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Stammheim-Urteile Beispiellose Blamage für den Rechtsstaat

Zwei der fünf Angeklagten waren tot, als das Urteil fiel - drei bekamen lebenslang: Am 28. April 1977 endete der "Stammheim-Prozess" in Stuttgart gegen die Führung der RAF. Er geriet zu einem Desaster auf der ganzen Linie.
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RAF-Prozess in Stammheim: Die Bleistiftzeichnung eines Gerichtszeichners zeigt die Angeklagten (v.l.n.r.) Jan Carl Raspe, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof im Gerichtssaal der JVA Stammheim. Der Prozess gegen die RAF-Terroristen hatte am 21.03.1975 begonnen. Am 28. April 1977 werden Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nach etwas über zwei Jahren Verhandlungsdauer des Mordes und versuchten Mordes in mehreren Fällen schuldig gesprochen, Ulrike Meinhof wurde am 9.5.1976 erhängt in ihrer Zelle aufgefunden. Das Urteil und seine Begründung verkündet der Vorsitzende Richter des Zweiten Strafsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart, Foth, fast drei Stunden lang vor einer leeren Anklagebank. Denn die Terroristen waren zuvor in einen Hungerstreik getreten, um sich gegen ihre Haftbedingungen zu wehren.

Foto: A0009 dpa-Archiv/ DPA
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RAF-Fahndungsplakat: Das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichte Anfang Dezember 1980 ein neues Fahndungsplakat mit den Fotos von 15 mutmaßlichen, mit Haftbefehl gesuchten Terroristen. Das Plakat zeigt von oben links nach unten rechts: Susanne Albrecht, Christian Klar, Adelheid Schulz, Peter Jürgen Boock, Friederike Krabbe, Ekkehard Freiherr von Seckendorff-Gudent, Christine Dümlein, Werner Lotze, Ingrid Siepmann, Baptist-Ralf Friedrich, Silke Maier-Witt, Sigrid Sternebeck, Monika Helbing, Brigitte Mohnhaupt und Inge Viett.

Foto: DPA
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Oberlandesgericht Stuttgart: Der Hochsicherheitsgerichtssaal des Oberlandesgerichts Stuttgart bei der JVA Stuttgart-Stammheim, aufgenommen am Mittwoch, 13. Juni 2007. Der sogenannte Stammheim-Prozess gegen die RAF Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe, Ulrike Meinhof und Holger Meins wurde hier geführt.

Foto: AP
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Die Pfarrerstochter und der Macho: Andreas Baader und Gudrun Ensslin in der Anklagebank vor der Urteilsverkündung im sogenannten Brandstifter-Prozess in Frankfurt am 31. Oktober 1968.

Foto: AP
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Ulrike Meinhof wird verhaftet: Ulrike Meinhof bei ihrer Festnahme am 15. Juni 1972 im hannoverschen Stadtteil Langenhagen. Die RAF-Terroristin wurde im sogenannten Stammheim-Prozess angeklagt, erlebt aber die Verurteilung 1977 nicht mehr, da sie sich im Mai 1976 das Leben genommen hatte.

Foto: HO/ AP
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RAF-Terrorist Raspe: Der deutschen RAF-Terrorist Jan-Carl Raspe aufgenommen im Mai 1977 in der Stuttgarter Justizvollzugsanstalt Stammheim.

Foto: AP
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RAF-Anwalt Schily: Otto Schily, Anwalt der RAF-Angeklagten im Stammheim-Prozess, am Gefängnistor von Stammheim im Juni 1975.

Foto: AP
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Grünen-Politiker Ströbele: Der grüne Spitzenpolitiker Hans-Christian Ströbele im April 2006. In den siebziger Jahren war er einer der RAF-Anwälte im Stammheim-Prozess.

Foto: DPA
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Holger Meins wird verhaftet: Verhaftung des RAF-Terroristen Holger Meins in Frankfurt am Main am 1. Juni 1972

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Lebenszeichen von Schleyer: Die Pariser Zeitung "Liberation" veröffentlichte am 8. Oktober 1977 dieses Foto des am 05.09. in Köln entführten Arbeitsgeber-Präsidenten Hanns-Martin Schleyer. Mit der Entführung des 62-jährigen Schleyer begann ein 44 Tage währendes Drama, das die Republik veränderte. Die Namen der vier Täter von der Roten-Armee-Fraktion wurden erst in den Prozessen gegen die RAF-Aussteiger aus der ehemaligen DDR bekannt: Es waren Peter-Jürgen Boock, Willy Peter Stoll, Stefan Wisniewski und Sieglinde Hofmann, die mit Schleyer als Geisel Andreas Baader und zehn weitere inhaftierte Terroristen freipressen wollten.

Foto: AP
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US-Präsident Richard Nixon: Der US-Präsident Richard Nixon bei einer Ansprache am 15. März 1973. Die Angeklagten der RAF und ihre Anwälte im Stammheim-Prozess versuchten diesen in ein politisches Tribunal zu verwandeln und wollten Nixon als Zeugen vorladen lassen, da er die völkerrechtswidrige Bombardierung Kambodschas angeordnete hatte.

Foto: AP
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Das Tor von Stammheim: Menschen drängeln sich durch ein Tor im Zaun von Stammheim am Tag der Verurteilung der RAF-Terroristen Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe.

Foto: AP
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Beerdigung der RAF-Führung: Mit erhobener geballter Faust nimmt am 27.10.1977 einer der zahlreichen Trauergäste am gemeinsamen Grab von Grudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan Carl Raspe Abschied von den Toten. Links steht am Grab Pfarrer Helmut Ensslin, der Vater von Gudrun Ensslin. Die führenden Köpfe der RAF hatten am 18. Oktober 1977 im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim Selbstmord verübt und wurden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Stuttgarter Dornhalden-Friedhof beigesetzt.

Foto: DPA
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RAF-Terroristen Klar und Mohnhaupt: Von der Polizei veröffentlichte Fahndungsfotos der RAF-Terroristen Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Mehr als 30 Jahre lang war ihr offizielles Ziel das "imperialistische System" zu bekämpfen und möglichst zu beseitigen. Die beiden gehörten der zweiten RAF-Generation an, die sich allerdings nur noch darum bemühte, die in Stammheim gefangenen RAF-Terroristen zu befreien.

Foto: AP
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Besuch in Stammheim: Der deutsche Terroristen Hans-Joachim Klein (v.) mit dem französischen Philosophen Jean Paul Sartre (l.) und dem Rechtsanwalt Klaus Croissant während einer Autofahrt auf dem Weg vom Stuttgarter Flughafen zum Gefängnis Stammheim im April 1974. Dort wollte Sartre den inhaftierten Terroristen Andreas Baader treffen. Im Jahr darauf war Klein an dem Anschlag und der Geiselnahme in der Wiener OPEC-Zentrale unter der Führung des Terroristen "Carlos" beteiligt.

Foto: DPA
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Tatort der Schleyer-Entführung: Polizisten sichern Spuren am Tatort. Hanns-Martin Schleyer, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände wurde am 5. September 1977 in Köln entführt. Drei Sicherheitsbeamte sowie der Fahrer wurden dabei erschossen.

Foto: AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?