Die Behauptung

Ein syrischer Familienvater kassierte in Österreich über 70.000 Euro Sozialhilfe, obwohl er in Syrien mehrere Häuser und Grundstücke besitzt.

Aufgestellt von: Österreichische Boulevardmedien und Social-Media-Nutzer

Faktencheck

Wahr

Wahr. Die Ermittlungen der Task Force Sozialleistungsbetrug bestätigen: Der Mann hat Vermögen verschwiegen und sich zu Unrecht über Jahre Mindestsicherung erschlichen.

Kurze Faktenübersicht:

  • Mehrere Immobilien in Syrien verschwiegen
  • 70.000 Euro Mindestsicherung erschlichen
  • Die Task Force Sozialleistungsbetrug (TF SOLBE) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Missbrauch von Sozialleistungen: Ein strukturelles Problem mit System

Ein Fall sorgt für Schlagzeilen, doch er ist kein Einzelfall

Der Fall klingt wie aus einem schlechten Film: Ein 47-jähriger Syrer wandert 2022 mit seiner Familie nach Österreich ein, beantragt die Sozialhilfe und bekommt sie. Was er dabei allerdings verschweigt: In Syrien besitzt er mehrere Häuser, Geschäftslokale und Grundstücke. All das liegt weit über dem Vermögensfreibetrag von 5.000 Euro, den das österreichische Sozialsystem vorsieht.

Die Behörden schritten erst zwei Jahre später ein und bis dahin waren bereits über 70.000 Euro an Sozialhilfe ausbezahlt. Die Task Force Sozialleistungsbetrug (TF SOLBE) hat die Ermittlungen aufgenommen.


Ein besonders bizarrer Fall stammt aus der Steiermark: Eine Frau heiratete denselben Mann ganze zwölfmal, ließ sich jedes Mal scheiden und kassierte für jede Trennung Witwenpension und Abfertigung. Gesamtschaden: 326.000 Euro. Der Oberste Gerichtshof beendete diese Masche 2024 mit einem Urteil.

Diese Fälle zeigen: Es geht längst nicht mehr um den klassischen „kleinen Missbrauch“, sondern um systematisch geplante Täuschung, oft über Jahre hinweg.

Die Rolle der Task Force, Aufklärung fast bei 100 Prozent

Seit 2018 existiert die Task Force Sozialleistungsbetrug, eine Spezialeinheit des Bundeskriminalamts. Ihre Bilanz ist beachtlich: Fast 24.000 Anzeigen, über 135 Millionen Euro Schaden und eine Aufklärungsquote von nahezu 100 Prozent.

Allein 2024 wurden 4.865 Betrugsfälle gemeldet, mehr als je zuvor. Die meisten davon in Wien, wo auch der Anteil der Sozialleistungen besonders hoch ist. Die hohe Zahl an Aufklärungen zeigt einerseits die Effektivität der Task Force, andererseits aber auch die hohe Dunkelziffer: Wie viele Betrugsfälle nie auffliegen, lässt sich nur erahnen.

Mit gezielten Schwerpunktaktionen, etwa an Flughäfen oder bei Grundversorgungs-Kontrollen, will man dem Missbrauch Einhalt gebieten.

Laut Innenminister Karner gehe es dabei nicht nur um Strafverfolgung, sondern auch um den Schutz des sozialen Friedens.

FAQ: Task Force Sozialleistungsbetrug, Bilanz 2024

Die TF SOLBE ist eine Spezialeinheit des Bundeskriminalamts, die 2018 gegründet wurde, um systematischen Missbrauch von Sozialleistungen in Österreich aufzudecken und zu verfolgen. Sie arbeitet behördenübergreifend mit dem Ziel, das Sozialsystem vor Betrug zu schützen.

Laut Jahresstatistik 2024 zeigt sich folgende Verteilung der 4.865 gemeldeten Fälle von Sozialleistungsbetrug:

  • Wien: 2.626 Fälle
  • Steiermark: 515 Fälle
  • Niederösterreich: 508 Fälle
  • Oberösterreich: 432 Fälle
  • Tirol: 270 Fälle
  • Salzburg: 153 Fälle
  • Kärnten: 133 Fälle
  • Vorarlberg: 126 Fälle
  • Burgenland: 102 Fälle

Die Aufklärungsquote lag bei nahezu 100 Prozent, was für die Professionalität der Ermittlungen und die effektive behördenübergreifende Zusammenarbeit spricht.

Seit der Gründung der TF SOLBE im Jahr 2018 wurde ein Gesamtschaden von rund 135,6 Millionen Euro ermittelt. Diese Zahl umfasst sowohl bereits entstandene Schäden als auch Beträge, die durch rechtzeitiges Einschreiten verhindert wurden.

Die Aufklärungsquote liegt bei nahezu 100 Prozent. Das bedeutet: Fast jeder gemeldete Fall wird aufgeklärt. Die Task Force setzt dabei auf digitale Auswertung, Schwerpunktkontrollen und internationale Kooperation.

Der Anstieg ist laut Innenministerium auf mehr mediale Aufmerksamkeit, stärkere Zusammenarbeit zwischen Behörden sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung zurückzuführen. Auch der SOLBE-Meldebutton auf der Website des BK ermöglicht anonyme Hinweise.

Es gibt regelmäßige Schwerpunktaktionen, etwa an Flughäfen, an Grenzübergängen und im Rahmen der Grundversorgungskontrollen. Verdächtige werden durch Abgleiche von Daten, Reisen und gemeldeten Aufenthalten überprüft.

Unter anderem:

  • Bundesministerium für Inneres (BMI)
  • Bundeskriminalamt (BK)
  • Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA)
  • Finanzministerium (Finanzpolizei, Zoll, Finanzamt)
  • Landespolizeidirektionen und Stadtpolizeikommanden

Sozialleistungen sollen Menschen in Notlagen unterstützen, nicht von Personen mit verschwiegenem Vermögen oder Falschangaben missbraucht werden. Die TF SOLBE schützt die Integrität des Sozialstaates und das Vertrauen der Bevölkerung in ein gerechtes System.

Hinweise können anonym und digital über den „SOLBE-Meldebutton“ auf der Website des Bundeskriminalamts abgegeben werden. Die Task Force prüft jeden Verdachtsfall systematisch.

Fazit zum Thema

Sozialleistungsbetrug ist ein reales Problem und wird zunehmend professioneller organisiert. Die Fälle von 2024 zeigen: Es gibt systematische Lücken, die gezielt ausgenutzt werden. Die Ermittlungen der TF SOLBE sind notwendig und erfolgreich, doch sie sind auch ein Alarmsignal: Das Vertrauen in das Sozialsystem steht auf dem Spiel. Nur durch konsequente Kontrolle und internationale Kooperation kann Missbrauch effektiv verhindert werden.

Quellen: bmi; ogh.gv.at

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