Nichts bereitet einen
darauf vor, sein Baby nach einer siebenstündigen Operation im Aufwachraum zu
sehen. "Weinen Sie nicht, Ihr Kind spürt das", zischte mir die Krankenschwester
zu. Da lag mein Kind, blass, geschwollen und mit Kabeln umwickelt. Es spuckte
Blut und zitterte. Normal, sagte die Ärztin, die Operation sei gut verlaufen.
Drei Stunden vergingen, bevor mein Mann endlich auch zu uns durfte. Ich dachte
an all die kleinen und großen Augenblicke, die uns zu diesem Moment gebracht
hatten: die Diagnose und damit verbundene Angst während der Schwangerschaft, die
Geburt, die wöchentlichen Krankenhausbesuche, zerrenden Diskussionen mit den
Versicherungen. Es fiel mir schwer, die guten von den schlechten Erinnerungen
zu unterscheiden.
© Alexandra Bondi de Antoni
© Alexandra Bondi de Antoni
© Alexandra Bondi de Antoni
© Alexandra Bondi de Antoni
© Alexandra Bondi de Antoni
Pflegebedürftige Kinder: Wir beide, mein Kind und ich, sind ein Fehler im System
Unsere Autorin war ihr Leben lang krank. Als ihr Kind mit einer Fehlbildung geboren wird, gibt sie erst sich die Schuld – und erkennt dann das eigentliche Problem.