Prozess gegen Christina Block in Hamburg„Das habe ich in 42 Jahren noch nicht erlebt“

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Christina Block (Mitte), deutsche Gastronomin und Unternehmerin, und ihre Verteidiger Ingo Bott (l.) und Otmar Kury (r.) verlassen am 25.7.2025 nach einem weiteren Prozesstag das Strafjustizgebäude.
Christina Block (Mitte), deutsche Gastronomin und Unternehmerin, und ihre Verteidiger Ingo Bott (l.) und Otmar Kury (r.) verlassen am 25.7.2025 nach einem weiteren Prozesstag das Strafjustizgebäude. (Foto: Christian Charisius/Christian Charisius/dpa)

Nach nur drei Prozesstagen verliert Christina Block überraschend einen ihrer beiden Verteidiger. Über die nächste Wendung im Prozess des Jahres und zwei ungleiche Männer, die keine gemeinsame Strategie finden konnten.

Von Ulrike Nimz und Jana Stegemann, Hamburg

Otmar Kury ist ein Mann der Kultur, daran lässt er keinen Zweifel.  Nach Ende des zweiten Verhandlungstags im Entführungsprozess gegen Steakhaus-Erbin Christina Block lenkte der Rechtsanwalt sein Cabrio vor das Landgericht. Die Angeklagte hatte auf dem Rücksitz Platz genommen und blickte angestrengt geradeaus. Ihr wegen Beihilfe angeklagter Lebensgefährte, der Sportmoderator Gerhard Delling, saß auf dem Beifahrersitz. Aus den Lautsprechern des Autos tönte klassische Musik. „Wir hören jetzt das Mozart-Requiem und geben keine Erklärung ab!“, rief Kury den lagernden Journalisten zu und gab Gas.

Prozess
:Der Auftritt ihres Lebens

Christina Block wird vorgeworfen, ihre eigenen Kinder im Sorgerechtsstreit entführt zu haben. Mehr als vier Stunden sagt sie nun vor Gericht aus. Sie weint und sie beteuert: „Ich habe die Entführung nicht in Auftrag gegeben“ und „Ich bin ihre Mutter, ich liebe sie“.

SZ PlusVon Jana Stegemann