Nichts bereitet einen darauf vor, sein Baby nach einer siebenstündigen Operation im Aufwachraum zu sehen. "Weinen Sie nicht, Ihr Kind spürt das", zischte mir die Krankenschwester zu. Da lag mein Kind, blass, geschwollen und mit Kabeln umwickelt. Es spuckte Blut und zitterte. Normal, sagte die Ärztin, die Operation sei gut verlaufen. Drei Stunden vergingen, bevor mein Mann endlich auch zu uns durfte. Ich dachte an all die kleinen und großen Augenblicke, die uns zu diesem Moment gebracht hatten: die Diagnose und damit verbundene Angst während der Schwangerschaft, die Geburt, die wöchentlichen Krankenhausbesuche, zerrenden Diskussionen mit den Versicherungen. Es fiel mir schwer, die guten von den schlechten Erinnerungen zu unterscheiden.