Prozess in BerlinZwei Männer auf Segeltörn, doch nur einer kehrt lebend zurück

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Auf dem Trimaran „Jolly Rose“ gerieten die beiden Männer in Streit – weil sie bei einer Regatta auf dem letzten Platz gelandet waren.
Auf dem Trimaran „Jolly Rose“ gerieten die beiden Männer in Streit – weil sie bei einer Regatta auf dem letzten Platz gelandet waren. (Foto: Collage: Felix Hunger; Björn Larsson Rosvall / TT)

Sie sind seit 30 Jahren Freunde, dann geraten sie auf See in Streit. Einer der Männer geht über Bord, der andere sagt, er habe vergeblich versucht, ihn zu retten. Doch die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Es war Mord.

Von Uta Eisenhardt, Berlin

Die Szene wirkt surreal: Der Himmel ist kornblumenblau. Ein Trimaran, also ein Segelboot mit drei Rümpfen, treibt auf dem aufgewühlten Meer. Auf der Steuerbordseite liegen zwei Männer auf dem blauen Netz zwischen dem mittleren Schiffsrumpf und dem rechten Ausleger. Nur wenige Zentimeter trennen sie von der Wasseroberfläche. Sie liegen wie Löffel hintereinander. Ihre grauen Haare sind wirr. Der hintere Mann ist größer, er trägt eine rote Hose, sein Oberkörper ist nackt. Sein rechter Arm umklammert den Brustkorb des vorderen Mannes. Die Gesichter der Männer wirken schmerzverzerrt.

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:Das U-Boot

Er ist Erfinder, nennt sich selbst einen "liebevollen Psychopathen". Sie ist Journalistin, die ihn für ein Interview trifft. Von dem Termin wird sie nicht zurückkehren.

SZ PlusText: Silke Bigalke, Illustration: Stefan Dimitrov