Entwurf einer Brücke über den Hohewartstausee
So könnte die neue Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee aussehen. Bildrechte: Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt

Keine Fahrradbrücke Neue Brücke über Hohenwartestausee soll doch Autobrücke werden

13. April 2025, 13:58 Uhr

Die Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee soll neu gebaut werden. Anders als bislang geplant soll sie aber nicht nur eine Radfahrbrücke werden. Saale-Orla-Landrat Christian Herrgott will, dass auch Autos darüberrollen können.

Die künftige Linkenmühlenbrücke über den Hohenwartestausee soll anders als bisher geplant auch für Autos nutzbar sein. Das sagte der CDU-Landrat des Saale-Orla-Kreises, Christian Herrgott, bei einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Brückenzerstörung am Samstag.

Mit seinem Amtskollegen des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, Marko Wolfram (SPD), habe er dafür gekämpft, dass es nicht nur eine Fahrradbrücke werde. Vielmehr brauche man eine Brücke für alle Anwohner, um beide Stausee-Seiten zu verbinden. Das Landratsamt in Saalfeld hatte erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Brücke eigentlich als Radwegebrücke konzipiert werde, die nur in Sonderfällen mit anderen Fahrezugen genutzt werden könne.

Neubau kostet zwölf Millionen Euro

Die Kosten für den Neubau werden auf mindestens zwölf Millionen Euro geschätzt. Mehr als die Hälfte schießt der Bund zu, gut vier Millionen Euro wurden im kürzlich beschlossenen Landeshaushalt für den Brückenneubau eingestellt. Eine Million Euro zahlen die Landkreise.

Das Geld sei fest verankert. "Wir werden diese Brücke bauen", sagte Christian Herrgott in Altenroth. Als erstes sollen Gespräche mit dem Energieversorger Vattenfall anlaufen, der das Wasserkraftwerk Hohenwarte betreibt, dann konkrete Planungen aufgenommen werden. 2028 soll der Neubau - ob mit Pfeilern oder als Hängebrücke - eröffnet werden.

Alte Brücke im Zweiten Weltkrieg zerstört

Die ursprüngliche Straßenbrücke zwischen Altenroth und Linkenmühle war vor 80 Jahren zerstört worden. Am 12. April 1945 hatte die Wehrmacht die Brücke gesprengt, um den Vormarsch amerikanischer Truppen zu blockieren. Sie wurde nie wieder aufgebaut.

Luftbild von der Brücke Linkenmühle vom 08.04.1945. Die Brücke über die Saale ist unbeschädigt.
Ein Luftbild der Linkenmühlenbrücke vom 8. April 1945 Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Zu DDR- Zeiten galt sie als zu grenznah. Nach der Wende waren andere Strukturprojekte wichtiger. Seit Jahrzehnten hatten sich Brückenbefürworter für den Neubau stark gemacht. Das Projekt ist aber wegen Eingriffen in die Natur auch umstritten.

MDR (wk/jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. April 2025 | 19:00 Uhr

27 Kommentare

Harka2 vor 4 Stunden

Die gesprengte Brücke wurde erst wenige Wochen vor ihrer Sprengung fertig. Sie war nicht wichtig, weil die Saaletalsperre noch gar nicht gefüllt war. Deshalb war ihre Sprengung auch völlig sinnlos, denn die US-Truppen fuhren einfach mit ihren Fahrzeugen durch die noch nicht angestaute Saale. Knietiefes Wasser ist kein militärisches Hindernis, weshalb die Sprengung die US-Truppen auch nur ein paar Minuten aufhielt.

Das vier Wochen vor Kriegsende die militärische Lage für Deutschland völlig aussichtslos war, hätte jeder einfache Soldat erkennen können. Die Reste der Westfront (Heeresgruppe B) steckte im Ruhrkessel, im Osten gab es gar keine Front mehr, nur noch punktuelle Widerstandsnester, im Süden war Ungarn verloren und die Rote Armee stand vor den Toren Wiens, Italien war längst verloren, die Einschließung Berlins stand kurz bevor - die Wehrmacht hatte weder Truppen noch Material, Munition oder Benzin zur Verfügung. Jeder sah, dass der Krieg endgültig verloren war.

faehre74 vor 10 Stunden

Die Planung ist ein Treppenwitz. Wie viel Geld wurde bereits in diese fixe Idee investiert?
1945 war diese Brücke in eine ganz andere (Kultur)Landschaft eingebunden.
Mit einer potentiellen Einweihung einer "Brücke" wäre dieser Saaleabschnitt als touristische Oase Geschichte: Linkenmühle + Campingplatz

Harka2 vor 14 Stunden

Wenn die Brücke erst mal steht, wird man merken, dass dies nur der Anfang der Kosten ist. Sämtliche Zufahrtsstraßen zur Brücke sind viel zu schmal und dem Verkehr mit LKW und Bussen gar nicht gewachsen. Die Straßen haben enge Kurven und liegen oft in extremer Hanglage. Die kann man nicht so einfach verbreitern, aber derzeit wird es dort schon sehr eng, wenn sich nur PKW begegnen. Auch wurde dereinst beim Straßenbau nicht von solchen schweren LKWs ausgegangen.

Die Sprengung 1945 hat die Amerikaner keine 3 Minuten aufgehalten, aber der Fehler ist nun mal gemacht worden. Die Nähe zur Grenze war ganz sicher nicht der Grund, warum die DDR sie nicht wieder aufbaute (wer kommt nur auf so dämliche Ideen?). Bis heute wollen viele Bürger die Brücke nicht haben, denn sie bingt Lärm und Durchgangsverkehr in die ruhige Gegend. Der touristische Nutzen ist eher kontraproduktiv, denn die einzige Fähre Thüringens ist ein Ausflugziel, eine Brücke eher nicht.

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