Immobilien
Das wilde Treiben der Mitternachtsnotare
Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Höchstrichterliches Urteil gegen die Notare.
Düsseldorf. Der Immobilienboom in Deutschland sorgt bei einer Berufsgruppe für stille Freude, die nur selten im Licht der Öffentlichkeit steht. Da die Verkaufspreise in den Metropolen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, verdienen auch die Notare mehr. Denn ihre Gebührensätze orientieren sich an den Verkaufspreisen.
Ab Anfang August gibt’s einen weiteren Zuschlag. Dann tritt eine neue Gebührenordnung in Kraft. Laut Baugeldvermittler Interhyp steigen die Kosten für Beurkundung, Vollzug und Betreuung beim Kauf einer Immobilie im Wert von 200.000 Euro um 20 Prozent auf 1.305 Euro netto. Bei einem Hausverkauf mit Ablösung einer alten Grundschuld klettern die Gebühren sogar um 835 Euro auf 3.135 Euro, ein Plus von 36 Prozent.
Nicht alle Notare geben sich aber mit dem kräftigen Gebührenplus zufrieden und überschreiten dabei die Grenze der Legalität. Handelsblatt Online liegen mehrere Fälle vor, in denen Notare gegen die Interessen ihrer Mandanten agierten. Anwälte verklagen die vermeintlich unabhängigen Mittler zwischen Käufern, Verkäufern und Kreditgebern. Mehrere Urteile machen Käufern von völlig überteuerten Immobilien Mut.