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Kollaps durch Überhitzung: Tierarzt gibt Tipps für den Sommer

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Der Willingshäuser Tierarzt Dr. Rainer Schäfer kennt sich mit Haustieren bestens aus. Mit seinen Tipps wird die Hitze für Vierbeiner angenehmer.

Willingshausen – Die sommerlichen Temperaturen sind nicht nur für Menschen belastend. Auch Haustieren können sie auf den Kreislauf schlagen und im schlimmsten Fall kann eine Überhitzung zu einem Kollaps führen.

Dr. Rainer Schäfer ist Tierarzt in Willingshausen und weiß, wie man seine Vierbeiner bei starken Hitzewellen bestmöglich unterstützen kann.

Vor allem kurznasige Rassen sind bei Hunden betroffen

Welche Gefahren gibt es für Hunde und Katzen im Sommer?

Die Tiere können bei hohen Temperaturen sehr schnell überhitzen. Dies kann sogar bis hin zum Kollaps führen. Eine besondere Gefahr ist zu wenig Trinkwasser. Die Tiere im Sommer im Auto zu lassen ist ein absolutes No-Go, selbst wenn es nur für wenige Minuten oder im Schatten ist.

Gibt es eine Rasse, die besonders gefährdet ist?

Bei Hunden sind vor allem die kurznasigen Rassen, wie Möpse und Englische Bulldoggen, betroffen. Die Kühlung läuft neben den Pfoten über die Nase. Diese Rassen können die körpereigene Kühlung jedoch nicht in dem nötigen Umfang leisten, da ihnen sozusagen ein Stück Nase fehlt. Hinzu kommt, dass diese oft kurzatmig sind. Darüber hinaus sind Tiere mit Herzerkrankungen ebenfalls besonders gefährdet.

Der Mann hält seine Katze im Arm und steht vor der Eingangstür seiner Tierarztpraxis.
Seit 1988 ist Rainer Schäfer aus Willingshausen Tierarzt mit Leib und Seele. Praxiskater Bonnie ist im Team besonders beliebt. © Kühn, Celine

Ab wann wird es draußen zu heiß für die Haustiere?

Da kann man gut von sich selbst aufs Tier schließen. Wenn es uns zu warm ist, wird es den Tieren in der Regel auch so gehen. Ein guter Indikator ist die 25-Grad-Marke, wie bei der Hitzefrei-Regelung in der Schule. Zeigt das Thermometer bereits morgens um 11 Uhr schon 25 Grad an, wird es zu heiß. Dennoch ist Hitzeempfinden bei Tieren, wie auch bei Menschen, individuell.

Kühlwesten und Kühlmatten können Hunden und Katzen helfen

Wie erkenne ich, ob es meinem Hund zu heiß ist?

Eindeutige Zeichen sind vermehrtes Hecheln, also eine erhöhte Atemfrequenz und die Brust-Bauch-Lage.

Was kann man tun, um die Hitze erträglicher zu machen und sein Tier vor einem Kollaps zu schützen?

Es gibt Kühlwesten und Kühlmatten, diese können Hunden und Katzen helfen sich abzukühlen. Es sollte immer genügend Trinkwasser da sein. Dies kann ruhig zwei bis drei Mal am Tag gewechselt werden, um sicherzugehen, dass es kühl ist. Für Katzen, die meist eher weniger trinken, empfiehlt sich ein Trinkbrunnen. Das animiert oftmals mehr zu trinken.

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Und welche präventiven Möglichkeiten gibt es?

Bei Hunden kann man darauf achten, dass man nur frühmorgens oder spätabends Spazieren geht. Außerdem sollte man Gegenden wählen, die viel Schatten bieten und asphaltierte Wege meiden. Mit der Hand lässt sich gut kontrollieren, ob eine Straße oder ein Gehweg zu heiß ist für die Pfoten des Hundes.

Außerdem sollte man eine Abkühlung in Seen oder Flüssen ermöglichen und die körperliche Belastung so gering wie möglich halten. Es kann zudem helfen, das Fell auszukämmen oder das Tier zu scheren, um Unterwolle loszuwerden, die die gleiche Wirkung wie ein Pullover hat.

Auch für Tiere kann Sonnencreme benutzt werden

Brauchen Hunde und Katzen Sonnencreme?

Tatsächlich empfiehlt es sich, unbehaarte, wenig oder ganz unpigmentierte Stellen mit einem stärkeren Sonnenschutz einzucremen. Häufig ist das die Nase oder der Rand an den Ohren. Die Tiere könnten sonst eine Entzündung, ähnlich wie ein Sonnenbrand, bekommen. Gerade bei Freigängerkatzen oder Collies ist das häufiger der Fall. Dann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Wie kann ich anderen Haustieren, wie Kaninchen und Hamstern, helfen?

Bei Käfigtieren kann man zum Beispiel gekühlte Steinplatten oder in Handtücher gewickelte Kühlakkus in den Käfig legen. Zudem hilft es den Raum abzudunkeln oder nasse Handtücher über den Käfig zu legen. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Tiere noch Luft bekommen. Auch hier ist genügend Trinkwasser wichtig.

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