Wolfram Weimer
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer / picture alliance / Metodi Popow | M. Popow

Affäre um die Weimer Media Group - Politik gegen Geld

Neue Enthüllungen über fragwürdige Geschäftsmodelle der Weimer Media Group setzen den Kulturstaatsminister massiv unter Druck – und bringen Markus Söder in eine Schlüsselrolle. Der politische Schaden wächst. Jetzt entscheidet sich, ob Wolfram Weimer fällt.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb ist Cicero-Autor und war Kultus- und Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er gehört der SPD an.

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Markus Söder (CSU) ist ein mächtiger Mann. Von seiner Entscheidung wird es mutmaßlich abhängen, ob Kulturstaatsminister Wolfram Weimer weiterhin im Amt bleiben kann oder nicht. Der bayerische Ministerpräsident hat politischen Instinkt. Es ist kaum vorstellbar, dass er seinen eigenen Ruf ohne Not dem amtierenden Kulturstaatsminister opfert.

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Thorwald Franke | Di., 18. November 2025 - 13:26

Die Frage, die man sich stellt, ist doch diese: Weimer galt als Konservativer. Durchaus mutig. Gründete sogar Cicero. Und so weiter. Und dann endet das alles in so einem Desaster? Was ist hier falsch gelaufen? Oder ist Weimer gar nicht konservativ, sondern tut nur so? So wie Gauland z.B. auch, nur andersrum?

daß Wolfram Weimer in erster Linie ein Geschäftsmann und keineswegs ein
ernsthafter Politiker ist.
Er "wittert" überall Chancen, wo es für ihn etwas zu verdienen gibt.
Und dabei kennt er keine Grenzen und Gesetze des Anstands.
In dieser Hinsicht gleicht er den heutigen Bankern, die nichts mehr gemein haben mit einem Bankier früherer Zeiten.

"Gewogen und zu leicht befunden" - so muß leider heute das Urteil über viele
Menschen lauten, die sich im öffentlichen Leben einen lukrativen Platz erobert haben, für den sie nicht geeignet sind bzw. wo sie nicht im Entferntesten das leisten, was das Amt von ihnen verlangt.

Das kommt bei der großen Gleichmacherei heraus, die in Deutschland seit mindestens vier Jahrzehnten systematisch von SPD, Linken und Grünen betrieben wird. Da sind schrittweise sämtliche wichtigen Qualitätskriterien verloren gegangen, und es kommt nur noch darauf an, daß man sich gut "verkauft", oft in Talk-Shows auftritt und in ein Quotenschema paßt.

IngoFrank | Di., 18. November 2025 - 13:43

Ist Deutschland wirklich in finanzieller Not ? Wenn ich mir die staatliche Förderpolitik ansehe die ohne jegliche Legitimierung von Landes oder Bundestag an „alle Weltund Deutschland ist Teil dieser Welt“ verplämpert wird wie Jüngst in Berlin mit über 700.000 € eine quere Plarrtorm vom Berliner Wirtschaftsministerium gefördert wurde fällt mir nichts mehr ein außer: einer Endlosdiskussion ums Thema Rente
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

S. Kaiser | Di., 18. November 2025 - 13:53

„Wollen Sie wieder mit so viel Verve gegen den Gründer Ihres Magazins schreiben?“
Wow.
Wie verkommen ist der öffentliche Diskurs bereits, wenn man sich traut, einem Journalisten seine Arbeit vorzuwerfen. Und das auch noch mit dieser Intonierung.
Ein Journalist ist nicht seinem Magazin und auch nicht dessen Gründer verpflichtet, sondern allein seinem Berufsethos. Es gilt von einem Sachverhalt zu berichten, der von öffentlichem Interesse ist, ohne Ansehen der Person.
Und der Verdacht auf Korruption ist von öffentlichem Interesse.
Und wer sich, wie anscheinend Weimer, dafür anfällig zeigt, muss mit dieser Berichterstattung leben.
Das erinnert an den ZDF-Reporter Halbach, der bzgl seiner Reportage zur RBB-Schlesinger-Affäre zurückgepfiffen wurde, gegen einen befreundeten Sender würde man nicht publizieren. Und das bei zwangsfinanziertem Journalismus.
Insofern gilt für die eigene Glaubwürdigkeit: weiter berichten, sachlich und ohne Polemik. Letztere kann man dann anderen überlassen.

C. Schnörr | Di., 18. November 2025 - 13:55

nur noch die "alternativen Medien", welche die 4. Gewalt im Lande ausüben. Ein wenig von den ÖRR-Milliarden hierfür abzuzweigen täte dem Lande nur gut.

Lisa W. | Di., 18. November 2025 - 14:29

Das ist doch völlig klar. Dieser Mann muss gehen - und was die MediaGroup dann macht, ist schnurzegal. Das ist in meinen Augen Korruption, und zwar auf die dreisteste und frechste Art. Dass das dann auch häufig die dümmste Art ist, sieht man hier. Solche Typen glauben irgendwann, sich alles erlauben zu können. Am besten erweist Weimer diesem Land einen letzten Dienst und nimmt Merz gleich mit. Das Aufatmen wäre groß.

Christa Wallau | Di., 18. November 2025 - 14:34

Wenn er nicht selbst zurücktritt oder aus seinem Amt entlassen wird, darf man wirklich alle Hoffnung auf "saubere" Verhältnisse in der deutschen Politik endgültig fahren lassen.

Es gibt natürlich kein Land auf der Welt, in dem
Korruption ein Fremdwort ist, aber immerhin existieren noch gravierende Unterschiede zwischen den skandinavischen Ländern und z. B. den meisten afrikanischen, oder auch zwischen Deutschland und Zypern - beides EU-Staaten.
Es muß alles unternommen werden, damit die Position Deutschlands in der Liste der am wenigsten korrupten Länder erhalten bleibt!
Bis jetzt schweigen allerdings die regierungsnahe Presse und die ö. r. Fernsehanstalten auffällig zur Affäre Weimer.
Wenn das mal kein schlechtes Zeichen ist!

Sebastian Habel | Di., 18. November 2025 - 15:25

Haha, der damalige Generalsekretär der CDU ist nun Ministerpräsident. Korruption empfiehlt also für höhere Aufgaben. Kriegen wir also in 15 Jahren einen Bundeskanzler Wolfram Weimer?

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