Mehrere Kunden fühlen sich von Michael C. Jakob um Geld betrogen. Denn: Obwohl die Verträge gekündigt waren, buchten seine Unternehmen, darunter „AlleAktien“, trotzdem hohe Abo-Gebühren ab.
Trotz wiederholter Nachrichten an Kundenservice bleiben viele Kunden auf den Kosten sitzen. Laut des Rechtsanwalts von Michael C. Jakob liege das den Kündigungsfristen und „Bearbeitungsspitzen“ des Kundenservices.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Betrugsverdachts gegen Michael C. Jakob, wie Business Insider bereits exklusiv berichtete. Ein Oberstaatsanwalt betont, dass weitere Anzeigen „freilich hilfreich“ seien.
Jonas F. traute seinen Augen nicht. Als er Anfang des Jahres einen Blick auf seine Banking-App warf, prangte dort eine mysteriöse Abbuchung. 290 Euro? Weg. Zahlungsempfänger? „AlleAktien“. Sein Abo bei dem Analyse-Portal hatte er Monate vorher gekündigt. Das kann er mit Screenshots beweisen. Diese liegen Business Insider vor.
Jonas F. kündigte im Frühjahr des vergangenen Jahres über ein Kündigungsformular. Da „AlleAktien“ darauf nicht reagierte, kontaktierte er mehrfach den Kundenservice. Das kann der Privat-Anleger ebenfalls belegen. Das Portal reagierte viele Monate nicht – und tauchte schließlich erst durch die Abbuchung in diesem Jahr wieder im Leben von Jonas F. auf.
Sein Geld versucht der junge Mann seitdem wiederzubekommen – ohne Erfolg. „Ich hatte versucht, es über die Bank zurückzufordern“, erklärt er. Aber: „AlleAktien“ habe das abgelehnt, reagiere nach wie vor nicht auf E-Mails. „Das ist eine Frechheit und kriminell.“
Das Schicksal von Jonas F. ist kein Einzelfall – im Gegenteil. Dutzende verärgerte Anleger haben sich nach unserem ersten Bericht über Michael C. Jakob bei uns gemeldet, die Opfer falscher Abbuchungen geworden sind. Dabei geht es auch um Summen im vierstelligen Bereich.
Sie waren nicht nur Kunden bei „AlleAktien“, sondern auch bei „Eulerpool“ und „Kallang“. Das sind alles Unternehmen, die Michael C. Jakob gehören.
Michael C. Jakob ist Geschäftsführer mehrerer Unternehmen – darunter von „AlleAktien“
Er ist 30 Jahre alt und Unternehmer mit Wurzeln in Süddeutschland. Inzwischen lebt er wohl in Singapur. Michael C. Jakob hat mit „AlleAktien“ und „Eulerpool“ zwei Analyse-Plattformen gegründet. Außerdem gehört ihm mit „Kallang“ eine Suchmaschine für Immobilien-Deals.
Sein bekanntestes Unternehmen ist aber „AlleAktien“. Eigenen Angaben zufolge das Portal mehr als 100.000 Kunden haben. Sie sollen für 29 Euro im Monat einen „unbegrenzten Zugang zu Deutschlands besten Aktienanalysen“ bekommen. So steht es auf der Internetseite. Das Jahresabo kostet 290 Euro.
Bei „Eulerpool“ kostet ein Abo-Monat 2 Euro im ersten und 50 Euro im zweiten Jahr. „Kallang“ gibts’s im ersten Jahr für einen Euro pro Monat, im zweiten ebenfalls für 50 Euro.
Jakobs Methoden sind sehr umstritten. So klagte etwa die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bereits in diversen Fällen gegen ihn. Recherchen von Business Insider deckten zudem auf, dass die Staatsanwaltschaft Regensburg aufgrund eines Betrugsverdachts gegen Michael C. Jakob ermittelt.
Den Artikel über die Ermittlungen lest ihr hier:
Nach der Veröffentlichung der Recherche meldeten sich weitere Geschädigte auch bei der Justiz – und auch bei Business Insider. Es geht bei vielen nicht „nur“ um 290 Euro, sondern auch öfter um 900. Haben die Kunden irgendeine Chance, ihr Geld wiederzusehen? Wir haben Michael C. Jakob mit den Fällen konfrontiert und auch mit der Staatsanwaltschaft über weitere Details in dem Fall gesprochen.
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