„Im schlimmsten Fall werden Plakate direkt wieder abgerissen oder man wird angegriffen“
Geschafft für heute. An diesem Vormittag haben Silvio Lang und Jessica Wallner im Landkreis Bautzen insgesamt 20 Doppelplakate der Linken verteilt.
Quelle: Steffen Unger
Die vorgezogene Bundestagswahl im Februar 2025 stellt die Wahlhelfer im Landkreis Bautzen vor besondere Herausforderungen beim Plakatieren. Wie die Linke das umsetzt und welche Sicherheitsmaßnahmen andere Parteien ergreifen.
Bautzen.Als die Linken ankommen, hängt das Porträt von Karsten Hilse schon oben an der Laterne. Die AfD war also zumindest hier in Hochkirch an der B6 etwas schneller und hat bereits erste Plakate mit dem Namen ihres Direktkandidaten und Wahlparolen befestigt. Für die Vorsitzenden des Kreisverbandes der Linken, Silvio Lang und Jessica Wallner, ist das allerdings das kleinere Problem. „Diese Laterne kenne ich schon aus den letzten Wahlkämpfen. Da brauche ich auf jeden Fall die Leiter“, sagt Silvio Lang.
Denn die Laterne steht mitten in einem dichten Koniferenbusch. Silvio Lang muss also nicht nur hoch-, sondern überhaupt erstmal hinkommen. Für die ehrenamtliche Plakattour durch Hochkirch, Kubschütz, Niedergurig, Schwarzadler und Cölln an diesem Vormittag liegt im Kofferraum seines Autos alles griffbereit: 20 Doppelplakate, Kabelbinder, eine Zange und eine Stehleiter zum Ausklappen. Die ist unverzichtbar, nicht nur fürs Befestigen in mehr als zwei Metern Höhe.
Am liebsten bin ich als Erster am Mast und schiebe das Plakat so hoch wie möglich.
Silvio Lang
Co-Vorsitzender des Kreisverbandes Bautzen der Partei Die Linke
In den meisten Kommunen müssen die Plakate mindestens in 2,40 Metern Höhe hängen, damit „große Leute beim Fahrradfahren nicht dagegen stoßen“, erklärt Silvio Lang. Und für die Sichtbarkeit sei das ohnehin gut. „Am liebsten bin ich als Erster am Mast und schiebe das Plakat so hoch wie möglich.“