Manchmal kann es sich auszahlen, langsamer zu sein. Das
erspart einem möglicherweise einige peinliche Fehler, die dann die Runde
machen. So erging es Google im vergangenen Jahr: Der Konzern wollte die Websuche
revolutionieren, mit seinem KI-Assistenten Gemini. Von sich reden machte der aber vor
allem, weil er seinen Nutzern eigenartige Tipps gab. So
empfahl Gemini etwa, den Belag einer Pizza zur besseren Haftung einfach
anzukleben oder jeden Tag einen Stein zu essen, um den körpereigenen Mineralhaushalt
zu regulieren.
Derartige öffentliche Fehltritte scheint auch Apple zu befürchten und tunlichst vermeiden zu wollen. Der US-Konzern hat den Start der neuen versprochenen KI-Funktionen für seine Sprachassistentin Siri erst von April auf Mai und dann kurzerhand komplett auf 2026 verschoben, das berichtete die US-amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg. Als Grund dafür soll der für Siri verantwortliche Apple-Manager Robby Walker bei einem internen Treffen Qualitätsmängel angegeben haben, so Bloomberg: Derzeit funktioniere die Technologie nur in zwei Drittel bis 80 Prozent der Fälle zuverlässig. Heißt, in jedem dritten Fall laufen die KI-Funktionen nicht wie vorgesehen, was, so Walker, "hässlich und peinlich" sei. Dem US-amerikanischen Apple-Fachblog Daring Fireball gegenüber hat Apple bereits bestätigt, dass "es länger dauern wird, als wir dachten", man aber davon ausgehe, ein personalisiertes Siri-Update im kommenden Jahr einführen zu können.