
Kursblase: Was Börsenveteranen über den aktuellen KI-Rausch sagen
New York, Frankfurt. Es gibt wohl wenig Disziplinen im Kapitalmarktgeschäft, die schwieriger sind, als vorherzusagen, ob sich gerade eine Kursblase bildet und wann sie platzt. Von einer der größten Blasen in der Börsengeschichte hat Ed Yardeni aus der Zeitung erfahren. Es war 1999, Yardeni damals Chefökonom der Deutschen Bank
Er machte sich Sorgen vor einer großen Krise, die rückblickend die falsche war: Der Ökonom fürchtete, dass ein Computerchaos bei der Umstellung auf das neue Jahrtausend die Welt in eine Rezession stürzen würde
Erst ein Artikel im Anlegermagazin „Barrons“ aus dem März 2000 lenkte seine Aufmerksamkeit auf den wahren Krisenherd. Vielen Internet-Start-ups „geht das Geld aus. Sie werden versuchen, durch die Ausgabe neuer Aktien oder Anleihen frisches Kapital zu beschaffen. Doch vielen wird das nicht gelingen“, hieß es in dem Artikel
Als der Artikel erschien, hatte der technologielastige Nasdaq-Index seinen Höhepunkt schon überschritten. Die Dotcom-Bubble platzte. Innerhalb kürzester Zeit schlug die Euphorie rund um die damals ebenso neue wie bahnbrechende Internettechnologie in Panik um. Die Tech-Börse Nasdaq
Heute müsste sich Yardeni keine große Mühe geben, das „Blasen“-Wort in den Medien zu entdecken. An den globalen Märkten geht die Angst vor einem hässlichen Déjà-vu um. Wieder schießen Tech-Aktien in die Höhe, wieder fließt Kapital in alles, was nach Zukunft klingt. Die Wall Street taumelt zwischen Hype und Furcht.
Wiederholt sich mit dem Boom um Künstliche Intelligenz (KI), der die Nasdaq in diesem Jahr bereits auf 110 Rekorde getrieben hat, die Geschichte der Internetblase? Yardeni und zwei weitere Finanzmanager, die schon damals die Katastrophe miterlebt haben, erklären, wo sie heute die größten Risiken sehen, warum es mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Dotcom-Bubble und KI-Hype gibt – und warum eine Entwarnung für Anleger trotzdem zum Verhängnis werden könnte.