EU-Dolmetscher :
Der Allessprecher

Von Hendrik Kafsack, Brüssel
Lesezeit: 4 Min.
Ioannis Ikonomou spricht 32 Sprachen und ein paar Dialekte. Damit steht er sogar in Brüssel alleine da. „Wenn ich eine Sprache lerne, bin ich in sie verliebt“, sagt der fleißige Grieche, der einmal auf der Toilette Armenisch lernte.

Ioannis Ikonomou versteht solche Leute nicht. Leute, die eine Sprache lernen, dann noch eine und noch eine und noch eine - und gar nicht genug davon bekommen können, Vokabeln und Grammatikregeln zu pauken: „Das ist doch langweilig!“ Die ganze Energie, nur um am Ende noch eine Sprache zu sprechen oder gar nur um einen Job zu bekommen. Er versteht das nicht. Ikonomou spricht 32 Sprachen plus einige alte Sprachen und Dialekte, die er nur passiv beherrscht oder unvollkommen. Aber das ist Abfallprodukt. „Was mich fasziniert, ist die Zivilisation, die Kultur, die Musik und das Essen, die hinter der Sprache stehen“, sagt er. „In das alles vertiefe ich mich. Dann kommt die Liebe für die Sprache von allein.“ Von Liebe spricht Ikonomou oft, wenn es um Sprachen geht: „Wenn ich eine Sprache lerne, bin ich in sie verliebt.“

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Hendrik Kafsack
Hendrik KafsackWirtschaftskorrespondent in Brüssel.