In Berlin führen verschiedene Tourguides Touristen aus verschiedenen Ländern durch die Stadt. Russen und Belarussen fragen sich, warum Deutschland materiell so viel besser dasteht als Russland, während Spanier und Südamerikaner Deutschland als das gelobte Land betrachten und sich über die gute Krankenversicherung und die hohe Lebensqualität wundern. Israelis sehen Deutschland als reich und stabil an, während Amerikaner und Briten oft überrascht sind von der deutschen Sprache, der Qualität der Lebensmittel und dem Trinkverhalten. Chinesen fragen nach der Teilung zwischen Ost und West, während Inder, Chinesen und Amerikaner oft überrascht sind von der mangelnden Diversität in Berlin. Trotzdem sind viele fasziniert von der deutschen Geschichte und Kultur, auch wenn sie manchmal mit Vorurteilen konfrontiert sind.
Dies ist ein experimentelles Tool. Die Resultate können unvollständig, veraltet oder sogar falsch sein.
"Manche fragen, wie es sein könne,
dass es Deutschland materiell so viel besser geht als Russland"
Claudia Zimmermann führt Russen und
Belarussen durch Berlin.
Früher kamen Russen oft im Mai. Da haben sie ein paar
Tage frei. Sie waren dann hier, um des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Sie sind
ja wahnsinnig stolz auf ihren Sieg. Unter Wladimir Putin hat sich das Erinnern
daran noch verstärkt, es ist eine kollektive Erfahrung, die sie feiern. Je
länger der Krieg zurückliegt, desto emotionaler wird das Erinnern. Vor dem
Krieg in der Ukraine waren die Feiern dazu spaßig. Es gab ein Konzert auf dem
Gendarmenmarkt, das russische Fernsehen war da und berichtete, es herrschte
viel Trubel. Heute gibt es all das nicht mehr. Sie wissen trotzdem Bescheid
über die Geschichte. Wenn wir über die AfD reden, fragen sie mich, warum wir
jetzt wieder Nazis sind. Und viele fragen, warum die Ostdeutschen sich so
verändert haben, seit sie nicht mehr zur DDR gehören.