Marode Dorfbeiz an prominenter Lage verärgert die Politik
Es war einmal die Lieblingsbeiz von alt-SVP-Nationalrat Roger Köppel. Doch der Sternen in Kloten zerfällt und sorgt nun auch im Stadtparlament für Empörung.
Das verlassene «Sternen»-Gebäude in Kloten verfällt seit über sechs Jahren zusehends.
Die Stadtverwaltung musste bereits 60’000 Franken für dringende Sicherheitsmassnahmen aufwenden.
Die Aargauer Invest4U GmbH zeigt als Eigentümerin kaum Bemühungen für eine Sanierung.
Die Luft ist draussen bei diesem Bauvorhaben mitten in Kloten. Und dazu auch die meisten Fensterscheiben, Dachziegel und Türen des ehemaligen «Sternen». Dies wird je länger, desto mehr zu einem Problem. Die Stadt hat bereits eine Strafanzeige eingereicht, Sicherungsmassnahmen angeordnet und auf eigene Kosten auch gleich welche durchführen lassen.
Über die grobe Vernachlässigung der Baustelle ärgert sich mittlerweile die ganze Stadt. Seit über sechs Jahren geht praktisch nichts. Am Dienstagabend war die Sternen-«Misere» auch Thema im Stadtparlament. Es handelt sich um die einstige Lieblingsbeiz von alt-SVP-Nationalrat Roger Köppel, der in Kloten aufwuchs und sich einst öffentlich über den Sternen ausliess.
Thomas Schneider und seine SVP-Fraktion im Stadtparlament von Kloten haben einen Vorstoss lanciert, der Klarheit in dieser Angelegenheit verlangt. Dazu werfen sie eine Reihe Fragen auf. Etwa die nach der Sicherheit.
Gefahr für Schulkinder befürchtet
Die gefährliche Situation beschäftigt auch Brian Dieng (GLP), der Schneider in Sachen «Schandfleck» beipflichtete. Er verwies auf die Nähe zur Schulanlage Dorf/Feld. Viele Kinder würden täglich am total baufälligen Grundstück vorbeigehen. «Ich mag mir gar nicht ausmalen, was dort alles passieren könnte.»
Würde der Sternen nicht direkt an der viel befahrenen Ecke vor der reformierten Kirche stehen, er würde wohl keines Blickes geehrt. So schlecht steht es mittlerweile um das Haus, dass man eher von einer Ruine sprechen muss. Ob sich die Stadt vorstellen könnte, das Grundstück zu erwerben, will Schneider unter anderem wissen. Und auch wie lange die Baubewilligung überhaupt noch gültig sei.
Stadt hat 60’000 Franken vorgeschossen
Der Stadtrat wird die Interpellation schriftlich beantworten. Klotens Bauvorsteher Roger Isler (FDP) meinte im Anschluss an die Parlamentsversammlung, man sei im Kontakt mit der Bauherrschaft. Eine Frage aus dem Vorstoss zielt nämlich auf die Besitzverhältnisse ab. Der Sternen gehört aktuell der Aargauer Invest4U GmbH, bei der ein gewisser Ahmer Nedjiposki als Geschäftsführer amtet. Der Firmensitz wurde im Juli von Baden nach Dättwil verlegt.
Ob die Stadt Kloten jemals etwas von den rund 60’000 Franken zurückbekommt, die man für die Sicherungsmassnahmen am Gebäude aufgeworfen hat, bleibt derweil abzuwarten. «Ich rechne nicht damit», räumt Klotens Bauvorsteher ein. Dazu passen die Feststellungen Schneiders, wonach die Sache sehr nach einem Totalschaden für alle Beteiligten rieche. Darauf würden nämlich auch Berichte des Finanzportals «Inside Paradeplatz» über das Geschäftsgebaren im Umfeld der Eigentümerschaft des Klotener Sternen hindeuten.
Christian Wüthrich ist Redaktor für das Ressort Zürcher Unterland. Er hat einen Kommunikationsabschluss der ZHAW und arbeitet seit 2002 im Journalismus.Mehr Infos
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