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Finanzmarktexperten Dirk Willer (von links), Karl Matthäus Schmidt, Ed Yardeni: Lernen aus der Vergangenheit. Foto: PR (3), Getty Images (2)

H+KursblaseWas Börsenveteranen über den aktuellen KI-Rausch sagen

Vor ziemlich genau 25 Jahren platzte die Internetblase. Drei Zeitzeugen der Dotcom-Ära sehen im KI-Boom der Gegenwart wichtige Unterschiede zu damals – und warnen vor neuen Gefahren.Astrid Dörner, Michael Maisch 28.10.2025 - 18:38 Uhr Artikel anhören

New York, Frankfurt. Es gibt wohl wenig Disziplinen im Kapitalmarktgeschäft, die schwieriger sind, als vorherzusagen, ob sich gerade eine Kursblase bildet und wann sie platzt. Von einer der größten Blasen in der Börsengeschichte hat Ed Yardeni aus der Zeitung erfahren. Es war 1999, Yardeni damals Chefökonom der Deutschen Bank in New York und für seinen pessimistischen Weltblick bekannt.

Er machte sich Sorgen vor einer großen Krise, die rückblickend die falsche war: Der Ökonom fürchtete, dass ein Computerchaos bei der Umstellung auf das neue Jahrtausend die Welt in eine Rezession stürzen würde . Am Ende entpuppte sich das unter dem Kürzel „Y2K“ bekannte Problem als weitgehend harmlos.

Erst ein Artikel im Anlegermagazin „Barrons“ aus dem März 2000 lenkte seine Aufmerksamkeit auf den wahren Krisenherd. Vielen Internet-Start-ups „geht das Geld aus. Sie werden versuchen, durch die Ausgabe neuer Aktien oder Anleihen frisches Kapital zu beschaffen. Doch vielen wird das nicht gelingen“, hieß es in dem Artikel , der prognostizierte, dass die Blase noch im selben Jahr platzen würde. „Das hat mir die Augen geöffnet“, sagt Yardeni.

Als der Artikel erschien, hatte der technologielastige Nasdaq-Index seinen Höhepunkt schon überschritten. Die Dotcom-Bubble platzte. Innerhalb kürzester Zeit schlug die Euphorie rund um die damals ebenso neue wie bahnbrechende Internettechnologie in Panik um. Die Tech-Börse Nasdaq verlor von März 2000 bis Oktober 2002 gut 80 Prozent an Wert.

Heute müsste sich Yardeni keine große Mühe geben, das „Blasen“-Wort in den Medien zu entdecken. An den globalen Märkten geht die Angst vor einem hässlichen Déjà-vu um. Wieder schießen Tech-Aktien in die Höhe, wieder fließt Kapital in alles, was nach Zukunft klingt. Die Wall Street taumelt zwischen Hype und Furcht.

Ed Yardeni: Der Kapitalmarktexperte zählt zu den prominentesten und erfahrensten Marktbeobachtern in den USA. Foto: Bloomberg

Wiederholt sich mit dem Boom um Künstliche Intelligenz (KI), der die Nasdaq in diesem Jahr bereits auf 110 Rekorde getrieben hat, die Geschichte der Internetblase? Yardeni und zwei weitere Finanzmanager, die schon damals die Katastrophe miterlebt haben, erklären, wo sie heute die größten Risiken sehen, warum es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Dotcom-Bubble und KI-Hype gibt – und warum eine Entwarnung für Anleger trotzdem zum Verhängnis werden könnte.