Roman Polanski : Ausflug in die Wiesnfalle
Roman Polanskis Vergewaltigungsfall war gerichtlich schon fast geklärt - als plötzlich Bilder des Regisseurs mit jungen Mädchen beim Oktoberfest 1977 erschienen. Was sich damals vor der Flucht des Filmemachers abgespielt hat, darüber wird heute wieder so heftig diskutiert wie vor 31 Jahren.
Eigentlich wollte Roman Polanski damals in München nur ein bisschen Spaß haben. Nach einem Tag mit trockenen Gesprächen über die Finanzierung der Neuauflage des Katastrophenfilms „Hurricane“ zog der Regisseur mit seinem Freund Hans Mollinger auf das Oktoberfest, ohne auch nur zu ahnen, dass diese Nacht ihn drei Jahrzehnte lang verfolgen würde. „Polanski war neugierig“, erinnerte sich Mollinger später im Gespräch mit der amerikanischen Dokumentarfilmerin Marina Zenovich. „Er wollte wissen, wie das ist mit 10.000 Betrunkenen in einem Zelt.“ Dem Regisseur, spätestens seit „Chinatown“ und „Rosemaries Baby“ als Exzentriker gleichzeitig gefeiert und gefürchtet, schien der Ausflug in die bayerische Zünftigkeit gefallen zu haben. Eine Handvoll Schwarzweißfotos zeigt den Vierundvierzigjährigen mit Zigarre und einem Lächeln im Gesicht am langen Biergartentisch – umgeben von mindestens einer halben Schulklasse adretter, junger Mädchen.