Heute vor 15 Jahren wurde ich als Kind aus meinem vertrauten Umfeld gerissen. Ich wurde ohne Vorbereitung oder Einfühlungsvermögen von meinem Zuhause entfernt, was für mich einer Entführung gleichkam. Dieses Ereignis war der Beginn eines Traumas, das bis heute nachwirkt. Seitdem habe ich Schwierigkeiten, Vertrauen zu fassen, mich sicher zu fühlen oder mich in bestehende soziale Systeme zu integrieren.
Ich wünschte, ich wäre einfach psychisch gesund. Doch die Realität sieht anders aus. Ich habe eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, leide unter sozialer Phobie, Ängsten und einer tiefgreifenden inneren Erschöpfung. Diese Symptome machen es mir bis heute schwer, zwischenmenschliche Nähe zuzulassen oder mich vor anderen als die Person zu zeigen, die ich wirklich bin.
Heute vor einem Jahr musste ich mich erneut stationär in eine Klinik begeben. Vorausgegangen war ein Jahr voller subtiler Ausgrenzung und psychischem Druck durch eine Gruppierung, die sich selbst als NKL versteht. Ich hatte mich dort engagiert, war auf der Suche nach Halt und Zugehörigkeit. Doch stattdessen wurde ich über viele Monate hinweg durch passiv-aggressives Verhalten, bewusste Nichtbeachtung, herablassende Kommunikation und gezielte Grenzüberschreitungen zermürbt. Die Situation wurde von außen nicht sofort erkannt, aber ich spürte früh, dass sich etwas gegen mich richtete.
Es entstand eine Dynamik, in der meine sensible, ehrliche und manchmal auch unbequeme Art nicht nur nicht akzeptiert, sondern aktiv bekämpft wurde. Ich war nicht bereit, mich unterzuordnen oder meine Werte zu verraten – und genau das wurde mir als Schwäche oder Rebellion ausgelegt.
Diese destruktiven Muster haben sich in meinem Leben wiederholt. Ob in Schule, Ausbildung, Ehrenamt oder sogar therapeutischen Räumen – ich bin immer wieder auf Menschen getroffen, die ihre inneren Konflikte, Unsicherheiten oder unbewältigten Traumata auf mich projiziert haben. Ich wurde zum „Problem“, weil ich nicht funktionierte, wie man es erwartete. Weil ich Fragen stellte. Weil ich Grenzen zog.
Teilweise gipfelte das in digitalem Missbrauch: Es wurden Fake-Mails in meinem Namen erstellt, ich wurde in Foren und Newsletter eingetragen, meine Aussagen wurden aus dem Zusammenhang gerissen und öffentlich gegen mich verwendet, es fand Swatting statt. Menschen, die ich einst als Wegbegleiter sah, stellten sich gegeneinander – und plötzlich stand ich zwischen zwei Fronten. Eine Person, mit der ich zuvor Konflikte hatte, wurde später selbst Teil eines NKL und verbündete sich mit jener, die mich aus dieser Gruppe hinausgedrängt hatte.
Ich wurde wieder zum Ziel von Hass, Lächerlichmachung, Bloßstellung und Desinformation. Dabei wollte ich nichts anderes, als respektvoll behandelt werden und für Klarheit sorgen. Ich habe nie andere verletzt oder hintergangen – ich habe lediglich Grenzen gesetzt, wenn ich spürte, dass mir Unrecht geschah.
Bis heute kämpfe ich mit den Nachwirkungen all dieser Erfahrungen. Doch ich bin noch da. Ich lasse mich nicht mundtot machen, nicht wieder einsperren und nicht entmenschlichen. Ich weiche nicht zurück, auch wenn ich in einem System lebe, das für Menschen wie mich keinen Platz vorsieht.
Ich bin nicht perfekt. Aber ich bin echt. Und ich habe das Recht, zu existieren, auch wenn mein Dasein nicht in gesellschaftliche Schablonen passt.
Und anstatt mich einfach endlich in Ruhe zu lassen – wenn man sich schon nicht für dieses hochgradig gefährliche Verhalten entschuldigen kann oder will – wird lieber weiter hintenrum gegen mich gearbeitet.
Aber wie auch? Wie soll jemand Einsicht zeigen, der sich selbst nicht reflektiert? Die sich lieber mit Psychedelika behandelt, statt in echte Therapie zu gehen? Der andere öffentlich erklärt, er sei sich zu fein, Hilfe anzunehmen – während ich seit Jahren immer wieder in therapeutischer Behandlung bin, weil ich emotional zerschmettert wurde? Und ausgerechnet ich soll das Problem sein? Jemand, der fast keine sozialen Kontakte hat, dessen Handlungen so zurückhaltend sind, dass sie kein psychisch gesunder Mensch je als feindselig interpretieren würde?
Die Wahrheit ist: Ich habe einfach das Pech, immer wieder mit instabilen Menschen zu tun zu haben, weil ich mich innerlich mit ihnen verbunden fühle – aber jedes Mal werde ich dafür bestraft. Jedes Mal werde ich zum Feindbild gemacht, nur weil ich sage: Bitte übernimm auch du Verantwortung für dein Verhalten. Und wenn ich mich wehre, wenn ich Missstände benenne, dann wird das dämonisiert. Das ist nichts anderes als psychologische Gewalt – ausgeübt von Menschen, die selbst nicht hinschauen wollen. Und wenn diese Gewalt nicht aufhört, dann werde ich mich rechtlich wehren. Denn ich habe das Recht auf ein Leben in Frieden. Ich will einfach nur meine Ruhe.