Mit Anfang 20 hat er sich seinen Traum zusammengeschraubt: ein eigenes Rennauto, blau mit weißen Kotflügeln. Nächtelang hat Sumit Naza mit seinen Kommilitonen Stoßdämpfer montiert und Differenzialbefestigungen getauscht. Ein Dutzend angehende Maschinenbauingenieure an der Ramdeobaba-Universität in Indien, die alles daransetzten, um mit ihrem Auto ein Wettrennen an ihrer Hochschule zu gewinnen.

Gewonnen hat sein Team nie, sagt der heute 29-jährige Naza. Doch die schnellen Autos haben ihn weiter begeistert. "Nach meinem Bachelorabschluss wollte ich dahingehen, wo Mercedes, BMW und Porsche die besten Autos der Welt bauen", sagt Naza. Der Formel-1-Fan verließ seine Heimat, um im Autoland Deutschland seinen Master zu machen und anschließend zu arbeiten. Seit 2022 lebt er in München und testet für einen Autozulieferer etwa die Bordelektronik von neuen BMW-Modellen. Von seinem Gehalt kann er jeden Monat mehrere Hundert Euro sparen.