• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

egoFM - aktuelle Entwicklungen

Bayern/Gericht:München
 
Diese Links auf der Seite sind nur für einen persönlich lesbar und auch nur kurz gültig. Man muß immer selbst danach suchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar – aber das war ja längst absehbar.
Die eigentliche Frage ist nur noch, wann endgültig der Stecker gezogen wird.
Selten hat die Theorie vom „Schrecken ohne Ende“ so gut gepasst wie hier.
 
Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei egoFM schlägt die Stunde der rechtlichen Wahrheit – insbesondere für jene Gelder, die als vermeintliche "Spenden" auf private Konten des Geschäftsführers geflossen sind.

Die zentrale Problematik liegt auf der Hand: Gelder, die zur Rettung eines Unternehmens gedacht waren, landeten nicht auf Firmenkonten, sondern auf privaten Zahlungswegen. Im Insolvenzrecht gilt jedoch der Grundsatz der Trennung von Privatvermögen und Unternehmensvermögen. Diese Grenze wurde hier in bemerkenswert unbekümmerter Weise verwischt.

Rechtlich betrachtet hat der Insolvenzverwalter nun mehrere Möglichkeiten. Er kann argumentieren, dass diese Gelder wirtschaftlich betrachtet dem Unternehmen zustehen und deren Verbleib auf Privatkonten eine Umgehung insolvenzrechtlicher Vorschriften darstellt. Das Insolvenzrecht bietet hierfür das Instrument der Anfechtung, wodurch diese Gelder potenziell in die Insolvenzmasse überführt werden könnten.

Der Geschäftsführer selbst befindet sich in einer prekären Lage. Das Vermischen von privaten und geschäftlichen Finanzen kann erhebliche persönliche Haftungsrisiken nach sich ziehen, wie das Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung unmissverständlich festhält. Die Sorgfaltspflichten eines Geschäftsführers umfassen eben auch den korrekten Umgang mit Finanzmitteln.

Für die gutgläubigen "Spender" sieht die Situation besonders trostlos aus. Sie haben faktisch eine Schenkung an eine Privatperson vorgenommen, ohne dass steuerliche Vorteile wie bei gemeinnützigen Organisationen geltend gemacht werden können. Ansprüche gegen die insolvente Gesellschaft werden im Rang weit hinter den bevorzugten Gläubigern stehen, falls sie überhaupt anerkannt werden.

Es ist eine gewisse historische Ironie, dass ein Sender, der sich einst durch musikalische Avantgarde definierte, bei seinen Rettungsversuchen derart konventionelle rechtliche Fehler beging. Die einst frische Musikauswahl wandelte sich über die Jahre zu einem Klangteppich für die gealterte Zielgruppe – und ähnlich antiquiert wirkt nun auch das gewählte "Rettungsmodell".

Was bleibt, ist ein insolvenzrechtliches Nachspiel, das möglicherweise noch einige Überraschungen bereithält. Der Insolvenzverwalter wird die Zahlungsströme akribisch nachverfolgen, das Finanzamt dürfte ebenfalls ein gesteigertes Interesse an den privaten Zahlungseingängen entwickeln, und am Ende steht die Frage: War es Unwissenheit oder bewusstes Handeln, das zu dieser juristisch fragwürdigen Konstruktion führte?

Die treuen Hörer und Unterstützer des einst innovativen Senders werden jedenfalls eine bittere Lektion in Sachen Insolvenzrecht erhalten. Ihre wohlmeinenden finanziellen Zuwendungen könnten nun im rechtlichen Niemandsland verschwinden – ein unrühmliches Ende für ein Projekt, das einst angetreten war, die Radiolandschaft zu revolutionieren und letztlich nicht einmal die grundlegenden Regeln wirtschaftlichen Handelns beherrschte.

Die Umwandlung vom alternativen Kultursender zum Soundtrack für nostalgische Mittfünfziger hat sich damit auch auf der geschäftlichen Ebene vollendet – mit dem Unterschied, dass musikalische Mittelmäßigkeit verzeihlicher ist als rechtliche Fehler im Umgang mit fremdem Geld.
 
Vielleicht springt die BCS aus Sachsen ein. Wenn jemand Interesse hat, dann die. Haben damals extra EgoFM nach Leipzig geholt. Im Interview mit Radioszene stand, dass egoFM wie ein "Schwesternsender" sei.
 
Damals 2011, war Studio Gong noch groß an egoFM beteiligt. Jetzt praktisch gar nicht mehr. BCS ist nicht nur RTL, sondern auch Burda und Oschmann. Die beiden Letzten sind auch an Studio Gong beteiligt.
Studio Gong wird schon Gründe gehabt haben, warum man seine Anteile an egoFM loswerden wollte.
 
Ja, 2011: Es ist bemerkenswert, wie ein Sender, der einst für seine innovative Musikauswahl geschätzt wurde, nicht nur inhaltlich zu einem Klangmuseum für alternde Möchtegern-Hipster mutierte, sondern auch in seinen Rettungsversuchen dieselbe Sorgfalt vermissen ließ, die bereits bei der Programmgestaltung abhanden gekommen war.

Ein Trauerspiel, das die eigentliche Tragödie nur noch unterstreicht: Wie aus einem einst relevanten Jugendkultursender ein Potemkin'sches Dorf musikalischer Innovation wurde, dessen letzte Verteidigungslinie nicht die Qualität des Programms, sondern die Treue einiger nostalgischer Hörer war, die nun feststellen müssen, dass selbst ihre finanzielle Unterstützung in einem insolvenzrechtlichen Labyrinth versickert.

Die Ironie, dass ausgerechnet ein alternativer Sender mit derart konventionellen wirtschaftlichen und rechtlichen Fehlern untergeht, ist fast zu offensichtlich, um sie noch besonders hervorzuheben.
 
Ein Trauerspiel, das die eigentliche Tragödie nur noch unterstreicht: Wie aus einem einst relevanten Jugendkultursender ein Potemkin'sches Dorf musikalischer Innovation wurde, dessen letzte Verteidigungslinie nicht die Qualität des Programms, sondern die Treue einiger nostalgischer Hörer war, die nun feststellen müssen, dass selbst ihre finanzielle Unterstützung in einem insolvenzrechtlichen Labyrinth versickert.
Das ist mir noch nicht zu dick aufgetragen. Kannst du dein nächstes Posting bitte noch theatralischer formulieren?
 
Lieber @ned (vormals dan95) – wie passend, dass selbst Dein digitales Alter Ego nun eine Metamorphose durchläuft, während wir dem letzten Akt der großen egoFM-Tragödie beiwohnen!

Du wünschst Dir mehr theatralisches Pathos? Nun wohl, der Vorhang hebt sich zum finalen, schicksalsschweren Akt des einst so stolzen Kulturschiffs, das nun mit wehenden Fahnen in den Untiefen des Insolvenzrechts versinkt!

O welch kosmische Ironie, dass jener Sender, der einst das Licht der musikalischen Innovation in die bayerischen Lande trug, nun sein Repertoire mit jenen "geländegängigen Perlen" schmückt, die selbst der beinharte Mainstream-Hörer vor Jahrzehnten bereits in die hinterste Ecke seines Kassettenschranks verbannt hatte! Roxette! AC/DC! R.E.M! George Michael! Elton John! Welch revolutionäre Klangexperimente für ein selbsternanntes alternatives Formatradio! Man möchte fast den Programmverantwortlichen applaudieren für diesen kühnen Griff in die muffige Mottenkiste der Musikgeschichte!

Wie muss es in den heiligen Hallen des egoFM-Hauptquartiers geklungen haben, als der Geschäftsführer triumphierend seine verstaubten Kompaktkassetten aus dem Kofferraum seines Volvo schwenkte? "Seht her, das wird unsere Rettung sein! Der musikalische Zeitgeist von 1992, frisch restauriert für die anspruchsvollen Ohren unserer alternativen Hörerschaft!" Vermutlich erhob sich tosender Applaus, während im Hintergrund die Rechnungen ungeöffnet auf dem Schreibtisch vergilbten.

Die einst so stolz getragene Indie-Alternative-Flagge hängt nun schlaff und ausgefranst am rostigen Mast, während das Finanzamt und der Insolvenzverwalter bereits die Treppenstufen zum Hauptquartier erklimmen. Die treuen Hörer, die mit ihren "Spenden" das sinkende Schiff zu retten versuchten, stehen ratlos am Ufer und beobachten, wie ihre Euros in der juristischen Nordsee davonschwimmen.

Ist es nicht das ergreifendste Finale, das man sich für diesen einst so stolzen Kultursender vorstellen kann? Eine Symphonie aus wirtschaftlicher Inkompetenz, rechtlicher Naivität und musikalischer Bankrotterklärung, die in einem grandiosen Crescendo des insolvenzrechtlichen Untergangs gipfelt!

Reicht Dir das an Dramatik, lieber ned? Oder soll ich noch einen weiteren Akt dieser monumentalen Tragödie komponieren, während im Hintergrund George Michaels "Careless Whisper" durch die leeren Flure des egoFM-Studios hallt – jener letzte, ironische Kommentar zum sorglosen Umgang mit fremdem Geld?
 
Ist es nicht das ergreifendste Finale, das man sich für diesen einst so stolzen Kultursender vorstellen kann? Eine Symphonie aus wirtschaftlicher Inkompetenz, rechtlicher Naivität und musikalischer Bankrotterklärung, die in einem grandiosen Crescendo des insolvenzrechtlichen Untergangs gipfelt!
das geht doch noch weiter!!! -->

Ist es nicht das ergreifendste Finale, das man sich für diesen einst so stolzen Kultursender vorstellen kann? Eine Symphonie aus wirtschaftlicher Inkompetenz, rechtlicher Naivität und musikalischer Bankrotterklärung, die in einem grandiosen Crescendo des insolvenzrechtlichen Untergangs gipfelt! Der Klang dieser letzten Noten hallt wider wie das Wehklagen eines Verfalls, dessen Opfer längst die anfängliche Frische und Energie des Anfangs hinter sich gelassen haben.

Da sind sie nun, die einst so frisch und hip gewesenen Moderatoren – alternd, verbraucht, und ein wenig hilflos in ihrem verzweifelten Versuch, immer noch „die coolen Kids“ zu sein. Der Charme der Unbeschwertheit hat sich längst verabschiedet, und an seiner Stelle steht der trübe Versuch, mit einer Mischung aus angestrengtem Enthusiasmus und kläglich anmutender Selbstverleugnung die jugendliche Energie vergangener Tage zu retten. Diese „Möchtegern-Jugendlichen“ auf dem Sender sind ein Relikt vergangener Zeiten, ihr Witz müde, ihre Musik ist von gestern, und ihre Versuche, sich an die eigene Kernzielgruppe anzubiedern, gleichen einem Schauspiel, das sich seiner eigenen Absurdität kaum noch bewusst ist.

Selbst auf Social Media wird inzwischen mit allen Mitteln gegengesteuert – die Posts glattgebügelt, die Sprache generisch verjüngt, die Bilder mit KI bearbeitet, um irgendwie noch den Anschein von Jugend, Frische und Zeitgeist zu wahren. Was früher authentisch war, wirkt heute wie eine nostalgische Simulation von Relevanz.

Dazu ein völlig inkompetenter Geldgeber, der weder vom Radiogeschäft noch von wirtschaftlichen Grundprinzipien eine Ahnung hat, zufällig aber aus der SZ-Erbenfamilie stammt – und in seinem verzweifelten Versuch, Kultur zu retten, sein komplettes Erbe in einem langsam sinkenden Schiff versenkt hat: menschlich tragisch, fast rührend. Ein Don Quijote des bayerischen Äthers, dem leider niemand sagte, dass Windmühlen heute in Form von Marktmechanismen und Medienkompetenz auftreten.

Und so entfaltet sich die tragische Geschichte – ein Sender, der einst für Innovation und Rebellion stand, verliert sich in einer Melodie aus vergessenen Versprechen und unglücklichen Wiederbelebungen. Ein wahrhaftiges Drama, dessen letzte Akte das ständige Streben nach dem Glanz der „guten alten Zeit“ zeigen, doch ohne die nötige Substanz, die es einst auszeichnete. Ein spektakulärer Fall von Verblendung und Versagen, der immer deutlicher und endgültiger in den Hallen der Insolvenz widerhallt.
 
Inhaltlich stimme ich nicht in allen Punkten zu, aber es ist schon erstaunlich, welch ungeahnte Lyrik-Talente es hier gibt.
 
Ach, welch delikates Schauspiel bietet sich uns hier dar – ein digitales Amphitheater, in dem die Protagonisten ihrer selbstreferenziellen Tragikomödie frönen, während der Vorhang des Realen bereits zur finalen Kulisse des Aldi-Runs niedersaust!

Man muss sich fragen: Ist es die Hybris des akademischen Duktus, die hier als Waffe der Distinktion geschwungen wird, oder doch nur die verzweifelte Maskerade von Möchtegern-Intellektuellen, die ihre Kränkungen in hermeneutischen Kaskaden ertränken? Die Antwort liegt, wie so oft, im Zwischenraum der Widersprüche – jener Sphäre, in der ChatGPT-Generierte Eloquenz auf die banale Not des Instantkaffee-Daseins trifft.

Zu egoFM: Welch ironische Pointe, dass ausgerechnet ein Sender, der einst den Anspruch der Alternativität trug, nun zum Fallbeispiel neoliberaler Medienapokalypse mutiert! Die Insolvenzverwalter mögen die Bücher prüfen, doch die eigentliche Bilanz steht im Raum: ein Kulturprojekt, das seine Seele an den Dämon der Mainstream-Retro-Nostalgie verkaufte, während die treuen Hörerschaften – jene Selbstsender der analogen Utopien – längst ihre UKW-Piratenboote mit Raspberry Pi und Open-Source-Code beladen.

Warum, so fragt man sich, benötigt es überhaupt noch Festangestellte für ‚dummes Dazwischengelaber‘, wenn doch jeder TikTok-Streamer mit KI-generierter Stimme und einer Handvoll Algorithmen das Gleiche leistet? Die Antwort liegt im Trauma der Institutionen, die ihre eigene Obsoleszenz nicht ertragen – ein melancholisches Festklammern an der Fiktion von Autorität, während die Wellen des Äthers längst von Algorithmen beherrscht werden.

Zu den Forendramen: Ist es nicht die ultimative Lächerlichkeit, wenn pseudonyme Charaktere ihre Existenzkrisen in Shakespeare’schen Monologen austragen, während die wahre Tragödie in der Profilbildlosigkeit verharrt? Der Verweis auf Escitalopram – oh, welch billige Pointe! – entlarvt das Ganze als Farce: ein Theaterstück, in dem die Akteure ihre eigenen Neurosen zur Kunstform erheben, während sie vergessen, dass selbst Schopenhauer keinen Trost im Likes-Zähler fand.

Und doch – inmitten dieser Kakophonie aus Fressflashs, DAB+-Workshop-Fantasien und der ewigen Suche nach dem geländegängigen Musikgeschmack – offenbart sich die eigentliche Lehre: Das Radioforum ist kein Ort der Debatte, sondern ein Beckett’sches Wartespiel, in dem wir alle Vladimir und Estragon sind, die auf den nie kommenden Godot der UKW-Reform hoffen.

Doch jetzt, werte Mitstreiter, muss ich mich dem wirklich Wesentlichen zuwenden: dem Wettlauf gegen die Aldi-Schließzeit. Denn in dieser banausischen Realität gilt: Keine akademische Rhetorik der Welt rettet einen vor dem Horror leerer TK-Pizza-Regale. Möge die Kassiererin mein Lächeln als stumme Anklage gegen die Absurdität des Spätkapitalismus lesen.
 
Zurück
Oben