Prozess in Avignon :
„Mein Vater ist der Teufel in Person“

Von Michaela Wiegel, Avignon
Lesezeit: 4 Min.
Zum Abschluss des Prozesses in Avignon sagen die Söhne von Gisèle Pelicot aus. Auch sie selbst ergreift nochmal das Wort, prangert die Feigheit der Angeklagten an – und eine Gesellschaft, die Vergewaltigungen banalisiert.

Nach zehn Wochen Strafprozess ergreift Gisèle Pelicot am Dienstag zum letzten Mal das Wort im Gerichtssaal in Avignon. Die 72 Jahre alte Französin spricht von einem „Prozess der Feigheit“. Ihr damaliger Ehemann Dominique Pelicot hat sie jahrelang mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln sediert, um sie von fremden Männern im Ehebett vergewaltigen zu lassen, die er über das Internet angeworben hatte. 50 Männer im Alter zwischen 36 und 74 Jahren wurden durch die Auswertung der Videoaufzeichnungen Dominique Pelicots gefasst und müssen sich vor Gericht verantworten.

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