Vor kurzem hat DIE ZEIT über die Neurochirurgin Kara Krajewski berichtet. Eine Spitzenmedizinerin, die ihre Arbeit im Operationssaal aufgegeben hat. Nicht freiwillig. Man habe sie "herausgedrängt", so erzählt sie es. Weil sie Mutter wurde und sich nicht alles gefallen ließ. Danach meldeten sich zahlreiche Leserinnen und Leser, die Ähnliches erlebt haben: Machtmissbrauch, Sexismus, allmächtige Chefärzte. Mit fünf von ihnen haben wir gesprochen.

Simone Ballauf*, Oberärztin in der Chirurgie 

Ich bin eine erfahrene Oberärztin – und weiß trotzdem nie, ob ich am nächsten Tag operieren darf. Die OP-Listen werden immer erst am Vorabend verschickt. So wird verhindert, dass ich vorab protestiere, weil ich die ganze Woche nur einmal oder gar nicht eingeteilt bin. Auf diese Weise denke ich jeden Tag: Vielleicht bin ich ja morgen dran – meistens bin ich es nicht.