Atombombe für Deutschland: Nukleare Abschreckung light
Könnten Paris und London einspringen, wenn die USA als Schutzmacht für Deutschland ausfallen? Braucht Deutschland eine eigene Atombombe? Es gäbe noch einen dritten Weg.
Fabian Hinz, Research Fellow am International Institute for Strategy Studies in London, warnt vor einer tiefgreifenden sicherheitspolitischen Zäsur für Deutschland, da die USA unter republikanischer Führung ihre Außenpolitik neu ausrichten. Friedrich Merz plädiert daher für eine sicherheitspolitische Unabhängigkeit Europas von den USA und erwägt Gespräche mit Großbritannien und Frankreich über eine erweiterte nukleare Abschreckung. Eine deutsche Atombombe als Lösung wird diskutiert, aber als riskant angesehen. Stattdessen wird ein Nuclear Hedging-Ansatz vorgeschlagen, der Deutschland die technologische Fähigkeit zur Kernwaffenproduktion ermöglichen würde, ohne diese tatsächlich zu entwickeln.
Dies ist ein experimentelles Tool. Die Resultate können unvollständig, veraltet oder sogar falsch sein.
Fabian Hinz ist Research Fellow am International Institute for Strategy Studies mit Sitz in London, einem renommierten sicherheitspolitischen Forschungszentrum. Hinz forscht im Berliner Büro unter anderem zu Raketentechnik.
Deutschland steht vor einer der tiefgreifendsten sicherheitspolitischen Zäsuren der Nachkriegszeit. Die Vereinigten Staaten, die seit 1949 als bedeutendste Schutzmacht der territorialen Integrität der Bundesrepublik agieren, wandeln ihre Außenpolitik unter republikanischer Führung fundamental. Donald Trump signalisiert eine Neuausrichtung der US-Russland-Politik, überwirft sich mit dem ukrainischen Präsidenten und stellt die Verlässlichkeit der transatlantischen Allianz zunehmend infrage – ohne Rücksicht auf europäische Interessen. Die Geschwindigkeit und Tragweite dieses Kurswechsels sind so gravierend, dass selbst ein überzeugter Transatlantiker wie Friedrich Merz nun offen für eine sicherheitspolitische Unabhängigkeit Europas von den USA plädiert.