Sieben Pänz unter einem Dach
BERGISCH GLADBACH. Wenn Christine (11), Moritz (9), Nils (8), Linus (6), Anna (4) und Jonas (2) durch das Haus toben, ist Trubel bei Familie Tenckhoff angesagt.
Die Eltern Esther (32) und David (36) haben noch einmal nachgelegt, am 31. Dezember des letzten Jahres erblickte Fineas Ole das Licht der Welt. Kein Geringerer als Bundespräsident Horst Köhler übernahm nun auf Antrag eine Ehrenpatenschaft für den Gladbacher Neubürger.
Diese Patenschaft hat zwar in erster Linie symbolischen Charakter und wenig mit einer Taufpatenschaft gemeinsam; der Präsident zeigt auf diese Weise aber die staatliche Fürsorgepflicht gegenüber kinderreichen Familien. Zählbares sprang auch heraus, Horst Köhler lässt sich jede dieser Patenschaften 500 Euro kosten: Wir wissen noch gar nicht, was wir mit dem Geld machen. Vielleicht legen wir es für Fineas Oles Zukunft an, aber das wäre unfair den Geschwistern gegenüber. Ohne sie hätte er die 500 Euro ja nie erhalten, so Vater David.
Zur feierlichen Überreichung der Urkunde und des Schecks lud Bürgermeister Klaus Orth die komplette Familie ein. Dabei war sich der erste Bürger der Strundestadt auch nicht zu schade, für die jüngsten Tenckhoffs den Rathausführer zu spielen. Die klärten dann aber Orth auf: Unser Opa war auch Bürgermeister, schallte über die Flure. Tatsächlich saß Dr. Ignaz Tenckhoff von 1950 bis 1952 dem Stadtrat vor.
Das Zusammenleben der Familie sei nicht immer einfach, gibt der Vater zu: Es ist zwar anstrengend, aber dafür auch wunderschön. Manchmal gibt es kleine Streitereien, aber nach dem dritten,vierten Kind ändert sich nicht mehr viel. So ließen sich Esther und David auch mit der Namenswahl Zeit bis nach der Geburt. Eine Datenbank im Internet brachte schließlich die gewünschte Lösung: Fineas kommt aus dem Hebräischen und bedeutet ,Orakel . Das ist aber nicht der Grund, warum wir den Namen gewählt haben. Er klingt einfach schön, so der stolze Herr Papa.
Die Familienplanung ist nun (vorerst) abgeschlossen. Zwei fromme Wünsche haben die Eltern. Zum einen hofft David Tenckhoff, nicht vom Strudel der Arbeitslosigkeit mitgerissen zu werden.
Zum anderen können Mutter und Vater kaum noch abwarten, die Entwicklung ihrer Sprösslinge hautnah mitzuerleben. Horst Köhler wird es freuen.