Nach Kritik

Schweizer Fechter entschuldigen sich für Israel-Eklat bei Siegerehrung

Stand: 29.04.2025Lesedauer: 2 Minuten
U23 Schweizer Fechten
Bei der Nachwuchs-EM der Fechter drehte sich das Schweizer Team bei der Siegerehrung nicht in Richtung der israelischen FlaggeQuelle: Gideon Sa'ar via X

Das Schweizer Fechtteam holt bei der Nachwuchs-EM in Estland hinter dem israelischen Team Silber. Anschließend sorgen die Schweizer bei der Siegerehrung für einen Eklat. Nach heftiger Kritik bitten die vier Nachwuchsfechter nun öffentlich um Entschuldigung.

Nach dem Eklat um eine Geste im Zusammenhang mit Israel haben vier Schweizer Nachwuchsfechter für ihr Fehlverhalten bei der U23-EM öffentlich um Entschuldigung gebeten. „Wir möchten unser Handeln erklären und unser Bedauern ausdrücken“, schrieb das Quartett bei Instagram.

Nach dem Gewinn der Silbermedaille sei viel über sie geschrieben worden, so die jungen Fechter. „Nur nicht über unsere starke Leistung. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben.“ Nach dem Gewinn von EM-Silber im Teamwettkampf hinter Israel hatten sich Ian Hauri, Théo Brochard, Jonathan Fuhrimann und Sven Vineis bei der Siegerehrung auf dem Podest nicht wie die anderen Medaillengewinner in Richtung der israelischen Flagge gedreht. Das hatte in Israel und in der Schweiz für viel Kritik gesorgt.

Dass sie sich am Samstag bei der WM in Tallinn nicht der israelischen Flagge zugewandt hätten, habe jedoch „keinen politischen Hintergrund und hatte nichts mit einer Missachtung Israels zu tun“, schreiben die Degenfechter nun in dem Beitrag, den auch der Schweizer Verband Swiss Fencing veröffentlichte. Vielmehr hätten die Sportler „unserer Trauer und unserer Empathie mit Blick auf das große menschliche Leid der Zivilbevölkerung, von dem in diesem Konflikt alle Seiten betroffen sind“, Ausdruck verleihen wollen.

Konsequenzen für Fechter noch unklar

Sie würden erkennen, dass ihr Handeln für „Irritationen gesorgt hat“, und ein Fehler gewesen sei. Weiter schrieben die vier jungen Fechter: „Wir bitten alle um Entschuldigung, deren Gefühle wir verletzt haben – insbesondere unsere Finalgegner vom israelischen Fechtteam und den israelischen Fechtverband.“ Das Quartett wolle aus der Situation lernen. Ob sie für ihr Verhalten weitere Konsequenzen erwarten, ist noch nicht klar. Vom europäischen Verband gab es eine Verwarnung, schrieb die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Für die Geste wurden die Schweizer Nachwuchsfechter scharf kritisiert. Israels Außenminister Gideon Sa'ar postete nach der Siegerehrung ein Foto der Szene auf X und schrieb dazu: „Herzlichen Glückwunsch an die israelische Fechtmannschaft (bis 23 Jahre) zum Gewinn der Goldmedaille bei der Europameisterschaft. Respekt! Glückwunsch an die italienische Mannschaft zur Bronzemedaille.“ Und an die Schweizer schrieb er: „Schande über die Schweizer Mannschaft für ihr respektloses Verhalten. Ihr wisst nicht, wie man verliert, und habt euch auf eine Weise verhalten, die euch und dem Land, das ihr repräsentieren sollt, peinlich ist.“

dpa/saha

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KOMMENTARE (294)


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SH
Veröffentlicht vor 12 Stunden | Eingereicht vor 13 Stunden
Ich bin der Meinung, Sport und Politik sollten klar getrennt werden. Sport ist ein Leistungsvergleich nach klaren Regeln. In der Politik ist das nicht so. Sport sollte ausschließlich dem Wettkampfgedanken und der Unterhaltung des Publikums dienen. Auch das Publikum, hat in der heutigen Zeit, ein Recht auf Unterhaltung durch Wettkampf ,ohne Haltung. Hier ein paar negative geschichtliche Beispiele zur Verbindung von Politik und Sport: Olympia 36, lief der angloamerikanische Läufer dank der Hackenkreuzfahnen langsamer? Könnten ein Russe und ein Ukrainer im Ringen, heute noch ihre Kräfte messen? Hat Frau Faesers Regenbogenarmbinde im Fußball, der deutschen Mannschaft den Sieg gebracht? Vermutlich wird mein Kommentar gesperrt, da ich zu viele Begriffe benutzt habe auf welche KI empfindlich reagiert.
M
Veröffentlicht vor 17 Stunden | Eingereicht vor 17 Stunden
Politik hat im Sport nichts zu suchen und Religion nichts in der Politik.
R
Veröffentlicht vor 5 Stunden | Eingereicht vor 5 Stunden
Genau so sehe ich das auch 👍
MH
Veröffentlicht vor 18 Stunden | Eingereicht vor 18 Stunden
Das soll nicht politisch gewesen sein? Ja, was denn sonst?
NG
Veröffentlicht vor 19 Stunden | Eingereicht vor 19 Stunden
Und ich dachte, die Schweiz ist normal geblieben...
BM
Veröffentlicht vor 19 Stunden | Eingereicht vor 19 Stunden
Widerlicher Antisemitismus kommt selten allein.
DR
Veröffentlicht vor 19 Stunden | Eingereicht vor 19 Stunden
Das "Entschuldigungsschreiben" hätten sie sich sparen können. Sie haben ja selber zugegeben, dass der (auch politische) "Konflikt" (ich nenne es Ausräumen von Terroristen mit leider unvermeidbaren zivilen Opfern) der Grund für ihr Handeln war. Sport sollte immer über Grenzen und politische Systeme verbinden. Die 4 haben das Gegenteil getan. Punkt. Braucht man auch nicht um Entschuldigung zu bitten.
BM
Veröffentlicht vor 19 Stunden | Eingereicht vor 19 Stunden
Doch.
H
Veröffentlicht vor 20 Stunden | Eingereicht vor 20 Stunden
Das seitwärts stehen sollte wahrscheinlich nur ein Zeichen des Respekts gegenüber den Opfern des 07. Oktober sein, inklusive den noch gefangenen Geiseln.
WH
Veröffentlicht vor 20 Stunden | Eingereicht vor 20 Stunden
Generation Z! Denkt nicht nach! Und die sollen unsere Zukunft sein!
CC
Veröffentlicht vor 21 Stunden | Eingereicht vor 21 Stunden
Das habe st doch keine Entschuldigung, nur der Versuch einer Rechtfertigung für erbärmliches Verhalten.
KP
Veröffentlicht vor 21 Stunden | Eingereicht vor 21 Stunden
Man muss schon froh sein, dass sie der Flagge nicht den Rücken zugekehrt haben. Alles in allem eine überaus gedrechselte Begründung; das muss man schon ein Philosoph sein, um das zu verstehen.

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