1. Meinung
  2. Kommentare
  3. Kommentar: Klingbeil steckt bei Commerzbank-Übernahme in der Zwickmühle

Kommentar

Klingbeil steckt bei Commerzbank-Übernahme in der Zwickmühle

Kaum im Amt, muss Lars Klingbeil eine brisante Entscheidung treffen: Soll er die Übernahme der zweitgrößten Privatbank zulassen oder blockieren? Fest steht: Es dürfte Kritik hageln.Jakob Blume 07.05.2025 - 09:56 Uhr
Artikel anhören
Lars Klingbeil: Der designierte Finanzminister muss über die Zukunft der Commerzbank entscheiden Foto: dpa

Zumindest auf den ersten Blick hat die Gewerkschaft Verdi einen natürlichen Verbündeten an der Spitze des Finanzministeriums. Wenn Verdi zusammen mit dem Betriebsrat der Commerzbank vor der Hauptversammlung für die Selbstständigkeit von Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank protestiert, dürften sie bei Lars Klingbeil (SPD) Gehör finden.

Die Vermutung liegt nahe: Der gewählte Finanzminister will wohl kaum durch eine seiner ersten Amtshandlungen den Abbau Tausender Arbeitsplätze in Deutschland verantworten, indem er die Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit einfach durchwinkt.

Doch Klingbeil sollte sich die Entscheidung über die Zukunft der Commerzbank nicht zu einfach machen. Als Finanzminister ist er verpflichtet, sorgsam mit dem Geld der Steuerzahler umzugehen. Auch auf europäischer Ebene könnte Klingbeil eine vorschnelle Entscheidung schaden.

Ob Blockade oder grünes Licht: Die Entscheidung über die Zukunft der Commerzbank wird zur ersten Bewährungsprobe für den neuen Finanzminister.