TheaterEin toller, großer Quatsch

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In dem Stück wird kreuz und quer geliebt, Geschlechteridentität spielt keine Rolle.
In dem Stück wird kreuz und quer geliebt, Geschlechteridentität spielt keine Rolle. (Foto: Jörg Brüggemann)

Hier werden Sie nicht belehrt: Antú Romero Nunes’ Inszenierung von „Was ihr wollt“ am Berliner Ensemble ist einfach nur schönstes Spiel.

Von Peter Laudenbach

Der Regisseur Antú Romero Nunes macht sich am Berliner Ensemble mit Shakespeares romantischer Komödie „Was ihr wollt“ einen Spaß: Er vertraut den ganz alten Theatermitteln mit viel Schminke, munterem Grimassieren und Augenrollen, angeklebten Locken und lustigen Plunder-Kostümen (Magdalena Schön, Helen Stein). Die Schauspieler ziehen alle nicht zu subtilen Register zwischen Jahrmarkt, charmantester Rampensau-Virtuosität und Wanderbühne, auch wenn man angesichts der fröhlichen Harmlosigkeit manchmal an die Augsburger Puppenkiste denkt. Für Meer und Sturm und Schiffbruch reicht eine große, von der Windmaschine beflügelte Plastikplane. Für die Insel Illyrien braucht der Bühnenbildner Matthias Koch nur eine leere Bühne, gut gesetztes Licht und manchmal etwas Bodennebel oder durchsichtige Plastikwände. Nunes’ Regie ist sich an diesem Abend für keinen Kalauer zu schade („Niveau ist keine Handcreme“), dazu passt die zotenfreudige Übersetzung von Thomas Brasch.

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:Einer wie Zeus

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