Kinderbetreuung: "Der Staat kann nicht die Mütter ersetzen"
Kinder verbringen so viel Zeit außerhalb der Familie wie nie zuvor. Doch Kitas und Schulen sind überfordert, sagt der Soziologe Aladin El-Mafaalani – und macht einen Vorschlag, wer helfen könnte.
Artikel aus DIE ZEIT
Erschienen in
DIE ZEIT Nr. 3/2025
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Artikelzusammenfassung
In einem Interview mit der ZEIT äußert sich Aladin El-Mafaalani besorgt über die alternde Bevölkerung in Deutschland und die Auswirkungen auf die Zukunft der jungen Generation. Er warnt davor, dass die ältere Generation, die nicht mehr berufstätig ist, über die Zukunft entscheidet, obwohl sie weniger unmittelbar von langfristigen Herausforderungen betroffen ist. El-Mafaalani kritisiert, dass Kinder in einer alternden Gesellschaft zunehmend vernachlässigt werden und fordert eine bessere Unterstützung und Betreuung in Schulen und Kitas. Er betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Engagements, um die Bedingungen für die junge Generation zu verbessern.
Dies ist ein experimentelles Tool. Die Resultate können unvollständig, veraltet oder sogar falsch sein.
DIE ZEIT: Herr El-Mafaalani, in fünf Wochen wird eine neue Regierung gewählt. 42 Prozent der Wahlberechtigten sind dann über 60 Jahre alt. Ihnen stehen knapp vier Prozent potenzielle Erstwähler gegenüber. Macht Ihnen das Sorgen?
Aladin El-Mafaalani: Und wie! Schon bei der letzten Bundestagswahl war die Hälfte der Wähler über 53 Jahre alt. Das Durchschnittsalter steigt jetzt immer weiter. Bald bestimmen diejenigen, die selbst nicht mehr berufstätig sind, über die Zukunft. Das ist historisch einmalig. Bisher haben diejenigen die Wahlen entschieden, die den Laden am Laufen gehalten haben.