anduril, das autonome Verteidigungssysteme und Software herstellt, kommt auf eine Bewertung von mehr als 30 Milliarden Dollar. Was beide eint: Sie wurden von dem legendären Investor Peter Thiel und von In-Q-Tel, dem Investmentarm des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, finanziert.

Die Kombination gibt es nicht oft. Ein relativ neues Mitglied des Klubs ist das vor drei Jahren gegründete kalifornische Start-up Substrate. Nach langer Geheimniskrämerei tritt es jetzt mit einer ambitionierten Idee an die Öffentlichkeit: Mit neuartigen Lithografie-Maschinen sollen die weltweit fortschrittlichsten Chips entstehen – zu drastisch niedrigeren Kosten. Der Schlüssel: ein Teilchenbeschleuniger, der Röntgenstrahlen erzeugt.

Gelänge Substrate das Vorhaben, wäre es eine Revolution in der Chipbranche. „Dadurch kommt Bewegung in eine eingefrorene Branche“, sagt Martin Geißler, Chipexperte der Beratung Advyce.

Bislang dominiert Europas Chip-Champion ASML den Markt für Maschinen, die Chips mit Strukturgrößen von weniger als sieben Nanometern ermöglichen. Wichtigster Kunde: TSMC . Der taiwanische Auftragsfertiger beherrscht den Einsatz der mehrere Hundert Millionen Euro teuren Anlagen wie kein anderer – und produziert fast alle KI-Prozessoren weltweit.